• 15.10.2008, 11:55:24
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Brenner Basistunnel: Größte UVP Österreichs biegt auf die Zielgerade

Öffentliche Erörterung und mündliche Verhandlung von 22.-24.10. in Innsbruck - Sachverständige bestätigen Umweltverträglichkeit

Innsbruck (OTS) - Die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für den
Brenner Basistunnel auf österreichischer Seite geht in die finale
Phase. Am 22. Oktober findet die öffentliche Erörterung statt, am 23.
und 24. Oktober folgt die mündliche Verhandlung. "Mit 24
Fachbereichen handelt es sich um die größte UVP Österreichs",
erläutert Konrad Bergmeister, Vorstandsdirektor der Brenner
Basistunnel SE.

Gutachter bestätigen Umweltverträglichkeit

Bereits im März 2008 wurde die Umweltverträglichkeitserklärung
(UVE) für den Tunnel auf österreichischer Seite eingereicht. Bis zur
mündlichen Verhandlung liegt das drei Bände umfassende
Umweltverträglichkeitsgutachten (UVG) in den 15 Tiroler
Standortgemeinden auf. Im UVG bestätigen alle Sachverständigen die
Umweltverträglichkeit des Projekts. Bergmeister: "Wir hoffen, dass
der positive UVP-Bescheid noch heuer vorliegt und die
Bauvorbereitungsarbeiten 2009 beginnen können." Der Baustart des
Haupttunnels wird für 2010 anvisiert, die Fertigstellung für Ende
2022.

Österreichs größter UVP gehen jahrelange, umfassende Vorarbeiten
voraus. "Bereits 2002 hat die BBT eine Arbeitstrasse zwischen
Innsbruck und Franzensfeste definiert und umfassende Untersuchungen
durchgeführt", sagt Bergmeister. "Die endgültige Trasse wurde dann
Anfang 2008 definiert - dabei sind alle Informationen der
geologischen Vorstudien unter Berücksichtigung einer nachhaltigen
Baulogistik, berücksichtigt worden. Es gab mehr als 25.000 Meter
Vorbohrungen, welche die bestmögliche BBT-Trasse garantieren."

Beweissicherung und Monitoring

Zentrale Maßnahmen, um die Umweltverträglichkeit zu gewährleisten,
sind eine umfassende Beweissicherung sowie kontinuierliches
Monitoring. "Es wird regelmäßige Kontrollen geben, um eventuelle
Auswirkungen auf die Umwelt zu analysieren und darstellen zu können."
Die Bauaktivitäten werden an ausgewählten Punkten überwacht und mit
den maßgebenden Grenzwerten und den Vorgaben der UVE verglichen.

Ausgeklügeltes Baustellenmanagement

Um die Belastungen während der Bauarbeiten für Bevölkerung und
Umwelt gering zu halten, setzt die Brenner Basistunnel SE auf ein
ausgeklügeltes Baustellenmanagement. "Unser Ziel ist es, möglichst
viel Baustellenverkehr über die Schiene bzw. über Förderbänder
abzuwickeln. So wird es in Steinach einen eigenen Gleisanschluss für
die Anlieferung von Baumaterialien geben."

Darüber hinaus wird eine nachhaltige Lösung bei der Deponierung
der Ausbruchmaterialien angestrebt. Die größte Deponie auf Tiroler
Seite wird das Padastertal mit einem Volumen von 7,7 Millionen m3
darstellen. Bergmeister: "Die Anbindung der Deponie Padaster erfolgt
über einen eigens errichteten Zugangsstollen, es entsteht also kein
Lkw-Verkehr im Tal." Mehr als die Hälfte des in Tirol anfallenden
Ausbruchmaterials könne so ohne Lkw-Verkehr deponiert werden.
Wiederverwertbares Ausbruchmaterial wird nach Möglichkeit im
Tunnelbau eingesetzt.

Vorreiterrolle bei Hydrogeologie

Eine weitere zentrale Anforderung in punkto Umweltverträglichkeit
ist der bestmögliche Schutz des Wasserhaushaltes im Berg und an der
Oberfläche über dem Tunnel. "Beim Brenner Basistunnel wurde höchster
Wert darauf gelegt, die Trasse mit dem geringsten Wasservorkommen zu
wählen", erklärt Ulrich Burger, Geologe der Brenner Basistunnel SE.
Im Rahmen der Beweissicherung werden derzeit rund 750 Quellen, 120
Bäche, 200 Grundwasser-Messstellen und einzelne Seen monatlich
überwacht. "Dieses Überwachungsprogramm ist für einen tiefliegenden
Tunnel einzigartig und wird auch nach den Bauarbeiten fortgesetzt
werden", sagt Burger.

Vorbohrungen

Bei den Planungen wurde auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit
von Hydrogeologen, Umweltplanern und Tunnelplanern gesetzt. "Dadurch
können Sondermaßnahmen eingeleitet werden, um die Belastungen zu
minimieren." Nach Vorgabe der Gutachter wird verlangt, dass in jedem
Fall - vor allem in den bereits heute bekannten kritischen
geologischen sowie hydrogeologischen Bereichen - im Tunnel gezielt
und systematisch vorgebohrt wird, bevor der Tunnelquerschnitt
bergmännisch oder maschinell hergestellt wird.

Ein internationales Erfolgsbeispiel für hydrogeologische
Sondermaßnahmen ist der Lötschbergtunnel. "Im Bereich der Therme
Leukerbad gelang des den Tunnelbauern erfolgreich, eine
wasserführende Zone abzudichten", erläutert Burger.

"Wir verfügen also über profunde internationale Erfahrungswerte",
erläutert Bergmeister. "Die neuesten Fachkenntnisse und Erfahrungen
aus der Schweiz konnten in die Planungen einbezogen werden."

Informationsoffensive

Bereits nach der Auflage des Umweltverträglichkeitsgutachtens in
den Standortgemeinden startete die BBT SE eine Informationsoffensive
in den Gemeindeämtern. Nächster Schritt sind die BBT-Informationstage
am 20. und 21. Oktober im Innsbrucker Competence Center am Grabenweg.
Bei der Veranstaltung beantworten die BBT-Experten jeweils von 14 bis
19 Uhr alle Fragen rund um die Trassenführung, die Baustellenlogistik
oder das Deponiemanagement

Rückfragehinweis:
Galleria di Base del Brennero - Brenner Basistunnel BBT SE
Ing.Christiane Wallig
Tel.: 0512-4030-550
mailto:[email protected]
http://www.bbt-se.com

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