Van der Bellen: SPÖ und ÖVP paktieren die nächste Ungerechtigkeit für junge Familien

Grüne: Wenn schon 13. Familienbeihilfe, dann für alle Kinder

Wien (OTS) - "Die 13. Familienbeihilfe nach dem ÖVP-Modell bringt bereits wieder die nächste Ungerechtigkeit für junge Familien - SPÖ und ÖVP wiegen sich in Einigkeit", erklärt der Bundessprecher der Grünen, Alexander Van der Bellen. "Der Grundsatz, dass in unserer Gesellschaft alle Kinder gleich viel Wert sind, scheint für die beiden Parteien nicht mehr zu gelten. Kinder unter sechs Jahren sollen gar nichts erhalten. Gerade jene Familien mit kleinen Kindern, die monatlich bis zu 300 Euro für den Kindergarten ausgeben, sind stark belastet. Für diese Zwei-Klassen-Gesellschaft bei Kindern gibt es keine Begründung", so Van der Bellen.

"Faktum ist, eine Alleinerzieherin mit zwei unter 6-jährigen Kindern erhält gar nichts", erklärt Van der Bellen. Empörend sei auch, dass dies wieder einmal eine gut versteckte Mogelpackung ist, denn die Erhöhung durch eine 13. Familienbeihilfe, deckt nicht einmal die Inflationsanpassung. "Wenn das alles an Entlastung für Familien sein soll, dann weiß man, was man von anderen Wahlversprechen halten kann, nämlich gar nichts."
Van der Bellen rechnet vor: Die Familienbeihilfe wurde seit dem Jahr 2000 nicht mehr an die Inflation angepasst. Der Wertverlust beträgt laut Inflationsrechner der Statistik Austria seither 14,6 Prozent. Damit müsste der Einstiegssatz für Neugeborene mittlerweile bei 120,79 Euro liegen (statt bei unveränderten 105,4 Euro). Der Höchstsatz für über 19-Jährige müsste unter Berücksichtigung der Inflation bei 174,99 Euro liegen. "Das bedeutet, dass die 13. Familienanpassung nicht einmal den Verlust durch die Inflation abdeckt."

"Die größten Ausgaben haben Familien bei der Kinderbetreuung, deswegen braucht es eine gratis Kinderbetreuung ab dem ersten Lebensjahr", fordert Van der Bellen. "Das wäre eine massive Entlastung, aber das lehnt die ÖVP offenbar aus puren ideologischen Gründen ab. Aber die grüne Forderung nach einer kostenlosen Kinderbetreuung setzt SPÖ und ÖVP offensichtlicht gewaltig unter Druck. "Mit dem 13. Familienbeihilfenmonat wollen sie darüber hinwegtäuschen, dass sie eine wirkliche Entlastung ablehnen", so Van der Bellen abschließend.

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