• 19.08.2008, 11:55:18
  • /
  • OTS0122 OTW0122

Jugend im Zentrum der Wiener Arbeitsmarktpolitik

Stadt Wien und Wirtschaftskammer Wien fördern massiv Jugendbeschäftigung

Wien (OTS) - Maßnahmen zur Steigerung der Jugendbeschäftigung
stehen im Zentrum der Wiener Arbeitsmarktpolitik. Mit Sommer 2008
tritt das von den Sozialpartnern auf Bundesebene ausgearbeitete
Jugendbeschäftigungspaket in Kraft, das als wesentliche Eckpunkte die
Reform der Lehrstellenförderung und eine neue überbetriebliche
Lehrausbildung beinhaltet. In Wien startet die Umsetzung der
österreichweiten Maßnahmen als "Wiener Jugendpaket" mit September.
Für das Ausbildungsjahr 2008/2009 investiert Wien aus dem für
Jugendförderung reservierten Budget dafür 11,4 Millionen Euro und
sichert so 3.500 Ausbildungsplätze. Darüber hinaus stehen im Rahmen
der neuen Lehrbetriebsförderungen, die von der Wirtschaftskammer
abgewickelt werden, allein in Wien in den kommenden Jahren bis zu 32
Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung.

Insgesamt werden 13,4 Millionen Euro aus dem Budget des Wiener
ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (waff) 2008 für Maßnahmen zur
Steigerung der Jugendbeschäftigung verwendet, 11,4 Millionen Euro
davon im Rahmen der Maßnahmen des "Wiener Jugendpaketes". Ende 2007
waren in Wien 17.500 Lehrlinge, davon 23 Prozent aus den
Bundesländern, in Ausbildung. Damit konnte Wien den 10-Jahresrekord
von Anfang 2007 noch steigern. Seit 2005 steigt auch die Zahl der
Lehrbetriebe kontinuierlich auf derzeit 4.740 Unternehmen. Die Zahl
der arbeitslosen Jugendlichen ist in Wien rückläufig. Im Juli 2008
waren 8.158 Jugendliche (zwischen 15-24 Jahren) arbeitslos, das sind
um 3,9 Prozent weniger als im Vergleichsmonat des Vorjahres.

"Die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit und die Unterstützung
von Lehrstellen suchenden Jugendlichen hat oberste Priorität im
Rahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik in Wien. Diese Tatsache drückt
sich nicht zuletzt im budgetären Aufwand aus: Mehr als 13 Millionen
Euro fließen heuer in diesen Schwerpunkt. Mit der Umsetzung des
Jugendbeschäftigungspaketes in Wien sichern wir ab Herbst 3.500
Ausbildungsplätze und schärfen neuerlich unsere Maßnahmen. Denn gut
ausgebildete Fachkräfte sind Bedingung für die positive Entwicklung
des Wirtschaftsstandortes Wien. Investitionen in Lehrplätze für junge
Menschen sind daher Investitionen in unsere Zukunft", erklärte
Vizebürgermeisterin und Wirtschaftsstadträtin Mag. Renate Brauner.

"Die Verfügbarkeit exzellenter Fachkräfte ist einer der
wichtigsten Vorzüge des Wirtschaftsstandortes Wien. Wir müssen alles
daran setzen, um diesen zu erhalten", betont die Präsidentin der
Wirtschaftskammer Wien, Brigitte Jank. Als zentraler Teil des von der
Wirtschaftskammer mitverhandelten Jugendbeschäftigungspaketes rückt
die neue Förderstruktur den Qualitätsaspekt in den Mittelpunkt:
"Betriebe, die in die Aus- und Weiterbildung ihrer Lehrlinge
überdurchschnittlich viel investieren, bekommen mehr Förderung. Damit
bleibt die Lehrlingsausbildung auch in Zukunft attraktiv - für
Unternehmen und die Jugend gleichermaßen", so Jank.

Wiener Jugendpaket: 11,4 Mio. für 3.500 überbetriebliche
Ausbildungsplätze

Die überbetriebliche Lehrausbildung ist ein Teil des
Jugendpakets. Das Wiener Auffangnetz der JASG-Maßnahmen wurde auf
Initiative der Sozialpartner als Vorbild für ein bundesweites
Berufsausbildungsgesetz herangezogen. Nun können Jugendliche, die
keine betriebliche Lehrstelle finden, ihre Lehrausbildung in vom AMS
beauftragten Einrichtungen machen. Neu ist: Die Jugendlichen können
die gesamte Lehrzeit beim Träger absolvieren. Sie erhalten im 1. und
2. Lehrjahr eine Beihilfe zur Deckung des Lebensunterhalts in der
Höhe von 240 Euro, im dritten Lehrjahr 555 Euro.

