• 15.09.2008, 11:19:26
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Sima: MVA Pfaffenau als Meilenstein für Wiens Abfallwirtschaft

3. Wiener Restmüllverbrennungsanlage eröffnet am 20. September 2008 - Volksfest mit Wolfgang Ambros als "Einheizer"

Wien (OTS) - Als "Meilenstein für die Wiener Abfallwirtschaft, der
die Entsorgungssicherheit für Jahrzehnte garantiert" bezeichnete
heute, Montag, die Wiener Umweltstadträtin Mag.a Ulli Sima die neue
Müllverbrennungsanlage (MVA) Pfaffenau in Wien-Simmering, die
kommenden Samstag offiziell eröffnet wird. Sima: "Wien bekennt sich
dazu, sich selbst um seinen Müll zu kümmern. Daher investiert die
Stadt in Hightech-Anlagen, die sicherstellen, dass der Müll der
Wienerinnen und Wiener auch in Zukunft umweltgerecht entsorgt werden
kann. Die rund 220 Millionen Euro, die der Bau der MVA Pfaffenau
gekostet hat, stellen sicher, dass Wien den Müll, der nicht vermieden
werden kann, zur Gänze in saubere Energie umwandeln kann." Ab 1.
Jänner 2009 gilt für Wien die Deponieverordnung, gemäß der die
Ablagerung von unbehandeltem Restmüll verboten ist. Diese Verordnung
machte die Errichtung zusätzlicher Verbrennungskapazitäten in Wien
nötig. Sima: "Mit der MVA Pfaffenau erfüllt Wien diese Vorgaben
zeitgerecht. Gleichzeitig garantiert die MVA Pfaffenau die
Entsorgungssicherheit für Jahrzehnte, sie sorgt für Stillstände bei
anderen Anlagen und vor allem für das prognostizierte
Bevölkerungswachstum vor - Wien wird schon im Jahr 2020 rund 140.000
EinwohnerInnen mehr haben als jetzt und weiter wachsen."

Mit Inbetriebnahme der MVA Pfaffenau entstehen aus bis zu
250.000 Tonnen Wiener Müll jährlich etwa 65 GWh Strom und 410 GWh
Fernwärme. Die erzeugte Wärmemenge entspricht dem Jahresverbrauch von
ca. 50.000 Wiener Haushalten, mit dem produzierten Strom können ca.
25.000 Haushalte versorgt werden. Zusätzlich wird die Energie, die
für den Betrieb der Anlage benötigt wird, selbst erzeugt. Im
laufenden Betrieb werden mehr als 40 Beschäftigte in der MVA
Pfaffenau tätig sein.

Baubeginn für die Anlage war im März 2006. Rund 750 Mitarbeiter
waren während der, für ein Projekt dieser Größenordnung äußerst
kurzen Bauphase, beschäftigt. "Mein Dank gilt allen Beteiligten, die
dafür gesorgt haben, dass dieses wichtige Zukunftsprojekt sowohl in
der Planungs- als auch in der Bauphase optimal umgesetzt wurde",
betonte Sima: "Zeit- und Finanzplan wurden exakt eingehalten."

"Eröffnungsfeuer" am kommenden Samstag

Die neue Hightech-Anlage im Umweltzentrum Simmering ist ein
guter Grund zu feiern. Und alle Wienerinnen und Wiener können
kommenden Samstag, den 20. September 2008 beim großen
"Eröffnungsfeuer" dabei sein. Ab 10 Uhr sorgt Robert Steiner mit
seinem bewährten Kinderprogramm den ganzen Tag lang für Spaß bei den
kleinen Besuchern, für beste musikalische Unterhaltung stehen Los
Gitanos (10 Uhr), das Martin Jank Quintett (13 Uhr) und Andy Lee Lang
(17.30 Uhr). Nach der offiziellen Eröffnung der MVA Pfaffenau heizt
Wolfgang Ambros so richtig ein. Zum Abschluss des Fests gibt es ein
Feuerwerk. Der Eintritt beim "Eröffnungsfeuer" ist gratis!

