- 12.09.2008, 12:25:12
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Westbahnhof: Vom Nachkriegsgebäude zur Bahnhofscity
Rollentausch: vom Fernverkehrs- zum Regionalbahnhof
Wien (OTS) - An der Stelle, an der heute der Westbahnhof steht,
wurde zwischen 1857 und 1859 der Kaiserin-Elisabeth-Bahnhof nach den
Plänen von Moritz Löhr erbaut. Als Wiens Tor zum Westen brachte er
trotz Schadstoff- und Lärmbelastungen wirtschaftlichen Aufschwung
nicht nur für Rudolfsheim-Fünfhaus sondern vor allem auch für Wien.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde er durch Bomben schwer
beschädigt und musste abgetragen werden. Eine Kaiserin
Elisabeth-Statue des österreichischen Bildhauers Hans Gasser in der
Eingangshalle des Westbahnhofs erinnerte bis dato an den damaligen
Kaiserin-Elisabeth-Bahnhof.
Bedeutender Bau der Nachkriegszeit
Der Wiener Westbahnhof, der in den Jahren 1949 bis 1954
errichtet wurde, gilt als einer der wichtigsten Gebäude der
österreichischen Nachkriegszeit. Seine Eingangshalle steht unter
Denkmalschutz. Konzipiert als Kopfbahnhof mit zweigeschoßiger
Empfangshalle und Glasfront Richtung Gürtel wurde von den Architekten
Robert Hartinger, Sepp Wöhnhart und Franz Xaver Schlarbaum entworfen
und bereits im Jahr 1951 in Betrieb genommen. In den Jahren nach der
Errichtung wurde der Westbahnhof häufig adaptiert: Er bekam
nachträglich Rolltreppen und einen mehrgeschossigen Stahl-Glas-Kubus
mit Aufzügen und Stiegen in die Halle, der durch die Anbindung an die
U3 veranlasst wurde.
Durch den Wiener Hauptbahnhof, der 2013 eröffnet werden soll,
ändert sich die Rolle des Westbahnhofs, der bis dato als
Fernverkehrsbahnhof galt. Seine neue Funktion als bedeutender
Regionalbahnhof soll den aus St. Pölten und Linz kommenden
Pendlerverkehr der in Ausbau befindlichen Westbahnstrecke bündeln.
Rund 43.000 Fahrgäste - Tendenz steigend - sollen hier täglich
verkehren.
Neue "BahnhofCity Wien West"
Bis 2011 wird die 100 Meter lange, 40 Meter breite und zwölf
Meter hohe Halle des Westbahnhofs in die "BahnhofCity Wien West"
integriert, ein moderner Reise- und städtischer Shoppingort soll hier
entstehen. Der Glaskubus aus den 90er Jahren soll dabei enfernt
werden. Neben einem Hotel und einem Bürogebäude an den jeweiligen
Flanken des Bahnhofs soll ein Einkaufszentrum mit rund 80 Geschäften
und einem "Food Court" für ein urbanes Flair sorgen.
Rund 17.000 Quadratmeter sind für diesen Bereich vorgesehen, den
Platz schafft man durch eine Unterkellerung des Westbahnhofs. Von
Oktober 2008 bis Ende 2009 wird auch der Vorbereich der Station
umgebaut, der seit dem Jahr 1958 den Namen Europaplatz trägt. Im
Herbst 2011 soll das Gesamtprojekt fertig sein. In die "BahnhofCity
Wien West" investieren die ÖBB insgesamt 130 Mio. Euro.
rk-Fotoservice: www.wien.gv.at/ma53/rkfoto/
Schluss (rav)
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Verena Rauchenberger
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