• 16.10.2008, 09:42:29
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Volkshilfe zum "Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut"

Präsident Weidenholzer warnt vor zunehmender Verelendung in Armutsregionen der Welt

Wien (OTS) - 1992 wurde der 17. Oktober von der UNO zum
"Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut" erklärt.
Volkshilfe Präsident Univ.-Prof. Dr. Josef Weidenholzer mahnt zu
diesem Anlass, dass ein Gedenktag, der auf die sich verschärfende
Lage der Notleidenden aufmerksam macht, wichtig, allerdings Handeln
das Gebot der Stunde sei, denn "angesichts von fast einer Milliarde
Menschen, die hungern, braucht es keine Worte, sondern Taten. Es ist
allerdings zu befürchten, dass die immer noch sehr reichen
Industriestaaten in der derzeitige Finanzkrise eine weitere Ausrede
für ihre Versäumnisse gefunden haben." Mit den Millennium Development
Goals wollte die Staatengemeinschaft bis 2015 die Armut auf der Welt
halbieren. "Was wurde aus diesem Ziel? Eine stetig steigende Zahl an
Hungernden, eine Lebensmittelkrise in Armutsregionen, wo schon
Grundnahrungsmittel der pure Luxus sind, und eine Klimakrise, die
mittel- und langfristig die Situation weiter verschärfen wird. Wo
sind die Gegenanstrengungen?", so der Befund von Weidenholzer, auch
in seiner Funktion als Präsident des europäischen NGO-Verbandes
solidar.

Politische Forderungen

Für die Volkshilfe liege es auf der Hand, dass "für eine global
gerechte Entwicklung eine nachhaltige Landwirtschaft, ein faires
Handelssystem, der Schutz aller Menschenrechte, Demokratie und
Frieden, Ernährungssicherheit und der sorgsame Umgang mit Ressourcen
im Norden wie im Süden entscheidend sind.", stellt Weidenholzer fest,
"Die Verantwortung liegt hier bei den Industriestaaten. Die
Reduzierung von Armut und Hunger kann nicht isoliert von
ökonomischen, sozialen und politischen Prozessen betrachtet werden.
Um den Hunger zu bekämpfen, ist es notwendig, Strukturen und Systeme
zu ändern, die ihn hervorbringen." Der Volkshilfe-Präsident hofft in
diesem Zusammenhang darauf, dass in den durch die Finanzkrise
notwendigen Maßnahmen, wie etwa der Einführung von
Finanztransaktionssteuern, endlich auch ein solidarisches Miteinander
von "Nord und Süd" berücksichtigt wird.

Konkrete Hilfe durch Frauenförderung

Drei Viertel der Armut ist weiblich, Frauen steht lediglich ein
Zehntel des Einkommens und gerade einmal ein Hundertstel des Besitzes
zur Verfügung, obwohl sie zwei Drittel aller Arbeitsleistung
erbringen. "Nackte Zahlen, die aber nichts anderes heißen, als dass
wir Frauen fördern müssen, um die Welt gerechter zu machen. Deshalb
bemüht sich die Volkshilfe besonders um das dritte der acht
Millenniums-Entwicklungsziele, die Förderung und Gleichstellung der
Geschlechter sowie die Stärkung der Rolle der Frau.", erläutert
Weidenholzer die Schwerpunkte der Volkshilfe. In Indien
beispielsweise unterstützt die Volkshilfe Frauen-Selbsthilfegruppen,
eine erfolgreiche Strategie zur Armutsbekämpfung und zur Verbesserung
der Lebensbedingungen vor allem in ländlichen Gegenden.
Fischerfrauen, Bäuerinnen oder Landlose, Witwen, ältere Frauen sowie
viele aus der Kaste der Dalits haben sich mithilfe der Volkshilfe in
über 130 Gruppen zusammengeschlossen, entscheiden über Kleinkredite,
Finanzierungspläne für Geschäftsideen und absolvieren Kurse und
Ausbildungen. Die wirtschaftliche Stärkung durch Verarbeitung und
Vermarktung von Produkten für den lokalen Markt strahlt in die ganze
Region aus. So verhindert ein gesichertes Familieneinkommen nicht
zuletzt ausbeuterische Kinderarbeit und ermöglicht den Schulbesuch
von Kindern und Jugendlichen.

Spendenkonto Volkshilfe Österreich: PSK 1.740.400, BLZ 60000
Weitere Informationen und Bildmaterial unter http://www.volkshilfe.at

Rückfragehinweis:
www.volkshilfe.at
Mag. Rainer Stoiber
mailto:[email protected], Tel.: 0676/834 02 216

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