- 26.08.2008, 08:31:58
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Teuerung: Schulanfang nicht leistbar - Arme Eltern, schlechte Chancen?
Diakonie fordert eine Schule, die sozial nicht ausgrenzt - und ruft zur Hilfe am Schulstart auf.
Wien (OTS) - "Ein guter Start am Schulanfang wird sich angesichts
der Teuerungen für viele Kinder heuer nicht ausgehen", warnt der
Sozialexperte der Diakonie Österreich, Martin Schenk. "Jetzt schon
leben 225 000 Kinder in äußerst beengten Verhältnissen, sie leben in
überbelegten Wohnungen, das heißt sie haben mit großer
Wahrscheinlichkeit zu wenig Platz zum Spielen und Arbeiten, keinen
eigenen Schreibtisch", weist Schenk auf die schlechten
Startbedingungen vieler Kinder am Schulanfang hin. "Der eigene Platz
zum Lernen, sich zu Konzentrieren ist ein Faktor, der in den OECD
Bildungsstudien als wichtiger Indikator für Lernerfolg beschrieben
wird", so Schenk. Und: "83 000 Kinder leben in Wohnungen, die nicht
angemessen warm gehalten werden können."*)
"Zunehmend klagen Eltern über die oft nicht mehr leistbaren
Beiträge, die zu Schulbeginn abverlangt werden. Ein einfaches
Startpaket für einen Schulanfänger bestehend aus Schultasche,
Sportbeutel, Heften, verschiedenen Stiften, Handarbeitskoffer,
Malfarben kostet 100 bis 200 Euro", beschreibt Claudia Röthy,
Geschäftsführerin der Stadtdiakonie Wien, die schwierige Situation.
Dazu kommen noch je nach Schulstufe und Schultyp Beiträge wie
Kopierkosten, Milchgeld, Abos für Jugendliteratur,
Projekt- und Wandertage, Elternvereinsbeiträge und vieles mehr.
"Damit Zukunft nicht von der Herkunft abhängt, braucht es
Hilfestellungen am Schulstart genauso wie einen Bildungsweg, der
nicht sozial selektiert, sondern individuell fördert", betont
Sozialexperte Schenk. "Wichtig wäre auch, Schulen in sozial
benachteiligten Bezirken oder Regionen besonders gut auszustatten und
zu fördern, damit sie für alle Einkommensschichten attraktiv
bleiben."
"Eine Schule, die nicht sozial ausgrenzt, ist zentrale
Voraussetzung für Armutsbekämpfung und Aufstiegschancen von Kindern
aus benachteiligten Familien", so Schenk weiter. "Trotz gut
ausgebauten Sozialstaats sind die Aufstiegschancen von Kindern
unabhängig des soziales Status ihrer Eltern im europäischen Vergleich
in Österreich unterdurchschnittlich. "Wir haben eine im europäischen
Vergleich geringe Kinderarmut, aber nur durchschnittliche Werte bei
den sozialen Aufstiegschancen von Kindern aus ärmeren Haushalten. Die
Schule hat eine zentrale Verantwortung dafür, ob die Bildungschancen
vom Talent des Kindes oder vom Einkommen der Eltern abhängen.",
zitiert Diakonie-Sozialexperte Martin Schenk die internationalen
Schul- und Armutsstudien. "Das liegt an der Schulorganisation wie an
der Unterrichtsqualität, genauso wie an der Schulraumarchitektur und
der Lehrerausbildung. Das eine ist vom anderen nicht zu trennen."
Aktion Schulanfang 08: Schulsachen für Kinder armer Eltern
Zur Akuthilfe für Kinder, deren Eltern sich den Schulstart nicht
leisten können, hat die Stadtdiakonie Wien ein Spendenkonto
eingerichtet. "Alle Schülerinnen und Schüler sollen gleiche Chancen
und Möglichkeiten haben", so Claudia Röthy abschließend.
Aktion Schulanfang, Stadtdiakonie Wien.
Kt.Nr: 7477417, Raiffeisen BLZ 32 000
*) Quelle: Statistik Austria 2008, EU-SILC 2006.
Rückfragehinweis:
Martin Schenk, Tel.: 01/ 409 80 01 oder Mobil: 0664/ 544 55 54
www.diakonie.at Claudia Röthy, Mobil: 0664/ 522 75 46
http://diakoniewien.at/
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