Aktuelle Studie zur Patientenzufriedenheit in Österreich: - Österreicher haben Angst vor Gesundheitsreform - Patienten mit Ausstattung von Wartezimmern unzufrieden

Wien (OTS) - Nachteile durch die geplante Gesundheitsreform befürchten gleich drei Viertel aller Österreicher.

50,7 Prozent der Österreicher haben etwa Angst, minderwertige Medikamente zu erhalten, 30 Prozent fürchten längere Wartezeiten in Arztpraxen. Mehr als die Hälfte der Patienten ist derzeit mit der Wartezimmer-Ausstattung ihrer Ärzte unzufrieden. Hauptkritikpunkte:
keine aktuellen Informationsangebote, unbequeme Sitzgelegenheiten, schlechte Lüftung. Das sind die Ergebnisse einer aktuellen Marketagent-Studie zur Patientenzufriedenheit in Österreich, die bereits zum zweiten Mal im Auftrag von Medscreen durchgeführt wurde.

Der aktuelle Zustand des österreichischen Gesundheitswesens sorgt seit Monaten für heftige politische Diskussionen. Wie aber denken die Patienten über eine Gesundheitsreform?

Im Rahmen der zweiten Umfrage zum Thema "Patientenzufriedenheit in Österreichs Wartezimmern" hat das Institut Marketagent.com im Auftrag von Medscreen die Ängste und Sorgen der Österreicher rund um die geplante Gesundheitsreform unter die Lupe genommen.

80 Prozent der Bevölkerung: "Gesundheitsreform ist notwendig" - 73,5 Prozent befürchten jedoch gleichzeitig Verschlechterungen in der Versorgung

Obwohl fast 80 Prozent (78,7 Prozent) der über 450 Befragten der Meinung sind, dass eine Gesundheitsreform in Österreich notwendig ist, befürchten fast ebenso viele (73,5 Prozent) dadurch erhebliche Verschlechterungen in der Gesundheitsversorgung.

50,7 Prozent der Österreicher befürchten etwa, dass sie in Zukunft aufgrund von neuen Regelungen minderwertigere Medikamente erhalten werden. 48,2 Prozent glauben, dass der Arzt weniger Zeit für die Behandlung der einzelnen Patienten haben wird. 38,2 Prozent gehen davon aus, dass in Folge der Gesundheitsreform Ordinationen geschlossen werden müssen und 30 Prozent erwarten, dass die Wartezeiten in Arztpraxen noch länger sein werden.

Nur etwa ein Viertel der Österreicher (26,5 Prozent) hat keine Befürchtungen, dass sich durch die Gesundheitsreform an der Qualität der Gesundheitsversorgung etwas verschlechtern wird.

Gerald Buchas, Geschäftsführer von Medscreen und Auftraggeber der Studie: "Die Verunsicherung und die großen Ängste in der Bevölkerung zeigen, dass die Information der öffentlichen Hand rund um die geplante Gesundheitsreform leider versagt hat. Wir werden die Ergebnisse der Umfrage zum Anlass nehmen und redaktionell noch mehr Informationen über die geplante Gesundheitsreform anbieten. Darüber hinaus laden wir alle öffentlichen Einrichtungen und auch die Ärzteschaft ein, sich via Medscreen an dieser dringend notwendigen Informationsarbeit zu beteiligen."

Neben den Erhebungen zu den Themen der Gesundheitsreform hat sich die Studie auch intensiv mit der aktuellen Situation in Österreichs Arztpraxen und der damit verbundenen Patientenzufriedenheit auseinandergesetzt.

Die Hälfte der österreichischen Arztpraxen entspricht nicht den Ansprüchen der Patienten

Aus diesen Ergebnissen geht hervor, dass mehr als die Hälfte der Studienteilnehmer der Meinung sind, dass Österreichs Ärzte mehr in ihre Arztpraxen investieren müssten.

56,4 Prozent geben an, dass sich in den von ihnen genutzten Arztpraxen und deren Wartezimmern seit vielen Jahren nichts geändert hat und sind der Meinung, dass diese heute modernen Ansprüchen nicht mehr entsprechen.

Buchas: "Für die Ärzte sollte dabei alarmierend sein, dass fast die Hälfte aller Befragten das Wartezimmer als wesentlich mitentscheidend dafür bezeichnen, ob sie einen Arzt weiterempfehlen bzw. erneut besuchen. Alle Ärzte sind also gut beraten, der Ausstattung ihrer Wartezimmer mehr Aufmerksamkeit zu widmen."

Bereits im Rahmen der ersten diesbezüglichen Erhebung im Jahr 2006 war einer der Hauptkritikpunkte der Patienten, dass in den Wartezimmern der Ärzte zu wenig aktuelle Informationsangebote zur Verfügung stehen. Diese Unzufriedenheit ist in den letzten beiden Jahren weiter gestiegen. Haben 2006 "nur" 32,6 Prozent der Studienteilnehmer "keine Infoangebote und aktuelle Tageszeitungen/Magazine" in den Wartezimmern ihrer Ärzte kritisiert, so sind es in der aktuellen Studie bereits 41 Prozent aller Patienten.

