• 02.08.2008, 12:30:00
  • /
  • OTS0023 OTW0023

Buchinger plädiert für Generationensolidarität neuen Stils

"Salzburger Sommergespräche" im Zeichen des Generationendialogs

Salzburg/Wien (BMSK) - Die aktuelle demografische Entwicklung in
Europa stellt alle Bürgerinnen und Bürger, aber auch die politischen
Entscheidungsträger von kommunaler bis hin zu europäischer Ebene vor
Herausforderungen unterschiedlichster Art. Schließlich handelt es
sich dabei nicht nur um Verschiebungen in der Bevölkerungspyramide,
sondern auch um Veränderungen in der Beziehung zwischen den einzelnen
Generationen.Das damit in Verbindung stehende Thema der
"intergenerationellen Solidarität" wird zumeist unter dem
Gesichtspunkt des Verhältnisses der jungen zur älteren Generation und
umgekehrt diskutiert.
Die "Salzburger Sommergespräche zum Sozialen Europa 2008", die heute
auf Einladung von Sozialminister Erwin Buchinger und Landeshauptfrau
Gabi Burgstaller im Schloss Leopoldskron in Salzburg stattgefunden
haben, waren daher bewusst der Situation der so genannten
"Sandwich-Generation" gewidmet. ****

Die Generation der heute 35- bis 65-Jährigen muss neben ihren eigenen
beruflichen Verpflichtungen oft mehrfache Betreuungsverpflichtungen
erfüllen, nämlich sowohl ihren Kindern als auch der älteren
Generation gegenüber. Gleichzeitig sehen sich die betroffenen
Personen hohen beruflichen Erwartungen gegenüber und sollen auch noch
für die eigene Alterssicherung entsprechend vorsorgen. Zusätzlich
dazu leistet gerade die "Sandwich-Generation" ein besonders großes
Maß an Freiwilligenarbeit. Freiwilliges Engagement sowie aktives
Altern sind ein besonderer Beitrag der Sandwich-Generation zur
intergenerationellen Solidarität.

"Gelebte Generationensolidarität bedeutet, dass jede Generation den
gesellschaftlichen Beitrag leistet, der abhängig vom jeweiligen
Lebensalter machbar ist. Wichtig dabei ist, eine ausgewogene
Verteilung der Anforderungen an den einzelnen aber auch eine
Verteilung der Leistungen für den einzelnen lebenszyklusgerecht zu
verwirklichen", erklärte Sozialminister Erwin Buchinger im Rahmen der
Podiumsdiskussion auf Schloss Leopoldskron, an der auch unter anderen
der EU-Kommissar für Beschäftigung, soziale Angelegenheiten und
Chancengleicheit, Vladimír Spidla und die Vorsitzende der
Sachverständigengruppe der Europäischen Kommission für Fragen der
Demografie, Ministerin a.D. Lore Hostasch teilgenommen haben.

"Generationensolidarität" neu denken

In seiner Wortmeldung sprach sich Sozialminister Buchinger für ein
breiter gefasstes Verständnis der Beziehungen zwischen jung und alt
aus: "Solidarität zwischen den Generationen bezieht sich nicht nur
auf die finanzielle Seite. Auch immaterielle Werte wie z.B.
altersgerechte Arbeitsplätze, die Vereinbarkeitsfragen zwischen Beruf
und Betreuungspflichten aber auch Beruf und Freiwilligenarbeit
spielen bei der Generationensolidarität eine Rolle", präzisierte
Buchinger seine Vorstellungen zum Begriff der
"Generationensolidarität".

Wie Buchinger weiter ausführte, bedinge Solidarität zwischen den
Generationen auch, dass die Grundverantwortung für die
Sozialschutzsysteme fair über die Generationen hinweg verteilt werde.
Der Generationenvertrag habe sich als solide Grundlage der
Finanzierung des Sozialschutzsystems erwiesen. Um die Sozialschutz-
und Gesundheitssysteme in Zukunft finanzieren zu können, müsste auch
die Arbeitsorganisation so gestaltet werden, dass alle gemäß ihren
Fähigkeiten und Möglichkeiten am Arbeitsmarkt teilnehmen könnten.

Humanisierung der Arbeitswelt aktueller denn je

"Lebenszyklusgerechte Arbeitsbedingungen, vor allem für jene, die, in
Beschäftigung stehen sind erforderlich, um der Gefahr der dauerhaften
Überbeanspruchung, "Burnout" und ähnlichem zu begegnen. Das in den
siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts geprägte Schlagwort von der
"Humanisierung der Arbeitswelt" bekommt in diesem Zusammenhang eine
neue, aktuelle Bedeutung", so der Sozialminister.

Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Eine weitere wichtige Voraussetzung zur Bewältigung der
demographischen Herausforderung ist laut Buchinger die Förderung der
Vereinbarkeit von Beruf- und Kinderbetreuung. "Es ist von großer
Bedeutung, dass wir nicht nur Frauen mit Kindern gleiche
Arbeitsmarktchancen wie Frauen ohne Kinder einräumen, sondern auch
verstärkt Männer in die Erziehungsarbeit einbinden. Um eine faire
Aufteilung der Betreuungspflichten zwischen den Geschlechtern zu
erreichen, müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, um Vätern die
Möglichkeit zu geben, in Karenz bzw. Vaterschaftsurlaub zu gehen. In
Österreich habe ich schon seit langem die Einführung eines Papamonats
forciert. Andere europäische Staaten, wie Island oder Schweden, sind
Vorreiter in der Männerpolitik und haben bereits nachahmenswerte
Regelungen eingeführt, die zu einer aktiven Beteiligung der Väter
geführt haben. Frauen werden dadurch entlastet und haben bessere
Rückkehr- und Karrieremöglichkeiten am Arbeitsmarkt. Ich freue mich,
dass die Europäische Kommission Vorschläge für neue Formen des
Vaterschafts- bzw. Adoptionsurlaubs für Eltern vorlegen wird. Auch
die Ankündigung der europäischen Sozialpartner zur Überarbeitung der
derzeit geltenden Elternurlaubs-Rahmenvereinbarung wird von mir
ausdrücklich begrüßt", erklärte Buchinger.

Freiwilliges Engagement gewinnt immer mehr an Bedeutung

Der Sozialminister wies abschließend auch auf die Bedeutung der
Freiwilligenarbeit hin. "Freiwilligenarbeit ist eine zentrale Säule
des zivilgesellschaftlichen Engagements und demokratischen Gebilde in
unseren Ländern.
Die Generation der 35 bis 65-Jährigen ist die "aktive" Generation,
die neben den Aufgaben in der Wirtschaft und Familie auch die
aktivste im Bereich der Freiwilligenarbeit ist. Viele Aufgaben der
Gemeinschaft sind in Österreich in der aktuellen Qualität ohne
freiwilliges Engagement nicht denkbar. Ich bin der festen
Überzeugung, dass die Rolle der Freiwilligenarbeit und die Bedeutung
der Freiwilligen in unseren Gesellschaften größere Aufmerksamkeit zu
kommen sollte", unterstrich Buchinger die Bedeutung des freiwilligen
Engagements. Der Sozialminister unterstützt daher auch die Initiative
auf europäischer Ebene, das Jahr 2011 zum "Europäischen Jahr der
Freiwilligenarbeit" auszurufen. (schluss)

Rückfragehinweis:

Bundesministerium für Soziales und Konsumentenschutz
   Dr. Gisela Kirchler-Lidy 
   Pressesprecherin des Sozialministers 
   Tel. (01) 71100-2249 
   mailto:[email protected] 
   www.bmsk.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NSO

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel