• 28.08.2008, 11:15:37
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In Zeillern brennt die Medizin!

Bringen die kommenden Jahre Exekution oder Begnadigung?

Wien (OTS) - Die so genannte Gesundheitsreform vom Frühsommer, die
nach Ansicht der Ärztekammern massive Einschnitte in die Rechte der
Patientinnen und Patienten zur Folge gehabt hätten, konnte gerade
noch verhindert werden. Seit Jahrzehnten war die Ärzteschaft zum
ersten Mal wieder gezwungen, für die Erhaltung eines menschenwürdigen
Gesundheitssystems auf die Straße zu gehen. Doch was kommt danach?
Ende September stehen jedenfalls Neuwahlen an. "Gesundheitspolitik
rangiert zwar ganz unten auf der Beliebtheitsskala der Politiker in
Vorwahlzeiten, ist aber zweifellos eines der brennenden Themen in den
Jahren nach der Wahl", so der Präsident der Ärztekammer für
Niederösterreich Dr. Christoph Reisner. Damit sich die
wahlberechtigten Ärztinnen und Ärzte ein Bild über die
gesundheitspolitischen Pläne der Parteien machen können, wurde eine
Podiumsdiskussion mit Vertretern aller wahlwerbenden Gruppierungen am
2. September ab 20.00 Uhr in Zeillern (Bezirk Amstetten) angesetzt.

Das Podium wird hochkarätig besetzt sein. Neben den
Gesundheitssprechern fast aller derzeit im Parlament vertretenden
Parteien konnte auch der Großteil der neu kandidierenden
Gruppierungen für die Diskussion gewonnen werden. Der Frust über die
den Frühsommer beherrschende Thematik sitzt bei den Ärztinnen und
Ärzten immer noch tief: "Wir erwarten uns daher auch eine spannende
und sicherlich kontroverse Diskussion, die dem Titel "In Zeillern
brennt die Medizin!" auch gerecht wird. Schließlich teilen die
meisten Ärztinnen und Ärzte die Ansicht der Ärztekammern, dass das zu
Grabe getragene Reformwerk das Ende des freien Berufes der Ärztinnen
und Ärzte und somit des sozialen und solidarischen Gesundheitssystems
eingeläutet hätte", so Präsident Dr. Reisner.

Gefragt sind jedoch keine üblichen Vorwahlversprechen, die
traditionell bei allen Parteien einstimmig "Stärkung der Rolle des
Hausarztes", "Spitzenmedizin für alle", "wohnortnahe Versorgung" oder
"keine weiteren Selbstbehalte" lauten. "Wie die Umsetzungspläne dann
aussehen, hat uns die jüngst gescheiterte große Koalition bewiesen".
Präsident Dr. Reisner wünscht sich klare Antworten und Konzepte für
Reformen, die sich den Namen auch verdienen. "Bedarf unser europaweit
bestes Gesundheitssystem dann überhaupt neuer Strukturen oder genügt
eine Neuordnung der Finanzierung? Welche Maßnahmen zur Stärkung des
vergleichsweise preiswerten niedergelassenen Bereichs gibt es? Ist
ein neuerlicher Anlauf für eine Gesundheitsreform ohne
Miteinbeziehung des stationären Bereiches, also ausschließlich im
Bereich der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte denkbar?" Man darf
also auf den zukunftsweisenden Verlauf der Diskussion mit Recht
gespannt sein!

Rückfragehinweis:
Michael Dihlmann, Pressesprecher
Tel.: 0664/144 98 94, E-Mail: [email protected]

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