• 09.09.2008, 11:51:17
  • /
  • OTS0157 OTW0157

Chalupka fordert Antworten von wahlwerbenden Parteien

Diakonie rückt Menschen mit besonderen Bedürfnissen in den Blickpunkt

Wien (OTS) - "Österreich befindet sich mitten im Wahlkampf. Auf
Wahlplakaten wird uns Wählern vieles versprochen. Aber was uns
auffällt ist, dass in diesem Wahlkampf über Menschen, die besondere
soziale Bedürfnisse haben, entweder gar nicht gesprochen wird, oder
in einer Weise über sie gesprochen wird, die ihren Bedürfnissen nicht
gerecht werden, oder sie gar nur als Projektionsfläche von
Vorurteilen gebraucht werden. Da wir als Diakonie für diese Menschen
da sind, wollen wir ihnen heute Gesicht und Stimme verleihen!" Mit
diesen Worten eröffnete Michael Chalupka, Direktor der Diakonie
Österreich die heutige Pressekonferenz und stellte den
Forderungskatalog an die zukünftige Bundesregierung vor.

Laut Diakonie kommen Menschen mit intellektueller Behinderung in
den Argumenten der wahlwerbenden Gruppen kaum vor, obwohl ihre
Partizipation an der Gesellschaft noch lange nicht gegeben ist.
"Wir fordern von der künftigen Bundesregierung flächendeckende
Frühförderangebote sowie integrative Schulausbildung für Kinder mit
intellektueller Behinderung. Es muss angepasste Ausbildungsformen für
Jugendliche mit intellektueller Behinderung geben sowie einen
Pensionsanspruch nach Tätigkeit in geschützten Werkstätten. Es kann
nicht sein, dass die derzeit rund 17.000 Menschen mit Behinderungen
am Ende ihres Arbeitslebens ohne gesetzliche Pension auskommen
müssen", betont Michael Chalupka.

Beim Thema Pflege fordert die Diakonie leistbare und
bedürfnisgerechte Pflege für alle. "Pflegebedürftigkeit müsse endlich
als allgemeines Lebensrisiko anerkannt und solidarisch finanziert
werden. Eine Entlastung pflegender Angehöriger - besonders von
Frauen, die fast 80 Prozent der Angehörigen-Pflege leisten, muss
endlich realisiert werden. Um bestehende Pflegelücken zu schließen,
gehört das Angebot an differenzierten Pflegedienstleistungen, wie
z.B. die "8-Stunden-Betreuung", Pflege an Wochenenden, Feiertagen und
in der Nacht, dringend ausgebaut. Neue Wohnkonzepte für Menschen im
Alter müssen flächendeckend angeboten werden", fordert der
Diakonie-Direktor. Als weiteren Punkt fordert Chalupka ein
Pflege-Assessment sowie eine Reform des Einstufungsverfahrens.
Demenzerkrankte Menschen bedürfen einer höheren
Pflegegeld-Einstufung, die nicht ausschließlich nach medizinischen
Kriterien erfolgen darf. Sozial-psychologische Beratung und
Behandlung muss in die Bedarfserhebung einbezogen werden.

"Und schließlich sehen wir von Seiten der Diakonie mit Besorgnis,
wie Menschen auf der Flucht und MigrantInnen als Projektionsflächen
eigener Vorurteile missbraucht werden. Statt Ängste zu schüren,
sollte ihnen konstruktiv begegnet werden - wenn das Thema Migration
wirklich ein so gewichtiges ist, dann verlange ich ein
Integrationsministerium, das ganzheitlich arbeitet und alle Bereiche
wie Bildung, Arbeitsmarkt, Kultur und Soziales mitberücksichtigt."

Diakonie Appell an Unentschlossene und ErstwählerInnen

Für alle JungwählerInnen und Unentschlossenen veröffentlicht die
Diakonie auf ihrer Homepage www.diakonie.at einen Fragenkatalog,
anhand dessen die Wahlprogramme der einzelnen Parteien kritisch
geprüft werden können und ruft auch dazu auf, KandidatInnen zur
Nationalratswahl mit diesen Fragen zu konfrontieren.

Bis Jahresende wird die Diakonie in einer österreichweiten
Kampagne mit dem Titel "Nähe ist Diakonie" für die sozialen
Bedürfnisse jener Menschen sensibilisieren, die täglich bei ihr
Schutz und Unterstützung suchen.

Rückfragehinweis:

Bettina Klinger/Diakonie Österreich
   Leitung Kommunikation
   Tel: 409 80 01-14
   Mobil: 0664 / 314 93 95
   E-Mail: [email protected]
   Internet: www.diakonie.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | DIK

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel