7. Oktober 38/08 - 70 Jahre katholische Demonstration gegen das NS-Regime

Wien (OTS) - 70 Jahre nach der größten Demonstration gegen das NS-Regime im Dritten Reich, dem Rosenkranzfest am 7. Oktober 1938, fand am Jahrestag 2008 im und vor dem Stephansdom eine Gedenkveranstaltung statt.

Der Wiener Mittelschüler-Kartell-Verband (MKV), die Katholische Jugend der Erzdiözese Wien (KJ) und der Österreichische Cartellverband - Wien (ÖCV) veranstalteten am Abend des 70 Jahrestag des "Rosenkranzfestes 1938" einen gemeinsamen Gedenkgottesdienst im Stephansdom mit anschließender Kundgebung vor dem Dom. An der Gedenkveranstaltung unter der Leitung von Kardinal Schönborn nahmen gut 3.500 Gläubige, darunter zahlreiche Jugendliche aber auch Zeitzeugen, teil.

Nach dem Anschluss im März 1938 wurden sämtliche nicht nationalsozialistischen Vereine und Verbände aufgelöst und verboten, unter anderem sämtliche Studentenverbindungen des MKV und ÖCV. Dennoch kamen am 7. Oktober 1938 über 7000 junge Menschen, darunter viele katholische Couleurstudenten, zum traditionellen Rosenkranzfest in den Dom. Nach der Feier im Dom, bei der Kardinal Innitzer von der alten Pilgramkanzel predigte: "Einer ist euer Führer, Jesus Christus!", sangen die jungen Menschen voll Begeisterung am Stephansplatz und skandierten Rufe wie: "Wir wollen unseren Bischof sehen!" (in Anlehnung an "Wir wollen unseren Führer sehen!"). Einige Teilnehmer wurden noch am selben Tag verhaftet, am 8. Oktober 1938 stürmte und verwüstete die Hitlerjugend das Erzbischöfliche Palais und das Curhaus am Stephansplatz und warf einen Priester aus dem Fenster des Curhauses. Am 13. Oktober 1938 kam es dann am Heldenplatz zu einer kirchenfeindlichen und antisemitischen nationalsozialistischen Massenkundgebung. Die Rosenkranzandacht am 7. Oktober 1938 war die bedeutendste Demonstration gegen das NS-Regime.

Bei seiner Predigt - wie 1938 von der Pilgramkanzel - erinnerte Kardinal Schönborn an die mutigen Worte seines Vorgängers. Schönborn:
"Auch heute gilt es zu sagen, ich habe Vertrauen in Euch und in die Zukunft". Ebenso wie 1938 erhallte zum Abschluss des Gottesdienstes das Herz-Jesu Bundeslied "Auf zum Schwure Volk und Land" - damals wie heute - ein Bekenntnis zu Christus und gegen das damalige Regime.

Bei der anschließenden Kundgebung erinnerte ein Zeitzeuge an den Geschehnisse vor 70 Jahren und appellierte eindringlich an die anwesenden Jugendlichen "treu zur Kirche zu stehen". Danach stellten 50 Jugendliche der Katholischen Jugend mit leuchtenden Lampions einen symbolischen Rosenkranz dar, wobei jeder Lampion eine Botschaft transportierte. Den Abschluss bildete die Ansprache des jungen Augustinerchorherr und Couleurstudent Petrus Stockinger, der besonderes die - auch heute notwendige - persönliche Entscheidung jedes einzelnen für Jesus Christus (und somit gegen die Gottlosigkeit) betonte.

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