- 18.09.2008, 10:52:03
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FORMAT: Gallup-Umfrage: Mehrheit der Befragten kann Wahlkampfslogans nicht richtig zuordnen
SPÖ und Grüne sind Testsieger, FPÖ, BZÖ und ÖVP mit schlechten Werten
Wien (OTS) - Die Mehrheit von insgesamt 400 befragten
wahlberechtigten Österreichern kann die Wahlkampfslogans der fünf
größten Parteien (SPÖ, ÖVP, FPÖ, Grüne, BZÖ) nicht richtig zuordnen.
Das geht aus einer FORMAT exklusiv vorliegenden telefonisch
durchgeführten Gallup-Umfrage hervor (Befragungszeitraumm 5. bis 10.
September). Der Chef der deutschen Markenstrategieberatung
Brand:Trust Klaus Dieter Koch, der die Umfrage in Auftrag gab,
begründet das schlechte Abschneiden der Österreicher mit generellem
Informationsüberfluss und mangelnder Glaubwürdigkeit der Parteien.
Insgesamt wurden zehn Slogans unter die Lupe genommen, zwei pro
Großpartei. Die untersuchten Sprüche: "Sozial. Entschlossen.
Zuverlässig.", "Faymann. Die neue Wahl." (beide SPÖ), "Neustart statt
Stillstand.", "Steuern runter!" (beide ÖVP), "Wir für Euch", "Soziale
Sicherheit für unsre Leut" (beide FPÖ), "Den sozialen Weg gehen.
Deinetwegen. Österreich.", "Ärmel aufkrempeln und anpacken.
Deinetwegen. Österreich." (beide BZÖ), "Dauerstreit? Nicht mit mir.",
"blockieren? nicht mit mir" (beide Grüne).
Als Testsieger sind SPÖ und Grüne hervorgegangen. Der SPÖ-Spruch
"Sozial. Entschlossen. Zuverlässig." belegte mit 49 Prozent
Zuordnungswert den ersten Platz. Die Grünen sind hingegen die einzige
Partei, deren beide Wahlkampfaussagen mehrheitlich keiner anderen
Fraktion zugeordnet wurden. Das heißt: Jede andere Partei hat
zumindest einen Slogan, der mehrheitlich falsch oder gar nicht
zugeordnet wurde. 27 Prozent haben Alexander Van der Bellens Spruch
"Blockieren? Nicht mit mir" korrekt erkannt, bei "Dauerstreit? Nicht
mit mir" waren es 28 Prozent. "SPÖ und Grüne haben sich als Marken
klar positioniert. Sie sind mit ihren Aussagen glaubwürdig",
begründet Koch das gute Ergebnis.
Weniger gut ist es für FPÖ, BZÖ und ÖVP gelaufen. "Soziale Sicherheit
für unsere Leut" (FPÖ) wurde von nur 24 Prozent richtig zugeordnet,
33 Prozent der Befragten hielten ihn für einen SPÖ-Sager. "Das
Problem ist hier die fehlende Glaubwürdigkeit", begründet Koch. Im
Klartext: Weil in Österreich der soziale Begriff mit der SPÖ
verbunden sei, decke sich der FPÖ-Sager auf dem Plakat nicht mit dem,
was der Wähler gemeinhin mit den Freiheitlichen assoziiere. Dadurch
verpuffe die neue Information oder sie werde, was wahrscheinlicher
sei, einer anderen Partei zugerechnet. "Die FPÖ hat also für die SPÖ
Werbung gemacht."
Neben Strache hat auch BZÖ-Chef Jörg Haider SPÖ-Kontrahenten Werner
Faymann in die Hände gespielt: Der BZÖ-Slogan "Den sozialen Weg
gehen! Deinetwegen. Österreich." wurde von nur 14 Prozent korrekt
zugeordnet, 32 Prozent meinten, es sei ein roter Spruch.
Auch die ÖVP hat nicht die beste Markenstrategie. So sorgt Wilhelm
Molterers Devise "Neustart statt Stillstand" für verdutze Gesichter:
Bloß 23 Prozent haben ihn dem schwarzen, 21 Prozent dem roten Lager
zugeordnet. "Der hauchdünne Vorsprung zeigt, dass es hier einen
luftleeren Raum gibt. Für diesen Spruch hätte jede Partei einstehen
können", meint Koch. Die SPÖ darf sich auch über den ÖVP-Spruch
"Steuern runter" freuen: 29 Prozent der Befragten meinten, es handle
sich dabei um einen roten Sager, nur 19 Prozent erkannten seine wahre
Provenienz.
Rückfragehinweis:
Format Politik
Tel.: (01) 217 55/4117 Dr. Silvia Jelincic
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