AUVA erinnert: Beitragsfreier Unfallversicherungsschutz für Schülerinnen und Schüler

Wien (OTS) - Der Turnunterricht, die Pausen, aber auch der
Schulweg sind Ort vieler Unfälle. Im Jahr 2007 verzeichnete die AUVA 53.466 Schulunfälle. Dass die SchülerInnen bei allen schulischen Aktivitäten und auf dem Weg zu ihrer Bildungseinrichtung beitragsfrei unfallversichert sind, ist vielen nicht bewusst. Pünktlich zum Schulbeginn in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland möchte die AUVA SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen an den Versicherungsschutz erinnern.

Die soziale Unfallversicherung gilt für alle SchülerInnen an allgemein bildenden Pflichtschulen, an berufsbildenden Schulen und Akademien, an allgemein bildenden höheren Schulen, an Schulen der Lehrer- und Erzieherbildung, an Universitäten, Kunsthochschulen und theologischen Lehranstalten sowie an Fachhochschul-Studiengängen. Versichert sind rund 1,3 Millionen Schüler und Studierende.

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Um die Unfallrate zu minimieren, setzt die AUVA in den Schulen vor allem auf die Sicherheitserziehung, mit dem Ziel eine nachhaltige Verhaltensänderung zu erreichen. Präventionsexperten der AUVA besuchen diesbezüglich Schulen, beraten die Lehrkräfte und Schulerhalter über die Sicherheit bzw. betreuen Projekte und Aktionen, in deren Rahmen die Schüler selbst aktiv werden wie beispeisweise beim Workshop "Fallen lernen". Unterstützt wird die Sicherheitserziehung mit einem breit gefächerten, schulstufenadäquaten Angebot an Materialien wie Broschüren, Postern, Spielen oder Videos. "Der Schutz der Menschen bei der Arbeit und der Ausbildung ist unsere wichtigste Aufgabe", so der Obmann der AUVA, Dr. Hans Jörg Schelling. "Unser vorrangiges Ziel ist es, Unfälle zu verhüten. Mit unserer Kampagne "Baba und fall net!" wenden wir uns daher auch an alle Schülerinnen und Schüler, die Lehrkräfte und die Eltern."

AUVA erbringt umfassende Leistungen im Schadensfall

Trotz intensiver präventiver Maßnahmen, sind Unfälle nicht immer zu vermeiden. Damit die Leistungen der AUVA erbracht werden können, muss jeder Unfall der örtlich zuständigen Landesstelle der AUVA von der Schulleitung gemeldet werden. Unter dieser Voraussetzung gibt es von der AUVA sowohl Sach- als auch Geldleistungen:

- UNFALLHEILBEHANDLUNG: In den sieben Unfallkrankenhäusern (UKHs) der AUVA wird der verletzte Schüler/die verletzte Schülerin mit allen geeigneten Mitteln sowohl stationär als auch ambulant behandelt. Wird er/sie in einem anderen Krankenhaus (ausgenommen Privatkliniken ohne Vertrag mit der Krankenkasse) oder bei einem Kassenarzt behandelt, kommt grundsätzlich die zuständige Krankenkasse für die Behandlungskosten auf.

- BERGUNGS- UND TRANSPORTKOSTEN: Für Bergungs- und Transportkosten kommt die AUVA nur dann auf, wenn diese medizinisch notwendig ist und in ein UKH der AUVA führt. Das gilt auch für Hubschraubertransporte, wobei der Kostenersatz derzeit mit EUR 948,27 limitiert ist. Erfolgt der Transport in ein anderes Krankenhaus, ist im Regelfall die Krankenkasse für die Kosten zuständig.

- PROTHETISCHE VERSORGUNG/HILFSMITTEL: Wird nach einem Unfall ein Zahnersatz erforderlich, bleibt der Anspruch auf Leistung bis zur endgültigen Versorgung (Abschluss des Zahnwechsels) bestehen. Auch bereits vorhandene Hilfsmittel wie beispielsweise Brillen werden - im Falle der Zerstörung bei einer Körperverletzung - ersetzt.

- REHABILITATION: Zur bestmöglichen medizinischen Behebung schwerer Unfallfolgen kann nach Abschluss der Unfallheilbehandlung ein Aufenthalt in einem der vier Rehabilitationszentren der AUVA folgen.

- FINANZIELLE ENTSCHÄDIGUNG: Ist die Erwerbsfähigkeit eines Schülers/einer Schülerin durch einen Unfall länger als drei Monate um mindestens 20 Prozent gemindert, wird ein einmaliges "Versehrtengeld" ausgezahlt. Dessen Höhe richtet sich nach der Minderung der Erwerbsfähigkeit und beträgt zurzeit zwischen EUR 575,62 (bei 20 Prozent) und EUR 5.777,65 (bei 100 Prozent). Ist die Erwerbsfähigkeit länger als drei Monate um mindestens 50 Prozent gemindert, besteht Anspruch auf eine Versehrtenrente (14- mal jährlich). Sie gebührt ab dem Zeitpunkt, zu dem die Ausbildung voraussichtlich beendet wäre. Die Höhe der Versehrtenrente richtet sich nicht nur nach der Minderung der Erwerbsfähigkeit, sondern auch nach der Bemessungsgrundlage. Sie beträgt bei 100-prozentiger Minderung der Erwerbsfähigkeit zurzeit zwischen EUR 592,26 (bei Vollendung des 15. Lebensjahres), EUR 789,76 (bei Vollendung des 18. Lebensjahres) und EUR 1.184,61 (bei Vollendung des 24. Lebensjahres).

Nähere Auskünfte zu den Leistungen der sozialen Unfallversicherung für SchülerInnen erteilt die örtlich zuständige AUVA Landesstelle bzw. Außenstelle. Eine Leistungsübersicht ist auch im Internet unter www.auva.at/publikationen unter "Versicherten-Infos" zu finden.

Über die AUVA: Soziale Unfallversicherung für rund 4,5 Millionen Versicherte

Bei der AUVA sind rund 4,5 Mio. Personen gesetzlich gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten versichert: 1,3 Mio. Arbeiter, 1,5 Mio. Angestellte, 380.000 Selbstständige sowie 1,3 Mio. Schüler und Studenten. Die AUVA finanziert ihre Aufgaben als soziale Unfallversicherung überwiegend aus Pflichtbeiträgen der Dienstgeber. Diese zahlen 1,4 Prozent der monatlichen Bruttolohnsumme jedes Dienstnehmers (bis zur Höchstbeitragsgrundlage von 3.930,00 Euro) als Unfallversicherungsbeitrag ein.

Prävention ist die vorrangige Kernaufgabe der AUVA, weil sich damit das Schadensgeschehen ursächlich beeinflussen lässt. Prävention - also die Verhütung von Unfällen und die Vorbeugung von Berufskrankheiten - senkt die Kosten für die Heilbehandlung, die Rehabilitation und die finanzielle Entschädigung von Unfallopfern am wirksamsten. Die AUVA hat sich daher nie als "Verwalter" von Arbeitsunfällen betrachtet oder sich darauf beschränkt, "nur" die Haftung der Arbeitgeber im Falle von Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten zu übernehmen. Die AUVA hat es immer als ihre vorrangige Auf-gabe angesehen, aktiv und offensiv Arbeitsunfälle zu verhüten: etwa durch intensive Aufklärung über Gefahren am Arbeitsplatz, Information oder Motivation der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, durch Forschung oder durch vorbeugende Betreuung von besonders bedrohten Versicherten. In die Säule Prävention wurden 2007 rund 60 Mio. Euro investiert.

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