Für Wien heißt das konkret:

o Für das Ausbildungsjahr 2008/09 sind 3.500 Ausbildungsplätze   
  gesichert: 1.900 Jugendliche setzen ihre Lehre fort, 1.600     
  beginnen 2008 neu                                              
o Die Stadt Wien beteiligt sich weiterhin mit 11,4 Mio. Euro an  
  den Kosten                                                     
o Ab heuer können Jugendliche ihre Ausbildung von Anfang bis Ende
  in einer Ausbildungseinrichtung absolvieren                    
o Über 20 Lehrberufe stehen zur Auswahl z.B.: in Metall-,        
  Elektro-, Bau-, Holzberufen, Kommunikationstechnik, EDV sowie  
  Ausbildungen in Gastronomie und Handel                         
o Schwerpunkt ist die Forcierung der Angebote für Mädchen in     
  "nicht traditionellen" Lehrberufen                             
o Mit  August haben im AMS-Jugendliche die Berufsorientierungs-  
  und Coaching-Kurse begonnen (8 Wochen)                         
o Ende September beginnen die ersten Lehrgänge

Wirtschaftskammer Wien wickelt neue Betriebsförderungen ab

90 Prozent der rund 4.700 Lehrbetriebe in Wien sind
Kleinstunternehmen, die einen bis fünf Lehrlinge ausbilden. Nur 11
Wiener Unternehmen (0,2 %) beschäftigten mehr als 100 Lehrlinge.
Knapp mehr als die Hälfte aller Ausbildungsbetriebe (51%) sind in der
Sparte Gewerbe und Handwerk zu finden; an zweiter Stelle liegt Handel
mit 14,4 Prozent.

Die neuen Förderungen für Lehrbetriebe werden in Wien von der
Lehrlingsstelle der Wirtschaftskammer Wien abgewickelt. Das neue
Fördersystem ist breiter angelegt und zielt auf die Forcierung des
Qualitätsaspektes in der Ausbildung. Österreichweit stehen dafür rund
260 Millionen Euro jährlich zur Verfügung, davon werden etwa 32,5
Millionen auf Wiener Betriebe entfallen.

Für Wien heißt das konkret:

o Basisförderung neu: 1. Lehrjahr - drei Lehrlingsentschädigungen;
  2. Lehrjahr - zwei Lehrlingsentschädigungen; 3. Lehrjahr -      
  einfache Lehrlingsentschädigung                                 
o Blum - Bonus II: Diesen bekommen neu gegründete Unternehmen,    
  Betriebe die eine Lehrlingsausbildung neu bewilligt bekommen    
  sowie Betriebe, die nach drei Jahren wieder Lehrlinge ausbilden.
  Pro Lehrling winkt hier eine Förderung von 2.000 Euro.          
o Mehr Geld für mehr Qualität. Für jene Betriebe, die besondere   
  qualitätssteigernde Maßnahmen in der Ausbildung setzen, gibt es 
  zusätzliche Fördermittel. Beispielsweise bei Unterstützung für  
  Lehrlinge mit Lernschwierigkeiten, bei ausgezeichneten und guten
  Lehrabschlussprüfungen oder wenn AusbildnerInnen sich beruflich 
  weiterbilden.

Lehrstellenoffensive der Stadt Wien läuft erfolgreich

Die Wiener Offensive besteht aus einer breiten Palette
verschiedenster Maßnahmen. Sie bietet umfassende Unterstützung für
Betriebe, die Lehrlinge ausbilden wollen und greift Jugendlichen beim
Berufseinstieg unter die Arme.

