• 15.09.2008, 16:14:33
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Kirche muss Seelsorge für afrikanische Migranten verstärken

Nationaldirektoren für Migrantenpastoral in Europa tagten in Wien - Weihbischof Scharl im "Kathpress"-Gespräch: Migranten als Chance und Bereicherung für Kirche und Gesellschaft anerkennen

Wien, 15.9.08 (KAP) Afrikanische Migranten müssen noch viel stärker
als bisher in den seelsorglichen Bemühungen der Kirche Platz finden.
Das hat der Wiener Weihbischof Franz Scharl am Montag in einem
Gespräch mit "Kathpress" betont. Weihbischof Scharl äußerte sich
anlässlich des Jahrestreffens der Nationaldirektoren für
Migrantenpastoral in Europa, dass heuer vom 12. bis 14. September im
Wiener Kardinal-König-Haus stattfand.

"Die katholische Kirche ist nicht nur global eine Weltkirche sondern
inzwischen auch lokal", so Scharl wörtlich. Auf diese neue Situation
habe sich die Kirche noch nicht im nötigen Ausmaß eingestellt.
Migranten müssten als Chance und Bereicherung für Kirche und
Gesellschaft erkannt werden. Österreicher und Zuwanderer könnten
voneinander lernen, zeigte sich der Weihbischof Scharl. Er
appellierte auch in Richtung Pfarrgemeinden, offen für die Begegnung
mit Migranten zu sein.

Afrikanische Migranten hätten es aufgrund ihrer Hautfarbe nochmals
schwerer als andere, schilderte Scharl die vielfältigen Probleme
dieser Menschen; das reiche von Aufenthaltsgenehmigungen über
Wohnmöglichkeiten bis zu Arbeitsplätzen. Er wolle die Kriminalität,
die bei einem Teil der afrikanischen Zuwanderer anzutreffen sei,
nicht verschweigen, so der Weihbischof. Das Probleme ließe sich aber
dann entschärfen, wenn es mehr Arbeitsmöglichkeiten für diese Gruppe
der Zuwanderer gäbe.

An dem Treffen in Wien nahmen neben den Nationaldirektoren für
Migrantenpastoral der Bischofskonferenzen aus 21 Ländern Europas auch
Vertreter des Heiligen Stuhls und internationaler katholischer
Organisationen wie der "Kommission der Bischofskonferenzen des
EU-Raumes" (ComECE) oder Caritas Europa teil.

Weihbischof Scharl brachte in seine "pastoraltheologischen
Reflexionen" auch seine eigenen Erfahrungen ein. In seiner früheren
Wiener Pfarre "Auferstehung Christi" hatte er die englischsprachige
afrikanische Gemeinde aufgenommen. Seiner Initiative als Dechant war
es weitgehend auch zu verdanken, dass im Stadtdekanat 4/5 einige
weitere fremdsprachige Gemeinden Heimat fanden. In der Erzdiözese
Wien ist Scharl u.a. nun auch Bischofsvikar für die fremdsprachigen
Gemeinden.

Menschenwürdigen Umgang sicherstellen

In einer gemeinsamen Presseerklärung drängen die Teilnehmer der
Tagung auf verstärkte Bemühungen der Kirche im Dienste der
afrikanischen Migranten. Von der Politik in Europa fordern die
Nationaldirektoren sicherzustellen, dass alle afrikanischen
Migranten, unabhängig von der Art und Weise, wie sie nach Europa
gelangt sind, immer menschlich behandelt und ihrer Menschenwürde
respektiert werden.

Gäste der Tagung waren u.a. auch Österreichs Sozialminister Erwin
Buchinger, Ursula Struppe, Leiterin der Wiener Magistratsabteilung
für Integrationsangelegenheiten, Chorepiskopos Emanuel Aydin von der
syrisch-orthodoxen Kirche als Vertreter des Ökumenischen Rates der
Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) und Caritas-Generalsekretär Christoph
Petrik-Schweifer.

Beim diesjährigen Jahrestreffen der Nationaldirektoren wurde auch
festgelegt, dass im Jahr 2010 in Spanien ein Kongress zum Thema
Migration organisiert werden soll. (ende)
K200808220
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