- 14.08.2008, 09:36:47
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Das Wiener Stadt- und Landesarchiv zeigt Ernst Ocwirk
Wien (OTS) - Das große Fußball-Fest der Europameisterschaft in der
Schweiz und in Österreich wirkt weiter: Das Wiener Stadt- und
Landesarchiv hat Ernst Ocwirk eine der "11 Biographien" von
Persönlichkeiten des Wiener Fußballs gewidmet. Diese sind im Rahmen
der gemeinsam mit der Wienbibliothek im Rathaus konzipierten
Ausstellung "Die Eleganz des runden Leders - Wiener Fußball 1920-
1965" zu sehen. Die Spezialausstellung "11 Biographien" ist im Foyer
des Wiener Stadt- und Landesarchivs im Gasometer D in Simmering
(Zugang über Gasometer A) Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr zu
besichtigen, der Eintritt ist frei.
Als Ernst Ocwirk 1947 zur Austria kam, war diese Mannschaft zwar
eine große und international höchst erfolgreiche, aber auch eine
wenig ausgeglichene. Er selbst hat dazu gemeint, dass er am Wesen der
Austria als "launische Frau" nichts ändern wolle und dies auch gar
nicht erst versuche; eben weil ihre guten und schlechten
Eigenschaften so typisch wienerisch seien: "'Leben und leben lassen'
steht einem mehr an als 'Sieg um jeden Preis'." Eine Einschätzung der
Austria, die von Literaten wie Hans Weigel geteilt und verfestigt
wurde und in gewisser Hinsicht wohl auch auf den Spieler Ocwirk
selbst anwendbar war: genial, hinreißend, hochbegabt, launisch,
dilettantisch, improvisierend - und das alles oft innerhalb weniger
Minuten -, eine Elf von Künstlern und Individualisten, voll Freude am
Schönen und am Wirken, doch oft auch ohne Sinn für das Praktische.
Bereits unmittelbar nach dem Krieg ist Ocwirk im Alter von knapp
19 Jahren mit der österreichischen Nationalmannschaft in einem
russischen Militärlastwagen nach Budapest gefahren, um das erste,
noch inoffizielle Nachkriegsländerspiel zu bestreiten, mit einem
Team, dem altgediente Legenden wie Karl Sesta oder Camillo Jerusalem
angehörten. Und ab diesem Zeitpunkt gehörte er zur Stammbesetzung der
Nationalmannschaft, wurde deren Mittelfeldstratege, unbestrittener
Kopf und Kapitän. Es war eine Mannschaft, die zu Beginn der 1950er
Jahre die weltweit führenden Ungarn mit 5:3 besiegen, den auf
heimischem Boden als unschlagbar geltenden Engländern (einem
britischen Schiedsrichter zum Trotz) ein 2:2 Unentschieden abringen
und als erstes kontinentaleuropäisches Team in Schottland siegen
konnte (wobei sich übrigens Torhüter Walter Zeman den Ehrentitel
"Tiger von Glasgow" erwarb). Dieses Team führte die europäische
Rangliste an, und sein Kapitän wurde vom französischen Fachblatt
"France Football" 1952 zum Weltfußballer des Jahres gewählt. Seine
völlig neue Auffassung vom Spiel eines "Mittelläufers", seine
wohltemperierten, unnachahmlichen Passes oft über 40 Meter erregten
das Aufsehen der internationalen Fachwelt, für die er als der
weltweit unorthodoxeste Mittelfeldspieler und Mannschaftsregisseur
galt.
o "11 Biographien" Die Eleganz des runden Leders - Wiener Fußball 1920-1965 Ausstellung im Foyer des Wiener Stadt- und Landesarchivs Simmering, Gasometer D (Zugang über Gasometer A) Kurator: Wolfgang Maderthaner Ausstellungsdauer: bis 26. September 2008
rk-Fotoservice: www.wien.gv.at/ma53/rkfoto/
(Schluss) red
Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Wiener Stadt- und Landesarchiv
Mag. Manuel Swatek
Telefon: (+43 1) 4000 84827
E-Mail: [email protected]
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