In Zeillern brennt die Medizin!

Bringen die kommenden Jahre Exekution oder Begnadigung?

Wien (OTS) - Die so genannte Gesundheitsreform vom Frühsommer, die nach Ansicht der Ärztekammern massive Einschnitte in die Rechte der Patientinnen und Patienten zur Folge gehabt hätten, konnte gerade noch verhindert werden. Seit Jahrzehnten war die Ärzteschaft zum ersten Mal wieder gezwungen, für die Erhaltung eines menschenwürdigen Gesundheitssystems auf die Straße zu gehen. Doch was kommt danach? Ende September stehen jedenfalls Neuwahlen an. "Gesundheitspolitik rangiert zwar ganz unten auf der Beliebtheitsskala der Politiker in Vorwahlzeiten, ist aber zweifellos eines der brennenden Themen in den Jahren nach der Wahl", so der Präsident der Ärztekammer für Niederösterreich Dr. Christoph Reisner. Damit sich die wahlberechtigten Ärztinnen und Ärzte ein Bild über die gesundheitspolitischen Pläne der Parteien machen können, wurde eine Podiumsdiskussion mit Vertretern aller wahlwerbenden Gruppierungen am 2. September ab 20.00 Uhr in Zeillern (Bezirk Amstetten) angesetzt.

Das Podium wird hochkarätig besetzt sein. Neben den Gesundheitssprechern fast aller derzeit im Parlament vertretenden Parteien konnte auch der Großteil der neu kandidierenden Gruppierungen für die Diskussion gewonnen werden. Der Frust über die den Frühsommer beherrschende Thematik sitzt bei den Ärztinnen und Ärzten immer noch tief: "Wir erwarten uns daher auch eine spannende und sicherlich kontroverse Diskussion, die dem Titel "In Zeillern brennt die Medizin!" auch gerecht wird. Schließlich teilen die meisten Ärztinnen und Ärzte die Ansicht der Ärztekammern, dass das zu Grabe getragene Reformwerk das Ende des freien Berufes der Ärztinnen und Ärzte und somit des sozialen und solidarischen Gesundheitssystems eingeläutet hätte", so Präsident Dr. Reisner.

Gefragt sind jedoch keine üblichen Vorwahlversprechen, die traditionell bei allen Parteien einstimmig "Stärkung der Rolle des Hausarztes", "Spitzenmedizin für alle", "wohnortnahe Versorgung" oder "keine weiteren Selbstbehalte" lauten. "Wie die Umsetzungspläne dann aussehen, hat uns die jüngst gescheiterte große Koalition bewiesen". Präsident Dr. Reisner wünscht sich klare Antworten und Konzepte für Reformen, die sich den Namen auch verdienen. "Bedarf unser europaweit bestes Gesundheitssystem dann überhaupt neuer Strukturen oder genügt eine Neuordnung der Finanzierung? Welche Maßnahmen zur Stärkung des vergleichsweise preiswerten niedergelassenen Bereichs gibt es? Ist ein neuerlicher Anlauf für eine Gesundheitsreform ohne Miteinbeziehung des stationären Bereiches, also ausschließlich im Bereich der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte denkbar?" Man darf also auf den zukunftsweisenden Verlauf der Diskussion mit Recht gespannt sein!

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