Muti: 2010 Gluck-Oper mit Garanca in Salzburg - Zukunft in Wien fraglich.

Wien (OTS) - Riccardo Muti wird den Salzburger Festspielen trotz seiner Verpflichtung als Chef des Chicago Symphpony Orchestra weiter jeden Sommer zur Verfügung stehen. Das erklärt der italienische Star-Dirigent in einem Interview für die morgen erscheinende NEWS-Ausgabe. Muti dirigiert 2009 Rossinis "Moses und der Pharao" mit dem russischen Bassisten Ildar Abdrazakow. Für 2010 ist laut Muti ein Gluck-Projekt mit Elina Garanca fixiert.

Die Zusammenarbeit mit der Wiener Staatsoper hingegen beschränkt sich bis auf weiteres auf ein Japan-Gastspiel, denn, so Muti: "Meine Fixpunkte sind jetzt die Wiener Philharmoniker, Salzburg und Chicago. Dominique Meyer ist mein Freund und möchte, dass ich etwas bei ihm mache. Aber das muss ich erst sehen. Ich muss meinen Terminplan komplett überdenken."

Muti wehrt sich auch gegen die zum Teil harschen Kritiken für seinen Salzburger "Otello" und den als stimmschwach taxierten Titelhelden Aleksandrs Antonenko: "Wir hatten in der Vergangenheit viele Sänger, die den Otello brüllten. Er muss aber gesungen werden, fast wie ein Monteverdi. Es kommt auf die Art an, wie man Dinge sagt. Auf den Verdi-Ton, den man hat oder nicht. Antonenko hat ihn."

Ohne auf den ausgebuhten und verheerend rezensierten Regisseur Stephen Langridge namentlich einzugehen, sagt Muti: "Intelligente Regisseure, wie Strehler einer war, findet man kaum. Er machte Regie aus Musik, so wie Verdi in der Musik die Regie vorgibt, aber nicht auf eine stupide und simple Weise. Es reicht nicht, dass man dem Tenor sagt, wo er auftreten soll. Verdi sagt mit jedem Akkord, was man machen muss. Wenn der Regisseur viel von Verdi versteht, weiß er das - wenn nicht, kommt es zu Konflikten mit dem Dirigenten."

Er selbst schätze Robert Carsen - "wenn er nicht einen seiner allzu seltsamen Wege einschlägt" -, Peter Stein und Patrice Chéreau.

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