• 18.09.2008, 09:58:05
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Leopoldstadt: Neue Jüdische Schule eröffnet

Zwi Perez Chajes Schule in Praternähe unterrichtet Kinder von der Krippe bis zur Matura.

Wien (OTS) - Gestern, Mittwoch, wurde im Beisein zahlreicher
Prominenter aus Politik und Kultur die Zwi Perez Chajes Schule
(2., Simon-Wiesenthal-Gasse 3) eröffnet. Damit übersiedelte die
Schule endgültig von der Castellezgasse 35, die im Laufe der Jahre zu
klein geworden war. Errichtet wurde die Schule auf einem Teil des
alten Hakoah-Platzes. Die Schule beinhaltet neben zwei Kinderkrippen,
fünf Kindergartengruppen, einer Vorschul- und vier Volksschulklassen
auch acht AHS-Klassen, die als Realgymnasium konzipiert sind. Derzeit
besuchen 380 Kinder und Jugendliche die Schule, die Gesamtkapazität
beträgt 600 SchülerInnen.

Zahlreiche hochrangige Gäste

Unter den geladenen Gästen befand sich neben Bundespräsident
Heinz Fischer, Vizekanzler Wilhelm Molterer und Unterrichtsministerin
Claudia Schmied auch der israelische Sozialminister Isaac Herzog. Die
Stadt Wien war unter anderem durch Vizebürgermeisterin Renate Brauner
und die Stadträte Andreas Mailath-Pokorny und Rudi Schicker
vertreten. In ihrer Rede betonte Brauner die Verbundenheit der Stadt
Wien mit der Israelitischen Kultusgemeinde.

Prinzip der Selbstverantwortung

Die Schule versteht sich zwar als religiöse, aber keineswegs als
Religionsschule. Im Zuge des Unterrichts und Tagesablaufs soll
Judentum vermittelt, aber nicht aufgezwungen werden, so der Initiator
und Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde Ariel Muzicant.
Ziel sei es, selbstbewusste Menschen zu erziehen, die über ihren
Umgang mit Religion selbst entscheiden können. Eine eigene
Montessori-Pädagogin und fächerübergreifender Unterricht sollen das
unterstützen. Das derzeit diskutierte Vorschuljahr ist in jüdischen
Schulen in Wien seit 28 Jahren verpflichtend. Grund dieser
Vorreiterrolle ist unter anderem der parallele Unterricht der
hebräischen und der deutschen Sprache. Da Hebräisch von rechts nach
links geschrieben wird, sei es wichtig, Kinder diesbezüglich schon
früh zu fördern, um spätere Verwechslungen zu vermeiden, so Muzicant
weiter.

Jüdische Schule mit modernster Einrichtung

Auf einer Gesamtfläche von über 19.000 Quadtratmetern befinden
sich neben den Kindergarten- und Schulräumen auch die hochmoderne
Sportanlage der Hakoah, die im März eröffnet wurde. Die 1.800
Quadratmeter große 3-fach Sporthalle kann neben den anderen
Sportmöglichkeiten von der Schule bis 17 Uhr genutzt werden. Derzeit
als Schulversuch konzipiert ist die Verwendung interaktiver
Unterrichtstafeln, die eine Projektion vom Computer auf die Tafel
genau so ermöglichen wie eine direkte "Beschriftung". Der Campus
kostete 16 Millionen Euro, wobei sich der Bund uns das Land Wien mit
4 Millionen und die Kultusgemeinde mit 4,57 Millionen beteiligte, die
den Betrag durch den Verkauf der Castellezgasse finanzieren konnte.
Noch ist der Campus nicht komplett, unter anderem fehlen für die
Fertigstellung der in die Schule integrierten Synagoge derzeit die
Mittel. (Schluss) kad

Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Mag. Erwin Kadlik
Tel.: 4000/81083
E-Mail: [email protected]

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