• 09.10.2008, 13:53:41
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FORMAT: Anzeige der FMA zur Causa Immofinanz

Vorwurf unrichtiger oder verschleiernder Information

Wien (OTS) - Nach dem Rücktritt von Immofinanz-Chef Karl
Petrikovics gehen jetzt die Wogen hoch. Gestern am Nachmittag langte
eine Anzeige der Finanzmarktaufsicht (FMA) zu Vorgängen rund um die
Constantia Privatbank bei der Staatsanwaltschaft Wien ein. Ein
Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte FORMAT gegenüber aber den
Erhalt.

Die Constantia, deren Boss bis zum Sommer ebenfalls Petrikovics war,
managte bis vor kurzem die Immofinanz und deren Tochter Immoeast. In
der Sachverhaltsdarstellung der FMA geht es laut FORMAT um § 255
Aktiengesetz. Der bedroht einen Vorstand oder Aufsichtsrat mit
Strafe, wenn er "in Berichten, Darstellungen oder Übersichten … die
Verhältnisse der Gesellschaft oder mit ihr verbundener Unternehmen
oder erhebliche Umstände … unrichtig wiedergibt, verschleiert oder
verschweigt" (Strafrahmen: bis zu einem Jahr).

Dem Vernehmen nach dürften die Vorwürfe der FMA unter anderem im
Zusammenhang mit 39,3 Millionen Stück Immofinanz-Aktien stehen, die
in drei Töchtern der Constantia geparkt waren. Diese Papiere soll die
Bank mit einem Darlehen der Immofinanz erworben haben. Gemeldet wurde
allerdings nie, dass sich knapp neun Prozent der Immofinanz im Besitz
der Constantia befanden.

Karl Petrikovics hatte immer signalisiert, die Papiere seien für
Kunden der Bank treuhändisch gehalten worden. Sowohl er als auch
Immofinanz-Aufsichtsratschef Wolfgang Reithofer sagten gestern, noch
nichts von einer Sachverhaltsdarstellung zu wissen.

Anfang März 2008 übernahm dann der Investor Rudolf Fries die
Aktien-Pakete und ist seither der größte Einzelaktionär der
Immofinanz. Zuvor musste die Constantia Bank noch 178 Millionen Euro
an Gesellschafterzuschüssen in die drei Töchter pumpen, um die bis
dahin angefallenen Kursverluste auszugleichen.

In diesem Zusammenhang berichtet FORMAT über ein weiteres Detail, das
noch viel Aufregung erzeugen könnte. Fries war nämlich zu dem Deal
nur gegen Sicherheiten bereit. Der gelernte Anwalt erhielt via
Petrikovics daher eine Put-Option gegenüber der Constantia Packaging
BV. Das ist jene Holding, über die Christine de Castelbajac, Tochter
von Konzerngründer Herbert Turnauer und Eigentümerin der Constantia
Bank, das börsennotierte Verpackungsunternehmen Constantia Packaging
hält. Castelbajac ist damit verpflichtet, von Fries den überwiegenden
Teil seiner Immofinanz-Aktien zu einem kolportierten Kurs von sieben
Euro zurückzunehmen. Die Papiere haben seit Abschluss des Geschäftes
rund 220 Millionen Euro an Wert verloren. Macht Fries von seinem
Rückgaberecht Gebrauch, dann muss die Constantia Packaging BV diesen
Verlust einstecken, berichtet FORMAT.

Rückfragehinweis:
Format Business
Tel.: (01) 217 55/0

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