• 29.07.2008, 12:24:24
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  • OTS0121 OTW0121

ASFINAG: S 6 Semmering Schnellstraße: Inbetriebnahme 2. Röhre Ganzsteintunnel

Vollbetrieb im Richtungsverkehr ab Frühjahr 2009

Wien (OTS) - Nach rd. zweieinhalbjähriger Bauzeit (Startschuss:
Dezember 2005) wird die 2. Röhre des Ganzsteintunnels heute, am 29.
Juli 2008, in Betrieb genommen. Parallel dazu beginnen sofort die
umfangreichen Sanierungsarbeiten der Bestandsröhre. Diese sollen im
März 2009 abgeschlossen sein, sodass ab diesem Zeitpunkt der
Ganzsteintunnel den Verkehrsteilnehmern als ein voll modernes,
zweiröhriges Tunnelsystem zur Verfügung stehen wird. Mit dem
Vollausbau dieses Tunnels wird das letzte Nadelöhr auf der Semmering
Schnellstraße beseitigt. Die S 6 ist damit ab dem Frühjahr 2009 über
ihre gesamte Länge von 105 km voll ausgebaut - also vierstreifig im
Freiland und 2-röhrig in den Tunneln. Ein wichtiger Aspekt im Sinne
der Erhöhung der Verkehrssicherheit.

Infrastrukturminister Werner Faymann: "Jeder Euro, den wir in die
Tunnelsicherheit investieren, ist ein Mehr an Verkehrssicherheit.
Gerade einröhrige Tunnel sind eine Gefahrenquelle. Hier nehmen wir
viel Geld in die Hand, um das zu ändern. So liegt Österreich im
Europäischen Tunneltest auch heuer wieder im Spitzenfeld. Das zeigt
uns, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben. Eine qualitativ
hochwertige Infrastruktur belebt und sichert aber auch die
Wirtschaft. Leistungsfähige Verkehrswege sind die Lebensadern unserer
Gesellschaft und eine unverzichtbare Voraussetzung für den Erfolg des
Wirtschaftsstandortes Österreich," so Faymann.

Mit der Errichtung der 2. Röhre Ganzsteintunnel und der
Generalsanierung der Bestandsröhre setzt die ASFINAG ihre
Tunnelsicherheitsoffensive konsequent fort. "Als
Dienstleistungsunternehmen sind wir unseren Kunden eine sicher
ausgebaute Infrastruktur schuldig," betont ASFINAG Vorstandsdirektor
Dr. Klaus Schierhackl. "Bereits beim Bau der Semmeringquerung wurden
mit den Tunneln Semmering, Spital und Steinhaus drei technisch
hochmoderne zweiröhrige Tunnelsysteme errichtet. Wenn im Frühjahr
2009 der Ganzsteintunnel in Vollbetrieb genommen wird, dann
entspricht auch der bislang letzte einröhrige Tunnel im Zuge der
Semmering Schnellstraße dem modernsten Stand der Technik. Mit dieser
Maßnahme garantieren wir unseren Verkehrsteilnehmern optimale
Qualität und Sicherheit."

Für das Land Steiermark ist die Beseitigung des bisherigen letzten
Nadelöhrs auf der S 6 sowohl verkehrstechnisch als auch von
wirtschaftlicher Bedeutung. Landtagsabgeordneter Josef Straßberger:
"Mit Fertigstellung der Semmeringquerung im Oktober 2004 wurde die
letzte Lücke auf der Semmering Schnellstraße geschlossen. Dies war
nicht nur ein großer Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit in
unserem Land, sondern auch ein wesentlicher Impuls für die Wirtschaft
insbesondere für das Mur- und Mürztal aber auch generell für das Land
Steiermark. Diese Wirtschaftsregion braucht eine gut ausgebaute
Infrastruktur. Der Vollausbau des Ganzsteintunnels steigert einmal
mehr die Mobilität und damit auch die Lebensqualität der Bevölkerung
in der Region", stellt Straßberger fest.

Die 1. Röhre wurde bereits in den Jahren von 1976 bis 1980 gebaut.
Im Auftrag der ASFINAG wurde der Bau der 2.Röhre an die
Arbeitsgemeinschaft Ganzsteintunnel an die Firmen PORR, ÖSTU-STETTIN,
STRABAG und G. Hinteregger vergeben.

