PatientInnenanwalt gegen "Hausarztzwang"

Wiener PatientInnenanwalt Brustbauer steht einer E-Card-Sperre für eigenständige Facharztkonsultation skeptisch gegenüber

Wien (OTS) - Der Österreichische Hausärzteverband (ÖHV) hat sich dafür ausgesprochen, den freien Zugang der PatientInnen zum Facharzt einzuschränken.

Brustbauer äußert sich skeptisch zu weiteren Einschränkungen. Solche existieren für bestimmte Facharztsparten ohnehin schon. - So komme niemand auf die Idee zum Röntgenfacharzt zu gehen und auf eigene Faust Röntgenbilder anfertigen zu lassen. Ähnliches gilt für Laboruntersuchungen oder für physikalische Medizin.

Wenn etwa Frauen vor regelmäßigen gynäkologischen Untersuchungen sich vom Allgemeinmediziner zum Facharzt überweisen lassen müssten, sind statt einem dann zwei Arztbesuche notwendig, wovon einer nur dazu dient, sich überweisen zu lassen. "Was der zusätzliche Zeitaufwand für die Teilnahmequote an dieser wichtigen Krebsvorsorge bedeuten kann, liegt auf der Hand", gibt Brustbauer zu bedenken.

Brustbauer sieht die freie ÄrztInnenwahl eingeschränkt

"Die Zeit, in der vom Dienstgeber nur eine beschränkte Zahl von Facharztscheinen ausgegeben wurde, ist mit der E-Card endgültig überwunden", stellt Brustbauer unter Hinweis auf die damit wesentlich freiere Arztwahl fest. Es sei letztlich aber auch eine Frage der freien Arztwahl, ob man den Hausarzt/die Hausärztin oder doch einen Facharzt/eine Fachärztin aufsuchen möchte.

Großes Vertrauen zu AllgemeinmedizinerInnen

Gerade die immer weiter fortschreitende Entwicklung und Spezialisierung der Medizin macht es notwendig, dass es eine Arztsparte gibt, die den Gesamtüberblick behält. Die HausärztInnen als AllgemeinmedizinerInnen sind dafür ideal geeignet und selbstverständlich sollen sie auch zukünftig PatientInnen bei Bedarf an FachärztInnen überweisen können. "Daran, dass PatientInnen in aller Regel ohnehin zuerst den Hausarzt/die Hausärztin aufsucht, wird sich so rasch kaum etwas ändern", ist sich Brustbauer sicher. Meist stehen die AllgemeinmedizinerInnen den PatientInnen bei Bedarf auch viel rascher zur Verfügung, während bei FachärztInnen terminbedingte Wartezeiten existieren. Außerdem bringen die meisten PatientInnen gerade ihrem Hausarzt/ihrer Hausärztin besonders großes Vertrauen entgegen. "Sich dennoch im Einzelfall direkt an FachärztInnen zu wenden, tut dem sicher keinen Abbruch", ist Brustbauer überzeugt. Das hat auch gar nichts damit zu tun, dass die HausärztInnen weiterhin eine sehr zentrale Rolle für die PatientInnen spielen sollen. (Schluss) neu

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