Beispielsweise werden Unternehmen finanziell unterstützt, die in
die Lehrausbildung investieren, indem der waff die Kosten für Kurse
und Prüfungsgebühr der AusbildnerInnen bis zu 50 Prozent übernimmt.
In den vergangenen 5 Jahren wurden so vom waff rund 1.500
AusbildnerInnen in 830 Betrieben gefördert. Im ersten Halbjahr 2008
wurden 111 Personen in 67 Unternehmen geschult.
Im Rahmen einer gemeinsamen Aktion des waff, der Wirtschaftskammer
Wien sowie des AMS und des Wirtschaftsministeriums beraten
qualifizierte "Lehrstellenakquisiteure" Wiener Betriebe in Fragen der
Lehrausbildung. Im Fokus stehen Betriebe, die bisher keine Lehrlinge
ausgebildet haben. Seit 2004 wurden rund 16.000 Wiener Betriebe
kontaktiert. Die Anzahl der geworbenen Lehrstellen stieg
kontinuierlich - insgesamt wurden 1.500 sogenannte
Feststellungsbescheide (Bewilligung zur Lehrlingsausbildung) neu
ausgestellt, davon mehr als ein Drittel in Unternehmen, die bisher
keine Lehrlinge ausbildeten. Allein im ersten Halbjahr 2008 konnten
durch diese Initiative 200 neue Ausbildungsbetriebe gewonnen werden.
2007 wurde die Wiener Lehrstellenakquisition um mehrsprachige
LehrstellenberaterInnen erweitert. Sie beraten gezielt Betriebe, die
von MigrantInnen (Ethnische Ökonomien) geführt werden, mit dem Ziel
neue Lehrstellen zu finden. Seit dem Start im August 2007 konnten
bereits 52 Feststellungsbescheide für Betriebe beantragt werden, die
neu in die Lehrausbildung einsteigen. Damit wurden 55 offene
Lehrstellen in Betrieben geschaffen, die alle zuvor noch keine
Lehrlinge ausgebildet haben.
Die "waff- Lehrlingsfinder" übernehmen gemeinsam mit dem AMS Wien die
aufwendige Vorauswahl bei der Suche nach geeigneten KandidatInnen.
Der Betrieb erhält je nach Anforderungsprofil eine Auswahl von
BewerberInnen. Vor allem Klein- und Mittelbetriebe werden so
entscheidend entlastet. Insgesamt übernahmen die waff Lehrlingsfinder
die Vorauswahl für rund 300 Betriebe, rund 330 Lehrlinge konnten so
erfolgreich vermittelt werden.

Bildungsbonus - waff fördert Jugendliche mit 200 Euro

Der vom waff 2007 ins Leben gerufene Bildungsbonus in Höhe von
maximal 200 Euro steht allen Wiener Lehrlingen offen, die seit dem
Jahr 2007 die Lehrabschlussprüfung erfolgreich ablegt haben. Um
diesen Betrag werden Kurse zur beruflichen Fortbildung wie
Sprachkurse, Controlling- und Buchhaltungskurse bis hin zu EDV-und
Softwarekursen oder der Erwerb spezieller, technischer Kenntnisse
gefördert. Der Bildungsbonus kann auch in Kombination mit dem
Weiterbildungskonto des waff eingelöst werden

Maßgeschneiderte Berufsorientierung und Beratung für
Jugendliche

Der waff bietet in seinem Schwerpunkt für Jugendliche zusätzlich
spezielle Programme zur Berufsorientierung und individuellen
Beratung:

o Neu gefördert wird das Projekt "Spacelab" - ein                 
  niederschwelliges Beschäftigungsprojekt für rund 120            
  Jugendliche, die beispielsweise eine Schule oder Lehre          
  abgebrochen haben.                                              
o Mit "Technopool" unterstützt der waff ein Netzwerk von          
  Unternehmen, Schulen und Freizeiteinrichtungen im 20. Wiener    
  Gemeindebezirk. Für rund 180 jugendliche Lehrstellensuchende,   
  insbesondere auch mit Migrationshintergrund, wird hier Beratung,
  Bewerbungscoaching und Qualifizierung geboten.                  
o Das "JUBIZ" - Jugendbildungszentrum in der VHS Ottakring -      
  bietet arbeitsuchenden Jugendlichen, SchulabbrecherInnen und    
  MigrantInnen neben Beratung und Coaching die Möglichkeit,       
  Lehrgänge wie Hauptschulabschluss, Deutsch- Englisch- und EDV   
  Kurse zu besuchen.                                              
o Maßgeschneiderte Angebote gibt es zur Förderung junger Frauen   
  und Mädchen beim Berufseinstieg. Umfassende Beratung und        
  Unterstützung erhalten sie beim waff-Programm AMANDAS MATZ und  
  dem neuen Angebot "Mädchen Entscheiden". Die Teilnehmerinnen (15
  bis 25 Jahre) können praxisnahe Workshops und Schnupperpraktika 
  in ihrem Wahlberuf absolvieren.                                 
o Die Vernetzung von Betrieben und Schulen stehen im Mittelpunkt  
  der Workshops "Schule & Wirtschaft". In einem Bezirk ansässige  
  Schulen organisieren dabei gemeinsam mit den Unternehmen        
  Projekte wie Bewerbungstrainings oder Betriebsbesuche.          
  Zusätzlich gibt es für Schulklassen spezielle Berufsinfotage in 
  den Bezirken.

