• 09.10.2008, 11:00:00
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PRÖLL: Weltnaturschutzkongress diskutiert nachhaltigen Umgang mit Natur

Schutz von Amphibien und Verbot von Streumunition sind Themen beim Weltnaturschutzkongress der Weltnaturschutzunion (IUCN) in Barcelona

Wien (OTS) - Weltweit sind 32 Prozent der Amphibien gefährdet und
mindestens 34 Amphibien-Arten bereits ausgestorben. Als Maßnahmen zum
Schutz sind verstärkte Forschung, spezielle Maßnahmen in
Schutzgebieten, die Schaffung von ökologischen Korridoren und die
verbesserte Zusammenarbeit aller Organisationen, die mit dem Schutz
von Amphibien zu tun haben, vorgesehen. Auch in Österreich werden
alle Amphibien gemäß neuer bundesweiter "Roter Liste" als gefährdet
oder zumindest auf der Vorwarnliste geführt. Daher hat für Österreich
der Antrag zum Schutz von Amphibien besondere Bedeutung beim
Weltnaturschutzkongress. "Artenvielfalt ist Teil unserer
Lebensgrundlage - vom Nahrungsmittel bis zur Arznei, vom Rohstoff bis
zum Waldspaziergang. Um für künftige Generationen diese Vielfalt zu
erhalten, ist ein weltweit vernetztes Handeln nötig", so
Landwirtschafts- und Umweltminister Josef Pröll anlässlich der vom 5.
- 14. Oktober 2008 in Barcelona stattfindenden Konferenz der
Weltnaturschutzunion.

Gefährdete Amphibien in Österreich sind etwa die Kreuzkröte (vom
Aussterben bedroht), der europäische Laubfrosch, der Donaukammolch,
die Knoblauchkröte (stark gefährdet) und der Feuersalamander
(gefährdet). Amphibien benötigen sowohl Land- als auch
Wasserlebensräume. Die Ansprüche an einen intakten, auf verschiedenen
Biotoptypen zusammengesetzten Lebensraum sind daher höher als bei
anderen Tiergruppen. Zum Schutz der Amphibien werden in Österreich
sowohl Maßnahmen zum Schutz der Lebensräume, als auch konkrete
Artenschutzprojekte, wie etwa dem grenzüberschreitenden EU-Projekt
zum Amphibienschutz im Alpen-Adriaraum, das die
Lebensraumzerschneidung durch Verkehrswege behandelt, durchgeführt.

Verbot von Streumunition

Ein weiterer Antrag beim Weltnaturschutzkongress betrifft für die
Umwelt nachteilige militärische Aktivitäten. Diese sind Inhalt einer
Konvention ("Convention on Cluster Munition"), die ein Verbot von
Streumunition vorsieht. Österreich hat zusammen mit einer Kerngruppe
von anderen Staaten eine Vorreiterrolle zu diesem Verbot eingenommen.

Der alle vier Jahre abgehaltene Weltnaturschutzkongress der
Weltnaturschutzunion (IUCN) findet vom 5. - 14. Oktober 2008 in
Barcelona, Spanien, statt. Schwerpunkte sind die Themen Klimawandel,
Schutz der Biodiversität sowie die Umwelt als Le-bensgrundlage für
den Menschen. 8000 Entscheidungsträger aus dem Bereich Umwelt- und
Naturschutz aus 177 Staaten (Vertreter von Regierungen, NGOs,
Wissenschaft und Wirtschaft) treffen im Rahmen der Konferenz
zusammen, um Maßnahmen und Lösungen für einen nachhaltigen Umgang
mit der Natur zu beschließen. Österreich ist durch das
Lebensministerium als Mitgliedsorganisation der IUCN vertreten.

Die IUCN wurde 1948 gegründet und feiert heuer ihr 60-jähriges
Bestehen. IUCN-Präsident Valli Moosa blickte bei der Eröffnung auf 60
Jahre Arbeit im internationalen Naturschutz zurück und unterstrich
gleichzeitig die Dringlichkeit für künftige nachhaltige Lösungen in
allen Politikbereichen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.iucn.org

Rückfragehinweis:
Lebensministerium
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71100 DW 6703, DW 6823

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