Der Anspruch der Patienten dürfte hier durch die Einführung von modernen Patienteninfo-Systemen in vielen Arztpraxen deutlich gestiegen sein.

Moderne Patienten-Informationssysteme setzen sich durch

Immer mehr Patienten bekunden Interesse an Informationen über Zusatzleistungen ihres Arztes, möchten jedoch über diese und andere Standardfragen wie z. B. "Welche Impfungen sind notwendig?" oder "Welche Leistungen zahlen die Kassen?" bereits während der Wartezeit im Wartezimmer informiert werden (78,3 Prozent).

Da von besser informierten Patienten die Ärzte ebenfalls profitieren, haben Flatscreen-Infosysteme in österreichischen Arztpraxen zuletzt deutlich zugenommen. Über 1.800 Ärzte in ganz Österreich nutzen bereits Medscreen und informieren darüber ihre Patienten und bieten ihnen Unterhaltung mit einem für das Wartezimmer angepassten Infotainmentprogramm.

Patienten wünschen sich mehr Zeit vom Arzt

Dabei ist besonders wichtig, dass durch Information im Wartezimmer die wertvolle Zeit beim Arzt selbst besser genutzt werden kann. Denn etwa die Hälfte der Befragten (43,2 Prozent) möchte, dass sich die Ärztin oder der Arzt mehr Zeit für die Behandlung nimmt. Die Patienten gaben im Rahmen der Umfrage an, dass sie 80 Prozent oder mehr ihrer Zeit in der Arztpraxis im Wartezimmer verbringen und nur 20 Prozent bzw. deutlich weniger beim Arzt selbst.

Für 55 Prozent wäre der Umstand, dass der Arzt zu wenig Zeit für den Patienten hat, ein klarer Grund, den Arzt zu wechseln. Etwa ein Drittel der Studienteilnehmer würde wegen zu langer Wartezeiten den Arzt wechseln.

Schlechte Luft und unbequeme Sitzgelegenheiten - die Realität in Österreichs Wartezimmern

Weitere Hauptärgernisse in Arztpraxen sind für Patienten, wie 41,4 Prozent der Befragten beklagen, unbequeme Sitzgelegenheiten und eine schlechte Lüftung (40,8 Prozent) der Wartezimmer.

Aber auch beim Stil der Einrichtung von Arztpraxen scheiden sich offensichtlich die Geschmäcker: Über ein Viertel aller Österreicher (26,8 Prozent) beklagt die "lieblose, veraltete Einrichtung" ihrer Arztpraxen.

Medscreen initiiert "Medlounge": Expertengruppe soll "Ordination der Zukunft" entwickeln

Medscreen hat die Erkenntnisse aus den Patienten-Umfragen zum Anlass genommen und unter dem Titel "Medlounge" ein interdisziplinäres Expertenteam unter der Leitung des Architekten DI Thomas Abendroth gewonnen, um gemeinsam das "Wartezimmer der Zukunft" zu entwickeln.

Experten und Expertinnen aus den Bereichen Architektur, Design, Psychologie und Kommunikationswissenschaften befassen sich derzeit gemeinsam mit der bestmöglichen Gestaltung von Warteräumen. Erste Entwürfe und Ideen der Expertengruppe wurden im Rahmen der Präsentation der Patientenumfrage vorgestellt.

"Gemeinsam wollen wir mehr Atmosphäre und Ruhe in die Arztpraxen bringen. Weiße Wände und Gestaltungschaos sollen aus den Wartezimmern verbannt werden", so Architekt Thomas Abendroth zur Idee des Medlounge-Konzepts.

Bis Anfang 2009 ist gemeinsam mit Partnern aus der heimischen Wirtschaft die Entwicklung eines 1:1 Prototyps des "Wartezimmers der Zukunft" geplant.

Über Medscreen:

Das Österreichische Unternehmen Medscreen (www.medscreen.at) hat sich auf redaktionell betreute Informations- und Unterhaltungsangebote für den Wartezimmerbereich von Gesundheitseinrichtungen wie Arztpraxen, Ambulatorien oder Spitäler inklusive der dafür notwendigen technischen Infrastruktur spezialisiert. Mit Infotainment-Angeboten auf Großbildschirmen wird Patienten die Zeit im Wartezimmer verkürzt und Ärzten eine effiziente Möglichkeit zur Präsentation ihrer Dienstleistungen geboten. Das unabhängige Medscreen-Redaktionsteam erstellt täglich ein aktuelles 60-minütiges Informationsprogramm, das via Internet in die Arztpraxen übertragen wird. Medscreen wurde Anfang 2006 in Wien gegründet, hat 60 Mitarbeiter und steht mehrheitlich im Eigentum der international tätigen Investment- und Managementgruppe "Andlinger & Company, Inc.".

Text- und Bilddownloads unter:

http://www.medscreen.at/presse/downloads/

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Jürgen H. Gangoly, Tel.: +43 1 505 26 25 DW 13
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