Wirtschaftskammer Wien als Kompetenzzentrum für die
Lehrlingsausbildung

Nicht nur für Unternehmen bietet die Wirtschaftskammer Wien
breite Unterstützung in Sachen Lehrlingsausbildung:

o Praxisorientierte Berufsinformation im BIWI                     
  (Berufsinformationszentrum) der Wirtschaftskammer Wien: Das BIWI
  zählt mit rund 34.000 Kunden pro Jahr zu den wichtigsten Säulen 
  der Berufsinformation in Wien. Das Angebot reicht von           
  allgemeiner Berufsinformation über Bewerbungstrainings und      
  Talente-Checks bis zur Möglichkeit, einzelne Berufe im Gespräch 
  mit Unternehmern, Ausbildern und Lehrlingen hautnah kennen zu   
  lernen.                                                         
o Online-Lehrstellenbörse in Kooperation mit dem AMS: Jugendliche 
  finden Lehrstellen - Unternehmer finden Lehrlinge,              
  www.ams.or.at/lehrstellen                                       
o Gratis-Lernhilfe für Lehrlinge im WIFI Wien: Lernunterstützung  
  für Berufsschüler in fünf Grundlagen-Bereichen                  
o Ausbilder-Akademie: Weiterbildung für Ausbilder, vor allem in   
  den Bereichen Führung, Konfliktlösung, Zeitmanagement...        
o Seminare für Lehrlinge, ergänzend zur fachlichen Ausbildung:    
  z.B. Kundenorientierung, Auftreten, Gesprächsgestaltung,        
  Telefontraining                                                 
  z.T. in Kooperation mit der Volkswirtschaftlichen Gesellschaft  
o Kompetenzzentrum für alle Fragen der Lehrlingsausbildung: Die   
  Lehrlingsstelle der Wirtschaftskammer Wien ist die erste        
  Anlaufstelle für die Wirtschaft in allen Fragen der             
  Jugendausbildung

Aufwärtstrend am Wiener Lehrstellenmarkt

WKW-Präsidentin Jank bestätigt den Aufwärtstrend am Wiener
Lehrstellenmarkt: "Die Schaffung moderner Lehrberufe, die Annäherung
gesetzlicher Bestimmungen an die Realität des beruflichen Alltags und
nicht zuletzt die finanziellen Förderungen haben dazu beigetragen,
die Lehrlingsausbildung für beide Seiten attraktiver zu machen." Von
Jänner bis Juli 2008 waren durchschnittlich 2.070 offene Lehrstellen
in Wien gemeldet - ein Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr und
von 51 Prozent gegenüber 2005. Bis Anfang August wurden bei der
Lehrlingsstelle der WKW 4.411 neue Lehrverträge gemeldet, das sind um
13 Prozent mehr als im Vorjahr.

Der Wiener Arbeitsmarkt aktuell

Seit 2005 sinkt die Arbeitslosigkeit in Wien. Allein 2007
entstanden in Wien 11.000 zusätzliche Jobs, vor allem im Bereich der
unternehmensbezogenen Dienstleistungen. Im Juli 2008 waren in Wien
61.227 Personen arbeitslos gemeldet, davon 26.531 Frauen. Damit sank
in Wien mit 7,6 Prozent die Arbeitslosigkeit im Bundesvergleich am
deutlichsten. 7,1 Prozent betrug die Wiener Arbeitslosenquote im Juli
2008 (Männer 7,8 %, Frauen 6,3 %). Derzeit sind Wien 802.317 Personen
in einer vollversicherten Standardbeschäftigung, um fast 2 Prozent
mehr als im Vorjahr. Darüber hinaus sind in Wien derzeit 61.104
Personen geringfügig beschäftigt und 27.884 Personen arbeiten als
freie DienstnehmerInnen. 18.000 Personen sind in Wien weniger auf
Jobsuche als im Vergleichszeitraum des ersten Halbjahres 2004 - und
das obwohl das Arbeitskräfteangebot Jahr für Jahr um rund 0,45
Prozent wächst. (Schluss) ko

Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Mag.a Ilkim Erdost
Mediensprecherin Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (waff)
Tel. 01-217 48 318
E-Mail: [email protected]
www.waff.at

Mag. Cécile Kochwalter
Mediensprecherin Vizebürgermeisterin Mag.a Renate Brauner
Tel. 01-4000-81219
E-Mail: [email protected]
www.wien.gv.at

Martin Sattler
Pressestelle Wirtschaftskammer Wien
Tel.: 01- 51450-1585
E-Mail: [email protected]
wko.at/wien

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRK

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel