- 18.08.2008, 12:18:52
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Hohe Beschäftigung sorgt bei den Kassen für ein hilfreiches Beitragsplus
Hauptverbands-Vorsitzender Erich Laminger: "Der massive Mengenzuwachs bei den Medikamenten bereitet im heurigen Jahr weiterhin Sorgen".
Wien (OTS) - Bei einem Gesamtbudget von 13,8 Milliarden Euro wird
der Gebarungsabgang 2008 aller 19 Krankenkassen nach der jüngsten
Vorschau des Hauptverbandes per 18. August 2008 bei minus 286
Millionen Euro liegen. Gegenüber der Gebarungsvorschau vom 15. Mai
2008 hat sich der für heuer prognostizierte Gebarungsabgang aller
Krankenkassen geringfügig um 24 Millionen Euro verbessert.
Ausschlaggebend für diese Veränderung waren die aufgrund der guten
Konjunktur hervorragende Beschäftigungslage und das damit
zusammenhängende Plus bei den Beitragseinnahmen. Lag das Beitragsplus
aller Krankenkassen im Jahr 2007 bei 4,3 Prozent, rechnen die Kassen
per 18. August für heuer sogar mit einem Beitragsplus von 5,2
Prozent. Dr. Erich Laminger, Vorsitzender des Verbandsvorstandes im
Hauptverband der Sozialversicherungsträger: "Die auf Grund der guten
Konjunktur erfreuliche Beschäftigung hat somit zwar zu einer besseren
Entwicklung der Beitragseinnahmen geführt, konnte aber die massive
Kostensteigerung im Leistungsbereich bei weitem nicht ausgleichen".
Insbesondere bei den Ausgaben für Medikamente sind massive
Abweichungen gegenüber den ursprünglichen Voranschlägen für das Jahr
2008 zu verzeichnen. Aufgrund leider noch fehlender gesetzlicher
Regelungen und Vereinbarungen mit der Pharmawirtschaft rechnen die
Krankenkassen nun mit einem Ausgabenplus von 8,1 Prozent. Laminger:
"Bei den Ausgaben für Medikamente geht der Trend zur ungebremsten
Mengen- und Kostenexplosion im heurigen Jahr weiter". Im ersten
Halbjahr 2008 verzeichneten die Krankenkassen in diesem Bereich einen
Anstieg von 8,3 Prozent. Laminger: "Diese Zahlen machen deutlich, wie
wichtig es für die soziale Krankenversicherung ist, eine
Gesundheitsreform raschest umzusetzen". Konkret geht es dabei ja um
Maßnahmen zur Dämpfung der Aufwandssteigerung und keineswegs um
Leistungseinschränkungen. Denn ohne eine rasche Umsetzung der
ursprünglich besprochenen Sanierungsmaßnahmen ist vor allem die
finanzielle Situation einiger Gebietskrankenkassen - Wien,
Niederösterreich, Steiermark - dramatisch. Mit Ausnahme der
Burgenländischen Gebietskrankenkasse - diese erwartet heuer eine
schwarze Null von plus 0,2 Millionen Euro - rechnen alle anderen
Gebietskrankenkassen heuer mit einem Minus von zusammen rund 270
Millionen Euro.
"Es gibt aber für die Patienten im Hinblick auf die in Diskussion
stehenden Veränderungen keinen Grund zur Beunruhigung. Ich darf nur
alle Versicherten ersuchen, sich am sorgsamen und wertbewussten
Umgang mit unserem hervorragenden Sozialversicherungssystem zu
beteiligen", stellt Laminger abschliessend fest.
Rückfragehinweis:
Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71132-1120
mailto:dieter.holzweber@hvb.sozvers.at
http://www.sozialversicherung.at
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