• 11.08.2008, 18:35:00
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"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "An der Politik geschweitert" (Von Kurt Horwitz)

Ausgabe vom 11.08.2008

Wien (OTS) - Fred Sinowatz war ein Kanzler wider Willen. Glücklich
war der studierte Historiker und Germanist als Landespolitiker im
Burgenland und als Unterrichtsminister in Wien. Da setzte er Maßstäbe
mit der Einführung neuer Schultypen sowie von Gratisschulbüchern und
Gratisschulfahrt Maßstäbe.
Gescheitert ist Sinowatz nicht nur mit seinem Wunsch, eine gemeinsame
Schule für die Zehn- bis Vierzehnjährigen einzuführen. Das
verhinderte schon damals, in den späten siebziger Jahren, die ÖVP.
Gescheitert ist Sinowatz auch politisch als Nachfolger des legendären
Bruno Kreisky. Er blieb nur drei Jahre Bundeskanzler.

Das Ende der Ära Sinowatz im Zuge der Verunglimpfung des
Präsidentschaftskandidaten Kurt Waldheim war alles andere als
ruhmreich. Schon zuvor war sein legendärer Ausspruch: "Das klingt
alles sehr kompliziert" zum Sinnbild einer resignativen Politik
geworden.
Die Parallelen zu Alfred Gusenbauer sind beklemmend, ja geradezu
symbolträchtig. Beide sind an der Kanzlerschaft zerbrochen. Sie
mussten schmerzhaft erfahren, dass Intelligenz allein in der Politik
nicht reicht, wenn Weitblick, Visionen und Überzeugungskraft fehlen.

Rückfragehinweis:
Vorarlberger Nachrichten
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Tel.: 0664/80588382

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