Hohe Beschäftigung sorgt bei den Kassen für ein hilfreiches Beitragsplus

Hauptverbands-Vorsitzender Erich Laminger: "Der massive Mengenzuwachs bei den Medikamenten bereitet im heurigen Jahr weiterhin Sorgen".

Wien (OTS) - Bei einem Gesamtbudget von 13,8 Milliarden Euro wird der Gebarungsabgang 2008 aller 19 Krankenkassen nach der jüngsten Vorschau des Hauptverbandes per 18. August 2008 bei minus 286 Millionen Euro liegen. Gegenüber der Gebarungsvorschau vom 15. Mai 2008 hat sich der für heuer prognostizierte Gebarungsabgang aller Krankenkassen geringfügig um 24 Millionen Euro verbessert. Ausschlaggebend für diese Veränderung waren die aufgrund der guten Konjunktur hervorragende Beschäftigungslage und das damit zusammenhängende Plus bei den Beitragseinnahmen. Lag das Beitragsplus aller Krankenkassen im Jahr 2007 bei 4,3 Prozent, rechnen die Kassen per 18. August für heuer sogar mit einem Beitragsplus von 5,2 Prozent. Dr. Erich Laminger, Vorsitzender des Verbandsvorstandes im Hauptverband der Sozialversicherungsträger: "Die auf Grund der guten Konjunktur erfreuliche Beschäftigung hat somit zwar zu einer besseren Entwicklung der Beitragseinnahmen geführt, konnte aber die massive Kostensteigerung im Leistungsbereich bei weitem nicht ausgleichen". Insbesondere bei den Ausgaben für Medikamente sind massive Abweichungen gegenüber den ursprünglichen Voranschlägen für das Jahr 2008 zu verzeichnen. Aufgrund leider noch fehlender gesetzlicher Regelungen und Vereinbarungen mit der Pharmawirtschaft rechnen die Krankenkassen nun mit einem Ausgabenplus von 8,1 Prozent. Laminger:
"Bei den Ausgaben für Medikamente geht der Trend zur ungebremsten Mengen- und Kostenexplosion im heurigen Jahr weiter". Im ersten Halbjahr 2008 verzeichneten die Krankenkassen in diesem Bereich einen Anstieg von 8,3 Prozent. Laminger: "Diese Zahlen machen deutlich, wie wichtig es für die soziale Krankenversicherung ist, eine Gesundheitsreform raschest umzusetzen". Konkret geht es dabei ja um Maßnahmen zur Dämpfung der Aufwandssteigerung und keineswegs um Leistungseinschränkungen. Denn ohne eine rasche Umsetzung der ursprünglich besprochenen Sanierungsmaßnahmen ist vor allem die finanzielle Situation einiger Gebietskrankenkassen - Wien, Niederösterreich, Steiermark - dramatisch. Mit Ausnahme der Burgenländischen Gebietskrankenkasse - diese erwartet heuer eine schwarze Null von plus 0,2 Millionen Euro - rechnen alle anderen Gebietskrankenkassen heuer mit einem Minus von zusammen rund 270 Millionen Euro.
"Es gibt aber für die Patienten im Hinblick auf die in Diskussion stehenden Veränderungen keinen Grund zur Beunruhigung. Ich darf nur alle Versicherten ersuchen, sich am sorgsamen und wertbewussten Umgang mit unserem hervorragenden Sozialversicherungssystem zu beteiligen", stellt Laminger abschliessend fest.

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