Wiener Abfallwirtschaft: Vermeiden - Trennen - Verwerten

Oberstes Gebot in der Wiener Abfallwirtschaft ist nach dem Motto
"Der beste Mist ist der, der gar nicht entsteht" die Vermeidung von
Abfall. Der Mist, der sich nicht vermeiden lässt, wird in einem
äußerst gut ausgebauten System getrennt gesammelt und - wo möglich -
recycelt. Rund 400.000 Müllbehälter für Restmüll, Altpapier, Altglas
oder Bioabfälle, 19 Mistplätze, 53 Problemstoffsammelstellen und
vieles mehr stehen dafür zur Verfügung. Aus dem Wiener Müll, der
nicht wieder in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden kann,
entsteht wertvolle Energie - ab jetzt auch in der MVA Pfaffenau.

High-tech schützt Mensch, Umwelt & Klima

In einem groß angelegten UVP-Verfahren, das größtmögliche
Transparenz für die Simmeringer und Wiener Bevölkerung garantierte,
stellte sich das Projekt MVA Pfaffenau den EU-weit strengsten
Umweltgesetzen. Und absolvierte die Prüfung mit Bravour: Die Anlage
hält nicht nur die strengen Grenzwerte ein, sondern die emittierten
Schadstoffe im täglichen Betrieb liegen um das 2-bis-10-Fache
niedriger als die Grenzwerte. So sorgt eine vier-stufige
Rauchgasreinigung für niedrigste Emissionswerte, die etwa bei Staub
um 90 % unter dem erlaubten Grenzwert liegen, den Wert bei SO2 sogar
um 95 % unterschreiten. Durch eine Kraftwärmekopplung liegt der
Wirkungsgrad der Anlage bei hohen 76 %.

Investitionen in die moderne Abfallbehandlung wirken sich auch
für das Klima positiv aus. Das zeigt eine Studie der "Gesellschaft
für umfassende Analysen - GUA" unter Univ.-Prof. Albert Hackl. Vor
allem die thermische Behandlung des Restmülls mit
Fernwärmeauskoppelung, die getrennte Sammlung von Bioabfällen und
deren Kompostierung tragen aktiv zum Klimaschutz in Wien bei. Weil
die Stadt Wien bereits frühzeitig auf die thermische Abfallbehandlung
inklusive Abwärmenutzung und die Kompostierung gesetzt hat, wurden
laut Studie im Jahr 2004 um rund 780.000 Tonnen CO2-Äquivalente
weniger emittiert, als im Falle einer Deponierung der kommunalen
Abfälle.

In einer Hochrechnung für 2010 geht die Studie davon aus, dass
sich durch die weitere Modernisierung der Abfallwirtschaft, durch
Inbetriebnahme der MVA Pfaffenau und der Biogasanlage sowie durch die
weitere Optimierung der Kompostierung die Treibhausgas-Emissionen in
Wien um weitere 9 % reduzieren werden.

Seit 1990 bis heute ist eine Reduktion von 25 % zu verzeichnen.
"Wien hat in der Abfallwirtschaft mit der thermischen
Abfallbehandlung samt Erzeugung von sauberer Energie die Weichen
schon vor Jahren in die richtige Richtung gestellt. Die positiven
Auswirkungen auf Umwelt und Klimaschutz sind unübersehbar", so
Umweltstadträtin Sima.

So funktioniert die MVA Pfaffenau

Der von der MA 48 gesammelte Restmüll wird mit Müllfahrzeugen
über die Flughafenautobahn direkt zur Anlage angeliefert. Bis zu 200
Fahrzeuge täglich entleeren ihren Inhalt in den rund 18.000 m3
fassenden Müllbunker. Der Müllbunker ist mit zwei Müllkränen
ausgestattet, mit denen der angelieferte Müll gemischt und in die
Aufgabetrichter der beiden Verbrennungsroste aufgelegt wird. Pro
Stunde werden bei einer Temperatur von mind. 850 Grad Celsius 32
Tonnen Restmüll verbrannt. In den Abhitzekesseln wird der Wärmeinhalt
der bei der Verbrennung entstehenden Rauchgase zur Erzeugung von
Dampf genutzt. Dieser Dampf mit 40 bar und 400 Grad Celsius wird in
eine Dampfturbine geleitet. Die an den Turbinenläufer übertragene
Energie wird im Generator in elektrischen Strom umgewandelt. Der nach
der Turbine noch zur Verfügung stehende Dampf wird in
Fernwärmeumformern geleitet. Die bei der dort stattfindenden
Kondensation frei werdende Wärme wird an das direkt angeschlossene
Fernwärmenetz abgegeben.

Am Ende des Verbrennungsrostes fällt Schlacke an. Aus dieser
wird über Magnetabscheider Eisen-Schrott zur Verwertung in der
Stahlindustrie abgetrennt. Die restliche Schlacke wird auf der
stadteigenen Deponie Rautenweg abgelagert.

