"KURIER"-Kommentar von Andreas Schwarz: "Plötzlich entdeckt"

Zuwanderer spielen eine große Rolle - zumindest im Wahlkampf.

Wien (OTS) - Drei Fakten zur Zuwanderung: Sie ist in Österreich seit Jahren rückläufig. Nicht nur der Arbeitsmarkt braucht Zuwanderer. Und in der Wahrnehmung weiter Teile der Bevölkerung ist beides nicht verankert. Im Gegenteil - Zuwanderung wird immer noch als Bedrohung verstanden.
In diesem Spannungsfeld bewegen sich im Wahlkampf auch die Parteien.
Außer den Grünen, die sich schon immer als Anwalt der Zuwanderer und Asylwerber verstanden haben, entdecken auch die anderen Parteien plötzlich, dass es mit rund 500.000 Österreichern mit migrantischem Hintergrund ein gehöriges Potenzial an Wählerstimmen gibt - viel mehr als Jungwähler zum Beispiel.
Selbst die FPÖ, die das Ressentiment gegen Ausländer zum Programm erhoben hat, umgarnt die serbisch-stämmigen Österreicher. Die ÖVP bewegt sich zwischen dem wirtschaftspolitischen Credo der notwendigen Zuwanderung und der scharfen Kontrolle. Und die SPÖ wirbt mit eingebürgerten Sportlern, will aber ihre Klientel, in der Ressentiments verbreitet sind, nicht verprellen.
Nicht nur die Neo-Österreicher beschleicht bei all dem wahrscheinlich vor allem ein Gefühl: Der parteipolitische Umgang mit ihnen ist reines Kalkül.

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