- 25.09.2008, 09:17:43
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Marek: Auf Frauen verzichten, heißt Geld vernichten
Erfolgreicher Call "Initiative Frauenförderung" mit rund 50 Einreichungen
Wien (BMWA-OTS) - "Österreichs Unternehmen setzen auf Frauen",
sagte Wirtschafts- und Arbeitsstaatssekretärin Christine Marek
anlässlich einer ersten Bilanz zum Call "Initiative Frauenförderung"
des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit, der heuer im Juni
gestartet wurde. Rund 50 Unternehmen aller Größenordnungen seien dem
Aufruf zur Teilnahme an diesem Wettbewerb gefolgt, der die
Auszeichnung von Frauenförderplänen in Betrieben zum Ziel habe.
"Die erste Zwischenbilanz fällt sehr gut aus und sie zeigt, dass
Frauenförderung und Diversity Management wichtige Themen in der
österreichischen Wirtschaft sind", so Marek. Die eingereichten
Frauenförderpläne seien von hoher Qualität und zeigten, dass das
Eingehen auf die Bedürfnisse von Mitarbeiterinnen weiter verbreitet
sei, als vielfach angenommen werde. "Insbesondere Maßnahmen zur
Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie zur Kinderbetreuung stehen
im Mittelpunkt von gezielten betrieblichen Fördermaßnahmen. Aber auch
im Bereich der individuellen Karriereförderung und der Ermöglichung
des Zugangs zu 'untypischen' Berufen treffen die Unternehmen, die im
Rahmen des Wettbewerbs eingereicht haben, vorbildliche Maßnahmen",
sagte die Staatssekretärin weiter.
Besonders erfreut zeigte sich Marek in ihren Ausführungen über die
Vielfalt der einreichenden Unternehmen: "Bei mehr als der Hälfte der
einreichenden Unternehmen handelt es sich um kleine Unternehmen.
Frauenförderung ist eben nicht nur Sache von Großbetrieben. Auch
branchenmäßig ist bei den Einreichungen eine breite Streuung zu
verzeichnen."
Es habe sich gezeigt, dass Frauenförderung genau dann wirksam sei,
wenn sie auf die individuellen Umstände des Betriebes und seiner
Mitarbeiterinnen abgestimmt sei, so Marek zu den ersten Schlüssen aus
den Einreichungen. Dies stelle auch die Jury, die im Oktober die zehn
besten Projekte auswählen und mit je 10.000 Euro prämieren werde, vor
eine schwierige Aufgabe. Denn die Konzepte seien so individuell wie
die Geschäftsmodelle und die Betriebe.
Der Call "Initiative Frauenförderung" unterstreiche die
Notwendigkeit von gezielten Maßnahmen für den Bereich der
Frauenförderung. Ein möglicher Ansatz für weiterführende Maßnahmen
sei die Etablierung eines Förderprogramms zur gezielten Unterstützung
der Wirtschaft bei der Einführung und Umsetzung von
Frauenförderungsmaßnahmen. "Die sollte auf drei Säulen ruhen:
Bewusstseinsbildung, Beratungsförderung und Umsetzungsförderung.
Wichtig ist dabei, dass die Förderung von Gleichstellungsaspekten in
der Wirtschaft ergänzend zu den bestehenden Förderinstrumenten sein
muss. Für einen Abtausch von Investitionsförderung gegen
Frauenförderung stehe ich - gerade bei sich eintrübenden
Konjunkturaussichten - nicht zur Verfügung. Das kommt für mich nicht
in Frage, da restriktive Förderansätze der Wirtschaft und letztlich
auch den Frauen schaden", hielt die Staatssekretärin fest. "Ich
plädiere darüber hinaus auch für gezielte Schwerpunktsetzungen." Wie
die Analyse der Einreichungen gezeigt habe, sei zum Beispiel im
Bereich der Transparenz der Entlohnung oder bei Maßnahmen zur
frauenfreundlichen Gestaltung der Arbeitsumgebung die
Bewusstseinsbildung noch weniger fortgeschritten als etwa im Bereich
von Wiedereinstiegsmodellen oder Familienfreundlichkeit.
"Von gezielten Maßnahmen können nicht nur Frauen profitieren", ist
Marek überzeugt. "Auch wenn für mich als Wirtschafts- und
Arbeitsstaatssekretärin und Frauenpolitikerin gerade die Anliegen von
Frauen besondere Bedeutung haben, muss unser Ziel ein Abbau aller
Ungleichbehandlungen in der Wirtschaft sein." Transparenz,
Individualität der Lösungen, Schaffung von Wahlmöglichkeiten und
nachhaltige Lösungen seien dabei gefragt.
Gerade in schwierigen Zeiten sei es für Betriebe wichtig, ihr
Kapital - also ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - zu schützen
und in ihrer Weiterentwicklung bestmöglich zu fördern. "Die
Wirtschaft kann auf Frauen, auf deren Erfahrung und deren
Leistungsbereitschaft nicht verzichten", so die Staatssekretärin
abschließend.
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit
Staatssekretariat: DI (FH) Lukas Pohl, Tel.: (01) 711 00-5838
Referat Presse: Dr. Harald Hoyer, Tel.: (01) 711 00-5130
mailto: presseabteilung@bmwa.gv.at
Internet: http://www.bmwa.gv.at
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