• 11.09.2008, 10:25:42
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Der jüdische Friedhof in Floridsdorf

Wien (OTS) - Nur wenige Leute und meist nur alteingesessene
FloridsdorferInnen wissen, dass es in unserem Bezirk einen jüdischen
Friedhof gibt. Noch weniger Menschen wissen, wo er genau ist bzw.
haben ihn schon einmal gesehen. Am Dienstag, 16.9., 17.30 Uhr kann
man mit uns diese letzte Erinnerung an die einst große jüdische
Gemeinde im Bezirk besuchen. Ausgangspunkt des Besuchs ist die
Zweigstelle Großjedlersdorf, wo der Zeitzeuge Erich Sinai über das
Leben der Floridsdorfer Juden erzählen und Tatjana Tupy ein
(EU-)Projekt des GRG 21 Ödenburger Straße 74 zu diesem Thema
vorstellen wird. Danach spaziert man zum nahe gelegenen Friedhof (ca.
10 Minuten; bzw. alternativ zwei Stationen mit dem Bus), wo Sinai
über die Geschichte des Friedhofs berichten wird und die Möglichkeit
besteht, den sonst verschlossenen Ort zu besichtigen.

Der Friedhof

Ab 1862 strömten viele jüdische Einwanderer aus Mähren und der
Slowakei nach Floridsdorf, das damals noch nicht zu Wien gehörte. Da
1877 schon 111 jüdische Familien angesiedelt waren, kam es zur
Errichtung des Friedhofs, der bereits 1881 erweitert wurde. 1909
übernahm die israelitische Kultusgemeinde die Verwaltung. Wie durch
ein Wunder blieb der Friedhof während der Naziherrschaft weitgehend
verschont. 1978 wurde er offiziell geschlossen und erst 1997 durch
SchülerInnen des GRG21 Ödenburgerstraße wieder zum Leben erweckt. Ein
Stück jüdischer Geschichte und Kultur wurde damit bewahrt.

Erich Sinai wurde am 15.12.1917 in Floridsdorf geboren, wo er
auch das Gymnasium besuchte und bis 1938 arbeitete. Als die Firma
arisiert wurde, wurde er als Jude entlassen. Nach seiner Flucht nach
Riga, Sibirien und Kasachstan kehrte Erich Sinai 1947 nach Wien
zurück. Er erfuhr von seiner Schwester, die in Theresienstadt
überlebte, dass die Mutter und viele seiner Angehörigen ermordet
wurden. Sein Vater, die Großeltern und viele seiner Verwandten sind
am jüdischen Friedhof begraben.

Tatjana Tupy war 1996/97 als Schülerin in dem Projekt "Der
jüdische Friedhof in Floridsdorf" unter der Leitung von Prof. J.
Schrammel federführend. Unterstützung bekamen die engagierten
Jugendlichen von Helfern aus verschiedenen Bereichen. Am 16.9. wird
sie über ihre Erfahrungen, die im Verlauf des Projekts entstanden
sind, berichten. Im Anschluss an die Veranstaltung besteht die
Möglichkeit, den jüdischen Friedhof in der Ruthnergasse gemeinsam mit
Erich Sinai zu besuchen.

Eine gemeinsame Veranstaltung des Kulturvereins Transdanubien
und der VHS Floridsdorf:

o Dienstag, 16. September 2008, 17.30 Uhr                    
  Volkshochschule Floridsdorf, Zweigstelle Großjedlersdorf,  
  Siemensstraße 17 (Volksheim)                               
  Kursbeitrag: 5,- Euro                                      
  verbindliche Kartenreservierungen: 01/294 66 60 oder       
  grossjedlersdorf@vhs21.ac.at

rk-Fotoservice: www.wien.gv.at/ma53/rkfoto/

(Schluss) vhs

Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Mag. Wolfgang Gruber
VHS Floridsdorf
Tel. 271 32 36
gruber@vhs21.ac.at

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