- 10.09.2008, 09:23:20
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Pröll: Umwelttechnologie sichert Einkommen und Arbeitsplätze
WIFO-Studie belegt Exportboom bei Umwelttechnik - seit 1993 Verdoppelung der Arbeitsplätze - politischer Einsatz hat sich gelohnt
Wien (OTS) - "Unser Einsatz für die Umwelttechnik hat sich absolut
gelohnt. Die aktuellen Zahlen zeigen ein Umsatzplus in den letzten
fünf Jahren von 2,23 Milliarden Euro und Verdoppelung der
Arbeitsplätze seit 1993. Damit ist die Umwelttechnik die stärkste
wirtschaftliche Wachstumsbranche und sichert den Menschen in immer
stärkerem Ausmaß Arbeitsplätze und Einkommen. Wir werden diesen Weg
konsequent weiter gehen, denn statt Milliardengeschenke, die auf
Kosten der Steuerzahler gehen, muss es eine seriöse, langfristig
wirksame Wirtschaftspolitik geben, die Menschen dauerhaft Einkommen
und Lebensqualität sichert", erklärte Umweltminister Josef Pröll
heute, Mittwoch, anlässlich der gemeinsamen Pressekonferenz "Mit
österreichischer Umwelttechnik in die EnergieZukunft" mit
Geschäftsführer Gerhard Fallent, von Austrian Clean Technology, und
Vizepräsidentin Ulrike Rabmer-Koller, WKÖ, im neuen Kompetenzzentrum
Umwelt- und Energietechnologie ACT in Mödling (NÖ).
Allein im Jahr 2007 erwirtschaftete die Umwelttechnikindustrie
einen Umsatz von sechs Milliarden Euro, wovon zwei Drittel, 3,94
Milliarden Euro, im Export erlöst wurden. Das ist ein Anteil von 2,2
Prozent am nominellen Bruttoinlandsprodukt. Sowohl die Umsätze als
auch die Exporte sind zwischen 2003 und 2007 um über zwölf Prozent
jährlich gestiegen. Die österreichische Umwelttechnikindustrie gehört
heute zu den innovativsten der Welt und wächst schneller als die
heimische Wirtschaft insgesamt. Von 1993 bis 2007 hat sich die Anzahl
der österreichischen Umwelttechnologiefirmen von 248 auf 375 erhöht
(Quelle: WIFO, 2008).
"Der Ausbau und Einsatz moderner Umwelttechnologien ist nicht nur
Jobmotor und wesentlicher Wirtschaftsfaktor, sondern auch einer der
wichtigsten Eckpfeiler zur Erreichung der Klimaschutzziele. Hier
müssen wir massiv investieren und fördern. Es gilt, die Möglichkeiten
der Umwelttechnikindustrie noch stärker zu nutzen und sie mit den
heimischen Ressourcen an Erneuerbarer Energie zu koppeln. So kann
auch die langfristige und leistbare Energieversorgung der Menschen
und Unternehmen gesichert werden", appellierte Pröll.
Mit Umwelttechnik auf dem Weg zum internationalen Markführer
Die Ziele für Umwelttechnologie werden mit dem "Masterplan
Umwelttechnologie (MUT)", als Motor zur Stärkung der Branche,
umgesetzt. "Wir haben damit die im Regierungsprogramm bis 2010
festgelegten Maßnahmen zur Umwelttechnologie bereits jetzt umgesetzt
und wollen die Entwicklung Österreichs zum weltweit führenden
Anbieter von Umwelttechnologien mit weiteren Schritten vorantreiben",
so Pröll. Dafür hat das Lebensministerium im Rahmen des MUT die
Kompetenzzentrum für Umwelt- und Energietechnologie "ACT - Austrian
Clean Technology" eingerichtet, das seit Juni 2008 als Drehscheibe
zwischen Wirtschaft, Politik und Verwaltung fungiert.
Auch die von Umweltminister Pröll initiierte "Exportoffensive
Umwelttechnologie" gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Österreich
schlägt in diese Kerbe. Sie trägt dazu bei, neue Märkte zu
erschließen und die Bekanntheit österreichischer Umwelttechnologien
international zu steigern. "Wir haben bis heute mit 130 Unternehmen
14 potenzielle Export-Länder bereist und der Großteil der
TeilnehmerInnen zeigt sich von der Exportoffensive überzeugt. Mehr
als die Hälfte der Unternehmen verzeichnet Umsatzzuwächse von mehr
als zehn Prozent pro Jahr. Für 80 Prozent der Teilnehmer konnte das
Lebensministerium damit wesentliche Informationen über Absatzmärkte
bereitstellen, und über 60 Prozent konnten in Exportländern neue
Kontakte zu potenziellen Projektpartnern knüpfen.
Drei Viertel der Umwelttechnik-Exporte gehen in die EU- und
EWR-Länder. Die Schwerpunkte der Exportinitiative werden in den
kommenden Jahren auf den Ländern Mittel-, Ost- und Südeuropas liegen
wie auch auf Südostasien, Russland und der GUS.
