- 24.09.2008, 09:30:00
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Medikamentenpreise: Draufgezahlt
"Konsument": Teils hohe Preissteigerungen bei rezeptfreien Medikamenten.
Wien (OTS) - Klagen von "Konsument"-Lesern über gestiegene
Medikamentenpreise nahmen in den vergangenen Monaten zu. Die
Pharmaindustrie spricht dagegen von einer Verbilligung bei
Medikamenten. Beide Seiten haben recht. Ein genauerer Blick zeigt,
dass es bei rezeptfreien Präparaten im ersten Halbjahr 2008 teilweise
markante Preissteigerungen gab, während vor allem bei
rezeptpflichtigen Medikamenten die Preise reduziert wurden. Für den
Konsumenten fällt letzteres aber nicht ins Gewicht: In der Regel ist
die Rezeptgebühr von 4,80 Euro zu bezahlen.
Dem Österreichischen Apothekerverband zufolge verteuerten sich
Arzneimittel im Zeitraum von Jänner 2006 bis Juni 2008 lediglich um
1,8 Prozent. Aus dem Verband der pharmazeutischen Industrie
Österreichs (Pharmig) heißt es, dass alleine im vergangenen Jahr für
rund 840 Medikamente Preisreduktionen vereinbart wurden. Zwar sank
tatsächlich bei hunderten Medikamenten der Preis. Allerdings geschah
das fast ausschließlich bei rezeptpflichtigen Präparaten. Da für
Konsumenten in der Regel die Rezeptgebühr anfällt, werden viele
Preisreduktionen nicht spürbar.
Die Preisentwicklung von rezeptfreien Präparate zeigt wiederum,
dass es bei den 3.101 (Stand Juni 2008) in österreichischen Apotheken
erhältlichen Medikamenten im ersten Halbjahr 2008 zum Teil drastische
Steigerungen gab: 482 Präparate wurden teurer, 35 davon sogar um mehr
als dreißig Prozent. Lediglich sechs Mittel wurden billiger.
Spitzenreiter in Sachen Teuerung bei den rezeptfreien Präparaten sind
die "Pankreoflat Dragees" von Solvay. Der Preis für eine
25-Stück-Packung stieg um 198,8 (!) Prozent von 4,15 auf 12,40 Euro.
Ebenfalls bemerkenswert: 13 der 35 Präparate sind Homöopathika -
größtenteils aus dem Hause Weleda.
Als Gründe für die massiven Aufschläge nannten die Hersteller bzw.
Vertreiber der Präparate unter anderem gestiegene Preise für
Rohstoffe, Transport und Verpackung. Sie verwiesen zudem darauf, dass
die Preise der betreffenden Produkte über lange Zeit konstant
geblieben waren. Alternativ zur Preiserhöhung wäre häufig nur ein
Rückzug vom österreichischen Markt in Frage gekommen.
Doch auch Konsumenten haben die Wahl: "Beim Kauf von rezeptfreien
Medikamenten am besten nach gleichwertigen Alternativen fragen", rät
"Konsument"-Gesundheitsredakteur Bernhard Matuschak.
Weitere Informationen zu diesem Thema sind ab 25.9. im
Oktober-"Konsument" und ab sofort auf www.konsument.at zu finden.
Rückfragehinweis:
Verein für Konsumenteninformation/ Testmagazin "Konsument" Mag. Sabine Burghart Öffentlichkeitsarbeit Tel.: 01/588 77 - 256 Email: sburghart@vki.at www.konsument.at
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