- 07.08.2008, 14:04:55
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FORMAT: Post beschließt nächste Woche neuen Sozialplan
226 Millionen Umsatzverlust bis 2015 durch Brief-Liberalisierung
Wien (OTS) - Post-General Anton Wais startet mit der
Restrukturierung in Vorbereitung auf die Brief-Liberalisierung 2011.
Im Rahmen der Strategieklausur am 12. Und 13. August wird ein neuer
Sozialplan beschlossen. Post-Gewerkschaftschef Gerhard Fritz
bestätigt im aktuellen FORMAT: "Wir haben unterschrieben."
Die Details laut FORMAT: Beamtete Postler, die über 50 Jahre alt sind
und einen Golden Handshake annehmen, streifen 45 Monatsgehälter
(brutto) ein. Unter 50-Jährige erhalten 36 Monatsbezüge. Der
Sozialplan gilt von 14. August 2008 bis Ende 2009. Wenigstens 300
Leute sollen auf diese Weise abgebaut werden.
Auch Teilzeitarbeit wird gefördert: Beamte, die nur noch 30
Wochenstunden oder weniger tätig sein wollen, kriegen je nach Dauer
der Reduzierung und je nach Alter den 4fachen bis 22fachen Betrag, um
den sie monatlich weniger verdienen. Nicht so großzügig werden
Post-Angestellte bedacht. Sie kassieren, abhängig von den
Dienstjahren, zwischen sechs und 18 Monatsgagen, wenn sie das
Unternehmen verlassen. Nur Angestellte, die über 50 Jahre alt sind,
haben ebenfalls Anspruch auf 45 Gehälter.
Der Post-Vorstand wird dem Aufsichtsrat nächste Woche auch die
Mittelfristplanung präsentieren. Im realistischen Szenario, dass
Konkurrenten ab 2011 bei der Briefzustellung in den Ballungsräumen
angreifen werden, geht das interne Papier von 226 Millionen Euro
weniger Umsatz im Jahr 2015 aus und 173 Millionen Rückgang im
Betriebsergebnis, berichtet FORMAT. Um diese Liberalisierungsverluste
zu kompensieren, müsste die Post ihren Personalstand um über 6.000
Leute - wenn keine andere Maßnahmen greifen.
Exakte Vorschläge für Gegenmaßnahmen will der Aufsichtsrat zu
Jahresende am Tisch haben. Details will Wais daher noch keine nennen.
Er sagt zur Restrukturierung nur: "Wir werden mit höherer
Geschwindigkeit vorgehen als erwartet. Und wir starten schon 2008."
Laut FORMAT gibt es folgende interne Überlegungen:
Die Post soll das Recht haben, Preise regional zu differenzieren.
Derzeit kostet das Briefporto österreichweit 55 Cent. Die Konkurrenz
wird in Ballungsräumen wie Wien oder dem Großraum Linz mit Preisen um
die 35 Cent hineinfahren. Dort will die Post schon ab 2010 ebenfalls
billiger werden.
Weiters soll der Regulator soll eine Lizenzgebühr für die
Briefzustellung von einem Euro pro Adresse und Monat festsetzen. Die
hätte auch die Post zu bezahlen, die Hürde für private Mitbewerber
würde aber höher. Schon heuer soll eine Offensive für einen
Branchen-Kollektivvertrag für die Briefzustellung gestartet werden.
Rückfragehinweis:
Format Business
Tel.: (01) 217 55/0
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