- 20.08.2008, 10:24:51
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AKNÖ-Lehrlingsbefragung (2): Praxisbezug der Berufsschulen gut - Kosten für Internat zu hoch
AKNÖ fordert kostenlosen Internatsaufenthalt für Lehrlinge
Wien (AKNÖ) - Die Lehrlinge schätzen den Praxisbezug des
Berufsschulunterrichts, wünschen sich jedoch verstärkt bessere
individuelle Förderung durch die LehrerInnen. Das ergab eine
Befragung der NÖ Arbeiterkammer bei 3.500 Lehrlingen. Als Problem
empfinden Lehrlinge die Kosten des Berufsschul-Internats. "Die
meisten Lehrlinge können keine Berufsschule am Wohnort besuchen und
müssen daher im Internat übernachten. Die Internatskosten sind für
etliche Lehrlinge so hoch, dass sie um ihre Lehrlingsentschädigung
fallen", erklärt AKNÖ-Präsident Josef Staudinger und fordert einen
kostenlosen Aufenthalt in Berufsschul-Internaten.
Bei der AKNÖ-Lehrlingsbefragung wurden Fragen zur Berufsschule und
zum Berufsschul-Internat gestellt. Dabei stellte sich heraus, dass
die Lehrlinge die Qualität des Unterrichts in der Berufsschule
mehrheitlich positiv beurteilen. Sowohl der Praxisbezug des
Unterrichts als auch die Vermittlung des Unterrichtsstoffes ist gut
und verständlich. Gewünscht wird aber eine stärkere individuelle
Förderung und Eingehen auf die einzelnen SchülerInnen. Bei der
Unterbringung in den Berufsschul-Internaten bekamen die Sauberkeit
und die Auswahl an Freizeiteinrichtungen durchwegs zufriedenstellende
Beurteilung, Verbesserungsbedarf orten viele Lehrlinge bei der
Ausstattung der Internate. Lernstunden empfinden über 75 Prozent der
Lehrlinge als hilfreich. Und die Kontrolle der Heimordnung wird
mehrheitlich als "eher streng" empfunden.
Problem Internatskosten
Für viele Lehrlinge stellt die Berufsschule eine finanzielle
Belastung dar. Denn Lehrlinge, die keine Berufsschule am Wohnort
besuchen können, tragen die Kosten für die Unterbringung in einem
Internat selbst. Und die Kosten sind für Lehrlinge hoch. "Vor allem
bei Dienstleistungsberufen, etwa bei Friseuren oder Zahntechnikern,
reicht die Lehrlingsentschädigung im ersten Lehrjahr nicht einmal für
die Bezahlung der Internatskosten aus. Eltern müssen ihre Kinder
unterstützen, damit sie über die 10 Wochen in der Berufsschule
kommen", weiß Robert Hörmann, Lehrlingsberater der AKNÖ, von
zahlreichen Anrufern bei der Beratungshotline.
In einigen Branchen hingegen gibt es kollektivvertragliche
Regelungen, damit der Lehrling nicht seinen vollständigen Lohn für
Internatskosten aufbraucht. Hier kommt der Arbeitgeber zum Teil für
die Kosten auf. Im Handel müssen dem Lehrling fünfzig Prozent der
Lehrlingsentschädigung während des Berufsschulbesuches verbleiben, im
Metallgewerbe sechzig Prozent. "Die volle Bezahlung der
Internatskosten übernehmen nur jene Betriebe, die das in der
Betriebsvereinbarung so geregelt haben oder die Industrie, wo hundert
Prozent der Internatskosten bezahlt werden", erklärt Robert Hörmann.
"Wir müssen den Stellenwert der Lehre erhöhen. Aber wenn die
Lehrlingsentschädigung schon für den Besuch der Berufsschule
aufgebraucht wird, dann wird die Lehre für die Jugendlichen immer
unattraktiver", befürchtet AKNÖ-Präsident Staudinger und fordert,
dass die Arbeitgeber die Kosten für die Unterbringung während der
Berufsschulzeit übernehmen.
Kostenlose Beratungshotline: Tel: 05-7171-1106
Rückfragehinweis für Journalisten: Robert Hörmann, Abteilung
Lehrausbildung, Bildung und Kulturpolitik, 0664 / 1306572
Rückfragehinweis:
AKNÖ Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: (01) 58883-1252
mailto:[email protected]
http://noe.arbeiterkammer.at
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