Durch eine vierstufige Rauchgasreinigungsanlage - bestehend aus
einem Elektrofilter, einer zweistufigen Nasswäsche, einem
Aktivkoksfilter und einer Entstickungsanlage - werden höchste
Umweltstandards umgesetzt. Dank dieser modernsten Filteranlagen
erreicht die Anlage niedrigste Emissionswerte. Kessel- und
Filterasche wird in Aschesilos zwischengelagert und letztendlich
gemeinsam mit der Schlacke auf der Deponie Rautenweg abgelagert.

Die Abwässer aus der zweistufigen Nasswäsche werden in einer
eigenen Abwasserbehandlungsanlage gereinigt und in die nahe gelegene
Hauptkläranlage geleitet. Der in der Schlammentwässerung anfallende
Filterkuchen wird in Transportbehältern und zur Endlagerung in eine
Untertage-Deponie verbracht, anfallender Gips wird in der
Baustoffindustrie verwertet.

Umweltzentrum Simmering als Attraktion

Schon jetzt ist die im Herbst 2007 eröffnete Biogas-Anlage im
Umweltzentrum Simmering Anlaufstelle für viele Delegationen aus dem
In- und Ausland, die sich von der modernen Technik und der Konzeption
der Anlage überzeugen. Neben der neuen Biogasanlage zählt auch die
Hauptkläranlage Wien, die im Jahr 2005 eröffnet wurde, zum
Umweltzentrum Simmering. Dieses wird schließlich heuer mit der
Eröffnung der MVA Pfaffenau komplettiert. Ab 20. September 2008
stehen drei der weltweit modernsten Anlagen für Abwasser- und
Abfallbehandlung im Umweltzentrum Simmering in Vollbetrieb und
leisten einen enormen Beitrag zum Umweltschutz in Wien - und weit
über seine Grenzen hinaus.

Baugeschichte MVA Pfaffenau

Ab 1. Jänner 2009 darf in Wien kein unbehandelter Restmüll mehr
deponiert werden. Mit der geplanten MVA Pfaffenau stellt Wien ab
Herbst 2008 sicher, dass Restmüll nicht ungenutzt deponiert sondern
in wertvolle Energie umgewandelt wird.

o Juni 2002: Gründung der Wiener Kommunal-                       
  Umweltschutzprojektgesellschaft m.b.H. (WKU), die zu 100 %     
  im Eigentum der Stadt Wien steht, zur Planung,                 
  Projektierung und Errichtung von Abfallverwertungsanlagen.     
  Beginn der Planung.                                            
o Juni 2003: EU-weiter Architektenwettbewerb: Aus 33             
  eingereichten Projekten wurde das Projekt des Wiener           
  Architektenteams Veselinovic/Resetarits/Gmeiner-Haferl zum     
  Siegerprojekt gewählt.                                         
o Juli 2003: Einreichung der Genehmigungsunterlagen bei          
  der Behörde und Beginn der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) 
  unter Einbeziehung der Wiener Bevölkerung.
o Oktober 2004: Genehmigung                                      
o Dezember 2004 - Oktober 2005: Vergabeverfahren                 
o 20. April 2006: Grundsteinlegung                               
o April 2008 bis September 2008: Inbetriebnahme und Probebetrieb 
o 20. September 2008: Eröffnung

Info

Weitere Informationen zur MVA Pfaffenau im Internet unter:
www.umweltzentrum.at. Alle Infos zum "Eröffnungsfeuer" am 20.
September 2008 unter www.baukeinenmist.at. Das Fest beginnt um 10 Uhr
auf dem Anlagengelände (1110 Wien, Johann-Petrak-Gasse 7;
umweltfreundlich erreichbar mit der Autobuslinie 76A, Station 11.
Haidequerstraße bzw. mit dem Gratis-Shuttle ab U3-Station Erdberg).
Höhepunkt ist die offizielle Eröffnung um 19 Uhr, danach heizt
Wolfgang Ambros mit seiner "Nummer 1 vom Wienerwald" kräftig ein. Ein
Feuerwerk bildet den Abschluss des Fests.

rk-Fotoservice: www.wien.gv.at/ma53/rkfoto/

(Schluss) wög

Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Mag. Karl Wögerer
Mediensprecher StRin Mag. Ulli Sima
Tel.: 4000/81 359
E-Mail: [email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRK

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