• 20.08.2008, 09:13:56
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Schieder zu Prager Frühling: Österreichische Vertreter haben gezeigt, wie aktive Neutralität gelebt wird

Europäische Union hat entscheidend beigetragen, Folgen des Kalten Krieges zu überwinden

Wien (OTS) - "Mit der gewalttätigen Niederschlagung des Prager
Frühlings vor 40 Jahren durch sowjetische Truppen wurde auch auf
Jahre die Hoffnung niedergewalzt, dass für die Staaten Osteuropas
eine friedliche Abkehr vom Weg des Stalinismus und der
Moskauhörigkeit möglich sein könnte", so Staatssekretär Andreas
Schieder anlässlich des 40. Jahrestags der Niederschlagung des
"Prager Frühlings". "Damit hat sich auch für viele Millionen Menschen
die Hoffnung auf Freiheit, Selbstbestimmung und gerecht-verteilten
Wohlstand zerschlagen." Schieder würdigte auch in diesem Zusammenhang
die Rolle von Rudolf Kirchschläger, damals Botschafter in Prag, der
sich den Weisungen des Außenministeriums widersetzte und weiterhin
Visa ausstellte. ****

Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings habe es Jahrzehnte
gedauert, bis die Statik des Kalten Krieges und das System des
Ostblocks aufgebrochen werden konnten. "Gerade für die Zeit nach dem
gewaltfreien Systemwechsel nach 1989 gilt es auch, die Europäische
Union als wichtiges Friedensprojekt hervorzuheben. Denn es ist in
kurzer Zeit gelungen, viele Staaten Mittel- und Osteuropas, die einst
Teil des Ostblocks waren, in das europäische Projekt zu integrieren
und damit für ein friedliches, demokratisches Zusammenwachsen der
Teile Europas zu sorgen und den Menschen in diesen Ländern mit der
europäischen Perspektive neue Chancen zu bieten", erläuterte
Schieder.

Nicht zu verschweigen sei aber auch, dass Österreichs Außenpolitik im
August 1968 eine nicht unproblematische Rolle eingenommen hat. "Es
ist nur engagierten Vertretern wie Rudolf Kirchschläger als
Botschafter oder Medienvertretern wie Helmut Zilk oder Gerd Bacher zu
verdanken, dass Österreich auch in dieser Phase seine Rolle als
neutraler Staat aktiv wahrgenommen hat und durch konkrete Taten zur
Hilfe für die betroffenen Menschen beigetragen hat. Und Rudolf
Kirchschläger hat mit seiner Weigerung, die Weisung, keine Visa mehr
auszustellen, klar gezeigt, dass auch ein neutraler Staat in solchen
Situation nicht parteifrei sein kann und darf, sondern auf der Seite
des historischen Rechts zu stehen hat." (Schluss)

Rückfragehinweis:
Mag. Jürgen Schwarz
Pressesprecher
Büro des Staatssekretärs für Öffentlichen Dienst und Verwaltungsreform
Telefon: 01/53115-2830

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