Volkshilfe zum "Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut"

Präsident Weidenholzer warnt vor zunehmender Verelendung in Armutsregionen der Welt

Wien (OTS) - 1992 wurde der 17. Oktober von der UNO zum "Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut" erklärt. Volkshilfe Präsident Univ.-Prof. Dr. Josef Weidenholzer mahnt zu diesem Anlass, dass ein Gedenktag, der auf die sich verschärfende Lage der Notleidenden aufmerksam macht, wichtig, allerdings Handeln das Gebot der Stunde sei, denn "angesichts von fast einer Milliarde Menschen, die hungern, braucht es keine Worte, sondern Taten. Es ist allerdings zu befürchten, dass die immer noch sehr reichen Industriestaaten in der derzeitige Finanzkrise eine weitere Ausrede für ihre Versäumnisse gefunden haben." Mit den Millennium Development Goals wollte die Staatengemeinschaft bis 2015 die Armut auf der Welt halbieren. "Was wurde aus diesem Ziel? Eine stetig steigende Zahl an Hungernden, eine Lebensmittelkrise in Armutsregionen, wo schon Grundnahrungsmittel der pure Luxus sind, und eine Klimakrise, die mittel- und langfristig die Situation weiter verschärfen wird. Wo sind die Gegenanstrengungen?", so der Befund von Weidenholzer, auch in seiner Funktion als Präsident des europäischen NGO-Verbandes solidar.

Politische Forderungen

Für die Volkshilfe liege es auf der Hand, dass "für eine global gerechte Entwicklung eine nachhaltige Landwirtschaft, ein faires Handelssystem, der Schutz aller Menschenrechte, Demokratie und Frieden, Ernährungssicherheit und der sorgsame Umgang mit Ressourcen im Norden wie im Süden entscheidend sind.", stellt Weidenholzer fest, "Die Verantwortung liegt hier bei den Industriestaaten. Die Reduzierung von Armut und Hunger kann nicht isoliert von ökonomischen, sozialen und politischen Prozessen betrachtet werden. Um den Hunger zu bekämpfen, ist es notwendig, Strukturen und Systeme zu ändern, die ihn hervorbringen." Der Volkshilfe-Präsident hofft in diesem Zusammenhang darauf, dass in den durch die Finanzkrise notwendigen Maßnahmen, wie etwa der Einführung von Finanztransaktionssteuern, endlich auch ein solidarisches Miteinander von "Nord und Süd" berücksichtigt wird.

Konkrete Hilfe durch Frauenförderung

Drei Viertel der Armut ist weiblich, Frauen steht lediglich ein Zehntel des Einkommens und gerade einmal ein Hundertstel des Besitzes zur Verfügung, obwohl sie zwei Drittel aller Arbeitsleistung erbringen. "Nackte Zahlen, die aber nichts anderes heißen, als dass wir Frauen fördern müssen, um die Welt gerechter zu machen. Deshalb bemüht sich die Volkshilfe besonders um das dritte der acht Millenniums-Entwicklungsziele, die Förderung und Gleichstellung der Geschlechter sowie die Stärkung der Rolle der Frau.", erläutert Weidenholzer die Schwerpunkte der Volkshilfe. In Indien beispielsweise unterstützt die Volkshilfe Frauen-Selbsthilfegruppen, eine erfolgreiche Strategie zur Armutsbekämpfung und zur Verbesserung der Lebensbedingungen vor allem in ländlichen Gegenden. Fischerfrauen, Bäuerinnen oder Landlose, Witwen, ältere Frauen sowie viele aus der Kaste der Dalits haben sich mithilfe der Volkshilfe in über 130 Gruppen zusammengeschlossen, entscheiden über Kleinkredite, Finanzierungspläne für Geschäftsideen und absolvieren Kurse und Ausbildungen. Die wirtschaftliche Stärkung durch Verarbeitung und Vermarktung von Produkten für den lokalen Markt strahlt in die ganze Region aus. So verhindert ein gesichertes Familieneinkommen nicht zuletzt ausbeuterische Kinderarbeit und ermöglicht den Schulbesuch von Kindern und Jugendlichen.

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