• 10.10.2008, 12:33:41
  • /
  • OTS0160 OTW0160

Tag des Bleiberechts: Evangelische Kirchenbank beim Sesselmeer

Bischof Bünker: Bleiberecht statt Gnadenakt - Honorarfreie Bilder auf http://foto.evang.at

Wien (OTS) - Mit einem "Sesselmeer" in allen österreichischen
Bundesländern ist am Freitag der internationale Tag des Bleiberechts
begangen worden. Mehrere hundert Menschen hatten sich unter anderem
in Wien am Ballhausplatz vor Hofburg und Bundeskanzleramt
eingefunden, um auf die Situation von Flüchtlingen in Österreich
aufmerksam zu machen. Unter den Teilnehmern befanden sich auch der
evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker und der reformierte
Landessuperintendent Thomas Hennefeld. Sie hatten eine Kirchenbank
aus der Pfarrgemeinde Floridsdorf mitgebracht, auf der, so Bünker,
"in den frühen 80er Jahren schon Flüchtlinge gesessen sind".

Nadja Lorenz, Vorsitzende von SOS Mitmensch und Mitorganisatorin des
"Sesselmeers", freute sich über den regen Zulauf. Ob sie darüber
überrascht sei: "Ja, eigentlich schon." Der Erfolg der Aktion habe
sich allerdings schon im Vorfeld abgezeichnet, so hätte viele
Menschen, die einen "Kontrapunkt zum Rechtsruck" setzen wollten, ihr
Kommen angekündigt. Neben dem Sesselmeer hat es am Ballhausplatz auch
Informationsstände von Flüchtlingsorganisationen gegeben. Auf einem
Transparent war zu lesen: "Bleiberecht jetzt!"

Bünker zeigte sich zuversichtlich, was die Einführung eines
Bleiberechts in Österreich betrifft. "Wir sehen die Chancen auf die
Durchsetzung immer gut", sagte er im Gespräch mit Journalisten. Das
Sesselmeer soll zeigen, "wieviel Platz für hier lebende integrierte
Menschen vorhanden wäre". Im Vorfeld hatten die evangelischen Kirchen
und die Diakonie auch die Pfarrgemeinden zur Beteiligung aufgerufen.
Es sei "hoch an der Zeit", dass Österreich endlich ein Bundesgesetz
zur Zuerkennung eines Bleiberechtes für lange hier lebende und gut
integrierte AusländerInnen schaffe. Dies wäre "kein Gnadenakt,
sondern lediglich der notwendige Tribut an die eigene
Bundesverfassung".

Landessuperintendent Hennefeld hatte Bünker gemeinsam mit Christoph
Riedl vom Evangelischen Flüchtlingsdienst beim Tragen der Kirchenbank
geholfen. Er betonte, dass es sich beim "Sesselmeer" nicht um reinen
Aktionismus handle, sondern um eine "seriöse Angelegenheit". Von der
Bevölkerung gebe es dafür großes Verständnis, so Hennefelds
Erfahrungen im Vorfeld. Die Kirchen dürften jetzt nicht den Fehler
machen, die Forderung nach einem Bleiberecht vom Wahlergebnis
abhängig zu machen.

Rückfragehinweis:
epdÖ
Tel.: (01) 712 54 61 DW 12
Dr. Thomas Dasek
mailto:[email protected]
http://www.evang.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | EPD

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel