• 02.10.2008, 12:36:48
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FORMAT: Androsch: "Ausgeglichenes Budget ist jetzt der falsche Weg"

Treichl: "Finanzkrise ist die größte Krise, die ich erlebt habe"

Wien (OTS) - Erste-Bank-Chef Andreas Treichl und der Industrielle
Hannes Androsch fordern angesichts der Finanzkrise eine rasche
Steuerreform sowie Investitionen in Bildung, Forschung und Energie,
um die Konjunktur zu beleben. Beide Wirtschaftsbosse halten deshalb
auch ein Festhalten am Nulldefizit für nicht unbedingt erforderlich.

Treichl: "Wenn man echte Reformen in Angriff nimmt und die
Grundbelastung durch den Staat (mit einer Steuerreform, Anm.) gesenkt
wird, habe ich kein Problem mit einem höheren Budgetdefizit."

SPÖ-Wirtschaftsberater Androsch wiederum plädiert an seine eigene
Partei, im Zuge einer Steuerreform auch die Leistungsträger zu
entlasten. Androsch: "Es müssen Einkommen nicht bis 4.000, sondern
bis 7.000 Euro im Monat entlastet werden - und der Spitzensteuersatz
endlich gesenkt werden. Das müssen auch meine Freunde in der Partei
und Gewerkschaft verstehen."

Beide fordern von der Politik mehr Mut, die Sorgen der Menschen ernst
zu nehmen und auch unpopuläre Maßnahmen (am Beispiel der
Pensionsreform) in Angriff zu nehmen. Treichl: "Man sollte in einer
solchen Phase niemanden in die Regierung aufnehmen, der nach vier
Tagen ein Burn-out-Syndrom bekommt, weil er sich zwischen Ministerium
und dem Jaguar nicht zurecht findet."

Rückfragehinweis:
Format
Tel.: (01) 217 55/4177

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