"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Wankelmut tut nicht gut"

Grünen-Chef Van der Bellen sollte nicht so oft die Position wechseln.

Wien (OTS) - Man kann Alexander Van der Bellen ja einiges
nachsagen, aber nicht, dass er unflexibel ist. Anfang März hatte der Grünen-Chef zu einer Regierungszusammenarbeit mit den Orangen nicht Nein gesagt. Ende März überlegte er es sich anders; einen Pakt mit dem BZÖ werde es nicht geben.
Es zog der Juli ins Land. Und die ÖVP flirtete nicht nur mit Van der Bellen, sondern dieser auch mit ihr; seine Lust auf ein schwarz-grünes Experiment sei sehr groß, ließ der Professor wissen. Mittlerweile ist ihm die Lust vergangen - wegen des "ausländerfeindlichen Wahlkampfs" der Molterer-Partei, wie er dem KURIER sagte.
Was hat Van der Bellen denn erwartet? Dass mit der ÖVP kein liberales Zuwanderungsmodell umzusetzen ist, ist nicht erst seit Beginn des Wahlkampfes klar. Dass die Grün-Sympathisanten keine Freude mit dem Ausländer-Kurs der Schwarzen haben, ist ebenfalls nicht neu. Oder ist ihm das erst bewusst geworden, als Heide Schmidt verkündet hat, am 28.September zu kandidieren? Das LIF macht die Grünen ja nervös, weil es auf eine ähnliche Wählergruppe zielt. Mit Wankelmut wird es Van der Bellen jedenfalls nicht schaffen, von Rot wie Schwarz Frustrierte, die Strache auch nicht wollen, für seine Partei zu gewinnen.

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