• 23.09.2008, 12:13:01
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Silhavy fordert freiwillige Selbsterklärung der Ärzte gegen Schönheitsoperationen an Minderjährigen

Silhavy: "Setze auf Information und Aufklärung für Mädchen und junge Frauen"

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Wien (SK) - "80 Prozent der unter 30-jährigen Frauen würden sich
einer Schönheitsoperation unterziehen. In Deutschland wünscht sich
jedes fünftes Kind zwischen neun und 14 Jahren eine
Schönheitsoperation", präsentierte Frauenministerin Heidrun Silhavy
heute in einer Pressekonferenz alarmierende Zahlen. "Dieses Thema
bedarf mehr öffentlicher Aufmerksamkeit", hielt Silhavy fest.
Besonders alarmierend sei, dass sich bereits Kinder in der sensiblen
Phase der Pubertät eine Schönheitsoperation wünschen. ****

Silhavy möchte diesem Problem jedoch nicht mit Verboten
gegenübertreten, sie setze auf "Information und Aufklärung". Die
Frauenministerin sprach sich auch für die Empfehlung des
EU-Parlaments, Brustimplantate bei Minderjährigen nur aus
medizinischen Gründen zu erlauben, aus. "Schön wäre es, wenn es eine
freiwillige Selbsterklärung von Ärztinnen und Ärzten gebe,
Schönheitsoperationen an Minderjährigen nicht durch zu führen",
forderte Silahvy. Sei es ohne Verbote jedoch nicht möglich, müsse man
sich welche überlegen.

Schönheitsoperationen seien in den USA bereits ein milliardenschweres
Geschäft, so Silhavy, und auch in Österreich werden jährlich zwischen
70.000 und 80.000 Eingriffe gemacht. Wer eine Schönheitsoperation
durchführen lässt, für den sei eine "Operationskarriere"
vorprogrammiert: "Die meisten Implantate müssen all zehn bis 15 Jahre
ausgewechselt werden", warnte Silhavy.

Groth: Politik muss sich dem Thema annehmen anstatt dem freien
Markt überlassen

Sylvia Groth, Leiterin des Frauengesundheitszentrums in Graz sprach
sich für Initiativen zur Stärkung des Selbstbewusstseins von Mädchen,
das in der Phase der Pubertät "einen Einbruch erleidet", aus. Bei
Befragungen stellte sich heraus, dass für Mädchen in der Pubertät
Oberschenkel und Brüste zu jenen Körperteilen zählen, die sie am
meisten ablehnen, weil sie diese auch am wenigsten verändern können.
Daher bilden Mädchen auch eine geeignete Zielgruppe für aggressive
Werbung von Schönheitsinstituten. "Die Politik muss sich dieses
Themas annehmen, sonst bleibt es völlig dem Markt überlassen",
forderte Groth. Auf die Nachfrage von Zahlen erklärte Groth: "Es gibt
keine zuverlässigen Zahlen, da diese hochgeschraubt werden, damit
der Eindruck der Normalisierung entsteht."
(Schluss) df

Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Tel.: 01/53427-275,
Löwelstraße 18, 1014 Wien, http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

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