• 05.09.2008, 08:49:44
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Geld regiert die Fußballwelt - von Wolfgang Unterhuber

Sind teure Fußballspieler besser? Ja, sagen die Experten einer Bank

Wien (OTS) - Kann ein Mensch 165 Millionen Euro wert sein? Seit
dieser Woche offensichtlich ja. Hier geht es jetzt aber nicht um die
Abfertigungssumme für einen deutschen oder amerikanischen
Top-Manager, sondern um einen Fußballspieler. Konkret um Cristiano
Ronaldo. Der spielt derzeit noch bei Manchester United. Doch der neue
Eigentümer des Lokalrivalen Manchester City, die Abu Dhabi United
Group, ist scharf auf den portugiesischen Ballkünstler, den derzeit
viele für den besten Fußballer der Welt halten. 165 Millionen: Das
ist weit mehr als das Doppelte des bisherigen Transfer-Rekords aus
dem Jahr 2001. Damals zahlte Real Madrid 73 Millionen Euro für
Zinédine Zidane an Juventus Turin. Noch ein anderer Vergleich: 165
Millionen ist in etwa momentan ein Drittel von dem, was die Austrian
Airlines wert ist. Doch nicht nur die Transfersummen sind ein schöner
Happen Geld, sondern auch die Jahresgagen der Kicker. David Beckham,
wie könnte es anders sein, ist laut Forbes-Magazin mit 35,7
Millionen Euro Jahresverdienst die klare Nummer eins. Dagegen nehmen
sich die Gagen der österreichischen Spitzenmanager eher mager aus.
Unsere Nummer eins in der Wirtschaft, Magna-Mann Siegfried Wolf, wird
inklusive aller Bonifikationen auf sechs bis sieben Millionen
Jahresgage geschätzt. So viel nur zu den Relationen.

Bleibt also die Frage, ob die Ablösesummen und Gagen im Fußball nicht
jede vernüftige Dimension verlassen haben. Die Antwort ist simpel:
Ja. Aber solange Investoren bereit sind, solche Summen hinzublättern,
ist das ihre Sache. Und jeder Sport-Investor, egal ob ein Scheich
oder ein Didi Mateschitz, wird wohl seine unternehmerischen Gründe
dafür haben. Solange die Fans in die Stadien strömen und sich die
TV-Stationen um die Übertragungsrechte balgen, kann man über diverse
Summen wohl den Kopf schütteln, am Ende bestimmt aber sozusagen das
Interesse der Konsumenten.

Es gibt zwar die Meinung, dass eine zusammengekaufte Millionentruppe
noch keine sportlichen Erfolge garantiert. Doch die Experten der
Schweizer Großbank UBS widersprechen da, zumindest was die
langfristige Perspektive angeht. Der Marktwert der spanischen
Nationalspieler betrug laut UBS zuletzt 248 Millionen, der der
italienischen Mannschaft 236 Millionen. Die Spanier sind bekanntlich
Europameister und die Italiener Weltmeister. So gesehen schaut es für
Österreich gegen Frankreich für uns schlecht aus. 155 französische
Millionen treten gegen 22 österreichische Millionen Euro an.

Rückfragehinweis:
WirtschaftsBlatt
Redaktionstel.: (01) 60 117/300
http://www.wirtschaftsblatt.at

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