• 10.09.2008, 10:53:21
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Schmied zu Bildung: Richtung stimmt, Reformen fortsetzen

Frauenpolitik muss Bildungssystem durchdringen

Wien (SK) - Die gestern präsentierte OECD-Studie "Eduaction at a
Glance" habe klare Defizite der österreichischen Bildungspolitik
aufgezeigt, sagte Bildungsministerin Claudia Schmied heute in einer
gemeinsamen Pressekonferenz zum Thema "Frauen und Bildung" mit
Frauenministerin Heidrun Silhavy und SPÖ-Jugendsprecherin Laura
Rudas. Wichtig sei, so Schmied, dass man weiter in die Bildung
investiert und, unabhängig von der nächsten Regierung, die Reformen
fortsetzt. In den letzten 20 Monaten ist "die Bildung auf der
Überholspur, aber nicht im Spitzenfeld angekommen", so Schmied, "die
Richtung stimmt, aber die Reformen müssen beschleunigt fortgesetzt
werden". ****

Vier Punkte der OECD-Studie würden auf eindeutigen Handlungsbedarf
hinweisen, so Schmied:
* Österreich hat extrem hohe Einkommensunterschiede zwischen
Akademikern und gering Qualifizierten.
* Eine höhere Bildung bewirkt höheres Einkommen. Akademiker liegen
durchschnittlich 75 Prozent über den Einkommen von Menschen mit
sekundärem Abschluss.
* Das Durchschnittseinkommen von 30-44-jährigen Frauen beträgt nur 56
Prozent des durchschnittlichen Männereinkommens. Das ist die
dritthöchste Einkommensdifferenz im OECD-Vergleich.
* Der Einkommensnachteil von Frauen wird mit steigender Bildungshöhe
geringer. Vor allem in technisch-naturwissenschaftlichen Bereichen
sind die Beschäftigungschancen besonders gut.

Als wichtigste Maßnahmen zum Ausgleich der Defizite nannte Schmied
die Frühförderung. Nach dem Motto "Was Lieschen nicht lernt, lernt
Lisa nimmermehr", müsse man schon im Kindergarten beginnen, die
Kinder zu fördern, so die Bildungsministerin. Die Frühförderung im
Kindergarten startet heuer. "Ein positives Momentum", zeigte sich
Schmied froh, dass bei der ÖVP auch Bewegung in Sicht sei, was das
verpflichtende vorschulische Bildungsjahr betrifft. Auch das Projekt
"Kleinere Klassen" und die Sprachförderung leisten einen wichtigen
Beitrag. Und natürlich die gemeinsame Schule der 10 - 14-jährigen, wo
Individualisierung und Förderung der Talente im Mittelpunkt stehen,
so dass "eine Bildungswegentscheidung mit 14 dann gut gelingt",
betonte Schmied.

Mit dem großen Infrastrukturprogramm sollen "beste Schulen für
alle Kinder in Stadt und Land" Realität werden. Als besonders
wichtiges Anliegen formulierte Schmied außerdem einmal mehr die
gemeinsame universitäre Ausbildung für alle im Lehrberuf Tätigen und
Aufnahmeverfahren, die die fachliche und psychische Kompetenz für den
Lehrberuf prüfen.

Frauenpolitik muss sich durch Bildungssystem ziehen

"Frauenpolitik ist ein wichtiges Anliegen, das sich durch das gesamte
Bildungssystem ziehen muss", so Schmied. Mit gezielten Projekten wie
F.I.T. (Frauen in die Technik) und M.U.T. (Mädchen und Technik)
sollen Mädchen und Frauen schon früh für frauenuntypische Berufe
motiviert werden. Die Ausweitung der schulischen Tagesbetreuung sei
ein weiterer entscheidender Punkt, um die Chancen von Frauen durch
die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern.
(Schluss) ar

Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Tel.: 01/53427-275,
Löwelstraße 18, 1014 Wien, http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

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