Förderanreize zum Ausbau der Umwelttechnologien unverzichtbar
Mit Umweltförderungen, dem Klima- und Energiefonds, dem Masterplan
Umwelttechnologie sowie im Rahmen der Klimaschutzinitiative
klima:aktiv werden auch die heimischen Absatzmärkte angekurbelt, um
den Einsatz von Bioenergie und den Umstieg auf erneuerbare
Energieträger leichter zu machen. "Diese Förderinstrumente müssen
auch weiterhin funktionieren, denn für eine leistbare und gesicherte
Energiezukunft ist es notwendig, im Energiebereich die Weichen neu zu
stellen. Wir müssen unabhängiger von teuren Erdöl- und Erdgasimporten
werden, das ist ein Ausweg aus der Kostenfalle bei Energie und
sichert nachhaltig die Energieversorgung der Österreicherinnen und
Österreicher", fordert Umweltminister Josef Pröll nachdrücklich.
Vor allem in benachteiligten, strukturschwachen Gebiete im
ländlichen Raum bietet sich mit Umwelttechnologie eine echte Chance,
wirtschaftliche Stabilität zu erzielen, regionale Wertschöpfung und
Arbeitsplätze zu schaffen, saubere und leistbare Energie zu beziehen
und damit eine bessere Lebensqualität zu erreichen.
Qualifizierung und Weiterbildung für einen sicheren Arbeitsplatz
Der enorme Aufschwung der Umwelttechnologie erhöht auch massiv die
Nachfrage nach qualifizierten MitarbeiterInnen. Sie stellen nicht nur
die Weiterentwicklung des Know-hows sicher, sondern ermöglichen auch
das Wachstum der Betriebe, das für die Exportorientierung notwendig
ist. Die Branche sichert mit einer jährlichen Wachstumsrate zwischen
2003 und 2007 von 6,6 Prozent mittlerweile über 22.200 Arbeitsplätze,
das ist eine Verdoppelung gegenüber 1993 (Quelle: WIFO, 2008).
Eine zentrale Forderung im Masterplan Umwelttechnologie ist daher
die Initiierung einer Innovations- und Qualifikationsoffensive zur
Stärkung der Position Österreichs als international gefragten
Know-how-Anbieter. Die erforderlichen Kompetenzen im
Umwelttechniksektor liegen in der Weiterentwicklungsfähigkeit,
Strategiekompetenz, Kooperationsfähigkeit, Serviceorientierung sowie
der Forschung & Entwicklung. Um die bestehende Qualifikationsangebote
übersichtlich darzustellen, stellt ACT die Internetplattform
www.kursfinder.at zur Verfügung.
Klimaschutzmaßnahmen erzeugen positive wirtschaftliche Effekte
Nicht nur in der Nutzung Erneuerbarer Energien, auch im Wohnbau sind
Umwelttechnologien wie z. B. Passivhaustechnologien unverzichtbar.
"Wir brauchen langfristige Konzepte für eine neue Energiezukunft. Die
Erreichung der Klimaschutzziele ist mit einer veränderten
Energiestrategie nicht nur machbar und leistbar, sondern durch die
erhöhte Sanierungsrate im Wohnbau und die Entwicklung der
Umwelttechnologien auch ein echter Gewinn für die Volkswirtschaft",
betonte Pröll.
Nach einer im Auftrag vom Lebensministerium durchgeführten Studie
vom deutschen Wirtschaftsforschungsinstituts GWS wird durch die
Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energieträger bis 2020 auf 34
Prozent, wie es die EU fordert, nicht nur massiven CO2 eingespart,
sondern es kann auch ein zusätzliches BIP-Volumen von rund 50
Milliarden Euro erwirtschaftet werden. Zusätzliche Maßnahmen können
zu einer Steigerung bei den Anlageinvestitionen im Umwelt- und
Energietechnologiebereich von 15 Prozent jährlich führen. Darüber
hinaus wird im Bereich Erneuerbare Energie und der thermischen
Gebäudesanierung mit 50.000 bis 75.000 neuen Arbeitsplätzen
gerechnet. Auch die Auslandsnachfrage nach heimischen
Umwelttechnologien wird laut Studie deutlich steigen.
"Im Klimaschutz liegt der Wachstumsmarkt der Zukunft. Je knapper
und teurer die fossilen Ressourcen weltweit werden, umso mehr wird
die Umwelttechnikbranche und der Einsatz Erneuerbarer Energien an
Bedeutung gewinnen. Auf diesen Zug muss Österreich aufspringen und
ganz vorne mitfahren, denn wir haben das Potenzial und müssen es zum
Einsatz bringen. Das ist ein Muss für den Klimaschutz und ein Muss
für den Wirtschaftstandort Österreich", so Umweltminister Josef Pröll
abschließend.
Rückfragehinweis:
Lebensministerium
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71100 DW 6703, DW 6823
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