Silhavy fordert freiwillige Selbsterklärung der Ärzte gegen Schönheitsoperationen an Minderjährigen

Silhavy: "Setze auf Information und Aufklärung für Mädchen und junge Frauen"

Wien (SK) - =

"80 Prozent der unter 30-jährigen Frauen würden sich
einer Schönheitsoperation unterziehen. In Deutschland wünscht sich jedes fünftes Kind zwischen neun und 14 Jahren eine Schönheitsoperation", präsentierte Frauenministerin Heidrun Silhavy heute in einer Pressekonferenz alarmierende Zahlen. "Dieses Thema bedarf mehr öffentlicher Aufmerksamkeit", hielt Silhavy fest. Besonders alarmierend sei, dass sich bereits Kinder in der sensiblen Phase der Pubertät eine Schönheitsoperation wünschen. ****

Silhavy möchte diesem Problem jedoch nicht mit Verboten gegenübertreten, sie setze auf "Information und Aufklärung". Die Frauenministerin sprach sich auch für die Empfehlung des EU-Parlaments, Brustimplantate bei Minderjährigen nur aus medizinischen Gründen zu erlauben, aus. "Schön wäre es, wenn es eine freiwillige Selbsterklärung von Ärztinnen und Ärzten gebe, Schönheitsoperationen an Minderjährigen nicht durch zu führen", forderte Silahvy. Sei es ohne Verbote jedoch nicht möglich, müsse man sich welche überlegen.

Schönheitsoperationen seien in den USA bereits ein milliardenschweres Geschäft, so Silhavy, und auch in Österreich werden jährlich zwischen 70.000 und 80.000 Eingriffe gemacht. Wer eine Schönheitsoperation durchführen lässt, für den sei eine "Operationskarriere" vorprogrammiert: "Die meisten Implantate müssen all zehn bis 15 Jahre ausgewechselt werden", warnte Silhavy.

Groth: Politik muss sich dem Thema annehmen anstatt dem freien Markt überlassen

Sylvia Groth, Leiterin des Frauengesundheitszentrums in Graz sprach sich für Initiativen zur Stärkung des Selbstbewusstseins von Mädchen, das in der Phase der Pubertät "einen Einbruch erleidet", aus. Bei Befragungen stellte sich heraus, dass für Mädchen in der Pubertät Oberschenkel und Brüste zu jenen Körperteilen zählen, die sie am meisten ablehnen, weil sie diese auch am wenigsten verändern können. Daher bilden Mädchen auch eine geeignete Zielgruppe für aggressive Werbung von Schönheitsinstituten. "Die Politik muss sich dieses Themas annehmen, sonst bleibt es völlig dem Markt überlassen", forderte Groth. Auf die Nachfrage von Zahlen erklärte Groth: "Es gibt keine zuverlässigen Zahlen, da diese hochgeschraubt werden, damit der Eindruck der Normalisierung entsteht."
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