• 21.08.2008, 12:15:05
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Volkshilfe erinnert an die tschechischen Flüchtlinge im Jahr 1968

Damals wurden die Flüchtlinge in Österreich freundlich aufgenommen

Wien (OTS) - Schon wenige Stunden nach der Besetzung der damaligen
CSSR am 21. August 1968 bildet die Volkshilfe mit befreundeten
Organisationen ein gemeinsames "Aktions-Komitee für die CSSR -
Hilfe". Ein rascher Spendenaufruf in den Zeitungen bringt die ersten
Geldmittel.

Die Grenze zwischen Ungarn und der CSSR wird gesperrt, damit
können rund 50 000 tschechoslowakische Touristen, die in Jugoslawien,
Bulgarien und Rumänien auf Urlaub waren, nicht nach Hause zurück.
Laufend treffen Flüchtlinge in Wien ein, die mit einer Unterkunft,
sanitären Einrichtungen, Nahrungsmitteln und in Folge auch Kleidung
versorgt werden müssen.

In der Zentrale der Volkshilfe Österreich in der Auerspergstraße
in Wien wird im Erdgeschoss mit Unterstützung der Gemeinde Wien, des
Roten Kreuzes, des Gewerkschaftsbundes und der Kinderfreunde die
Einsatzzentrale errichtet. Es werden Betreuungskarten für Mahlzeiten,
Benzingutscheine, Fahrkarten, Bekleidung, Wäsche und Schuhe
ausgegeben, lange Menschenschlangen bilden sich im ersten Bezirk.

Als immer mehr Menschen kommen, stellt die Stadt Wien die
Stadthalle, die Eishalle im Donaupark, das Arsenal und die
Obdachlosenheime zur Verfügung. Im Hörndlwald der Volkshilfe
campieren hunderte Menschen. Anfang September beruhigt sich die
Situation in der CSSR, viele Tschechen und Slowaken treten die
Heimreise an. Laut dem Ludwig Boltzmann-Institut kamen bis Herbst
1969 rund 210 000 Menschen aus der Tschechoslowakei nach Österreich.
Die Betreuung der Flüchtlinge, die in Österreich bleiben, wird der
Volkshilfe übertragen. Die HelferInnen unterstützen die Menschen beim
Aufbau eines neuen Lebens in Österreich. Auch die Weiterreise in
andere Staaten wird organisiert, viele Länder hatten Interesse an den
tschechoslowakischen Auswanderern. Denn diese waren jung und
gebildet, 70 Prozent von ihnen waren unter 35 Jahre alt, 38 Prozent
hatten Matura oder einen akademischen Grad. Zu den
Hauptaufnahme-Ländern gehörten Kanada, Australien, Südafrika, die USA
und die Schweiz.

Der Präsident der Volkshilfe Österreich Josef Weidenholzer
erinnert daran, "dass die Hilfsbereitschaft der ÖsterreicherInnen
damals sehr groß war. Viele Flüchtlinge heute wurden sich eine solch
freundliche Aufnahme wünschen."

Rückfragehinweis:
Erwin Berger,
Leiter Kommunikation Volkshilfe Österreich
Tel. 0676 83 402 215
mailto:[email protected]

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