IGEPHA Jahrestagung: Kooperation mit Apotheken fördert Selbstmedikation

Wien (OTS) - Eine aktuelle Studie 1) zeigt, dass sich rund 23 Prozent der Österreicher mehr Beratung und Unterstützung von den Apothekern wünschen würden, um verstärkt auf ihre Gesundheit zu achten und um gleichzeitig leichte körperliche Beschwerden selbst behandeln zu können. Dieses Potential will die IGEPHA (Interessensgemeinschaft Österreichischer Heilmittelhersteller und Depositeure) nützen, um mehr Menschen dazu zu bewegen, bei leichten Beschwerden rezeptfreie Medikamente zu nehmen. Voraussetzung hierfür ist unter anderem eine gute Zusammenarbeit mit den Apothekern, wie am 09. Oktober 2008 anlässlich einer Podiumsdiskussion bei der IGEPHA-Jahrestagung in Wien bekräftigt wurde.

1) Nielsen: How to Drive Growth in Self Care - A Multi-Country Study Undertaken for AESGP, 2008

"Charter of Collaboration - gelebte Kooperation mit der österreichischen Apothekerschaft?" - lautete das Thema der Podiumsdiskussion, zu der Vertreter aus Apothekerschaft und Pharma-Industrie eingeladen waren. Ausgangspunkt der Diskussion bildete die "Charter of Collaboration", eine Vereinbarung des Europäischen Verbandes der Arzneimittel-Hersteller (AESGP) und der Pharmaceutical Group of the European Union (PGEU), um die Zusammenarbeit zwischen den Organisationen zu verstärken. Der Moderator der Veranstaltung, Mag. Alfred Grün, Geschäftsführer von Schülke & Mayr und Präsident der IGEPHA, brachte die Ergebnisse auf den Punkt: "Apotheker und OTC-Industrie sitzen im selben Boot. Die Industrie ist bereit, sich zu verändern und stößt damit auch auf Resonanz bei den Apothekern." Sowohl die Vertreter der OTC-Industrie* als auch der Apothekerschaft äußerten den Wunsch nach einer gemeinsamen Plattform, wobei der IGEPHA in Zukunft eine wichtige Funktion zukommen wird. Ein erster Schritt in diese Richtung war ein von der IGEPHA initiiertes Roundtable-Gespräch. Bei diesem ging es im offenen, konstruktiven Austausch von OTC-Management und Apothekerschaft darum, in Zukunft die Zusammenarbeit beider Partner zu intensivieren und das gegenseitige Vertrauen zu steigern. Wichtige Grundlage dafür ist die Kooperation mit dem Außendienst, denn dieser stellt das Bindeglied beider Parteien dar.

*) OTC -Produkte: "over the counter" - rezeptfreie Produkte in der Apotheke

Apotheken und OTC-Industrie sitzen im gleichen Boot

Jost Bolliger, Head of Sub-Region Europe South von Bayer Consumer Care, Basel, sprach in seinem Impulsreferat über die Entwicklung des Selbstmedikationsmarktes in Europa. "Die Selbstmedikation gewinnt an Bedeutung. Der OTC-Markt legt zu und ich gehe davon aus, dass 2009 der OTC-Bereich schneller wachsen wird als der Pharmabereich", so Bolliger. In Österrreich beträgt der Anteil der Selbstmedikation am Pharmamarkt derzeit ca. 11 Prozent. Weiters präsentierte Jost Bolliger in seinem Vortrag die zum Teil unterschiedlichen Interessenslagen und Erwartungshaltungen von Apothekerschaft und OTC-Industrie sowie das Thema "OTC-Außendienst im Wandel". Wie der IGEPHA Roundtable 2008 in Vorarlberg zeigte, erwarten Apotheker von Außendienst-Mitarbeitern ein besseres Geschäftsverständnis, effektive Kommunikation und gutes Produktwissen. "Wir investieren halb soviel in Publikumswerbung wie in den Außendienst. Das zeigt, wie wichtig uns der Außendienst ist. In der Bedarfsabstimmung müssen sich Apothekerschaft und Industrie noch näher kommen", so Bolliger. Zuletzt präsentierte Bolliger Beispiele gelebter Kooperation, wie beispielsweise den "Roundtable Selbstmedikation Österreich", das "Strategie-Seminar Selbstmedikation" und die die Aktivitäten der IDA (Innovation Deutsche Apotheke).

Auf die eingangs aufgeworfene Frage "Sitzen OTC-Industrie und Apothekerschaft im selben Boot?" antwortete Dr. Friedemann Bachleitner-Hofmann aus Sicht der Apotheker. "Wir müssen uns bewusst sein, dass es sich um Arzneimittel handelt und Arzneimittel Waren der besonderen Art sind. Unser Verhältnis ist das von siamesischen Zwillingen, die zusammen gehören. Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass Produkte, die in Apotheken gekauft werden, als höherwertig eingestuft werden." Unabdingbare Voraussetzung für den Verkauf sei eine entsprechende Beratung in den Apotheken. "Ich sehe ganz großes Potenzial in einer aktiven Beratung. Wir müssen in Apotheken beraten und nicht nur verkaufen oder Kundenwünsche erfüllen, sondern aktiv fragen, wozu das Produkt eingesetzt wird", so Bachleitner-Hofmann. Dr. Hubertus Cranz, Geschäftsführer der AESGP, Brüssel, erklärte zum Verhältnis von Apotheker und OTC-Industrie, dass "das Verhältnis der Zusammenarbeit noch nie so gut war wie zum aktuellen Zeitpunkt und dass OTC-Industrie und Apothekerschaft tatsächlich in einem Boot sitzen". Um ein besseres Verhältnis zu forcieren, werde auch sehr stark mit Universitätsprofessoren und Studenten zusammen gearbeitet, um das Thema der "besseren Beratung" zukünftig auch in Studienplänen aufzunehmen.

Über IGEPHA

Die IGEPHA wurde 1967 gegründet und vertritt Unternehmen, die rezeptfreie Arzneimittel und Gesundheitsprodukte herstellen, vertreiben und bewerben. Ziel der IGEPHA ist es, die Selbstmedikation im Interesse des modernen, mündigen Menschen zu fördern.

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