Das gegenständliche rund 3,8 Kilometer lange Baulos
Ganzsteintunnel umfasst die Errichtung der Ganzsteintunnel-Südröhre,
die Generalsanierung der Bestandsröhre (rd. 2,1 km) sowie den
vierstreifigen Ausbau im Vorbereich der Portale.

Der offizielle Baubeginn erfolgte bereits im Dezember 2005, wobei
im Frühjahr 2006 die Voreinschnitte sowohl am Ost- als auch am
Westportal hergestellt wurden. Der Vortrieb erfolgte im Zuge dessen
von beiden Seiten. Der geologisch schwieriger Ostbereich wurde über
weite Strecken in Baggervortrieb unter massivem Einbau von
Stützmitteln und der geologisch bedeutend günstigere Westbereich in
Sprengvortrieb aufgefahren. Im Zuge des Vortriebes wurden ca. 175.000
m" Ausbruchsmaterial bewältigt. An Stützmitteln wurden ca. 48.000 m"
Spritzbeton, 570 Tonnen Baustahl, 37.000 m Tunnelbögen, 247.000 m
Spieße und 178.000 m Anker eingebaut. Die Herstellung der Innenschale
erfolgte mit zwei Schalwägen und wurde inklusive Betondecke noch im
Herbst 2007 abgeschlossen. In Summe wurden in etwa 49.000 m" Beton
eingebaut.

Die neue Tunnelröhre ist dem Letztstand der "Richtlinien für
Verkehr und Straßenbau" (RVS) wie folgt ausgerüstet:

- 5 Einsatzquerschläge im Abstand von ca. 350 m
 - 2 Abstellnischen
 - 17 Notrufnischen im Abstand von ca. 120 m
 - 19 Feuerlöschnischen im Abstand von ca. 120 m
 - Betonfahrbahndecke
 - Notruf- und Fluchtwegkennzeichnung
 - Helle reflektierende Tunnelwand-Beschichtung (bis zu 4,5 m Höhe)
 - Einfahrts-, Durchfahrts- und Notbeleuchtung
 - Bordsteinreflektoren beidseits der Fahrbahn
 - Löschwasserversorgung über einen Hochbehälter mit Nutzinhalt von 
   300 m". Der Hochbehälter wird über die Wasserversorgung der Stadt
   Mürzzuschlag gespeist.
 - Längslüftung mittels Strahlventilatoren
 - Tunnelentwässerung mittels Trennsystem für Berg- und 
   Fahrbahnwässer. Die Ableitung der unverschmutzten Bergwässer 
   erfolgt über Ulmendrainagen, jene der Fahrbahnwässer über 
   Schlitzrinnen
 - Videoüberwachung des Tunnels von der Tunnelzentrale Mürzzuschlag 
   aus
 - Tunnelfunkanlage für Einsatzkräfte, Betrieb und Verkehrsfunk

Nach der nunmehrigen Inbetriebnahme der neuen Südröhre wird die
Bestandsröhre vom Gegenverkehrsbetrieb auf Richtungsverkehr umgebaut
und sicherheitstechnisch der neuen Röhre entsprechend aufgerüstet.
Dies erfordert umfangreiche Maßnahmen, so unter anderem

- Durchschlag von vier Querschlägen
 - Herstellung zusätzlicher Feuerlöschnischen
 - Anpassung der Belüftung auf Richtungsverkehr
 - Neuinstallation der elektromaschinellen Einrichtungen gemäß der 
   aktuellen Sicherheitsbestimmungen
 - Erneuerung der Löschwasserleitung
 - Erneuerung des Tunnelanstrichs
 - Montage von Wechselverkehrszeichen und Informationstafeln

Diese Arbeiten erfordern eine Vollsperre der Bestandsröhre und
werden rd. acht Monate in Anspruch nehmen.

Geplante Verkehrsfreigabe im Vollbetrieb (beide Tunnelröhren): März
2009
Kosten: netto rd. Euro 72 Mio. davon
Neubau 2. Tunnelröhre: rd. Euro 63 Mio. und
Sanierung Bestandsröhre: rd. Euro 9 Mio.

Die Finanzierung erfolgt aus den ASFINAG-Einnahmen aus Maut, Vignette
und Lkw Road Pricing.

Rückfragehinweis:
Mag. Anita Oberholzer, Pressesprecherin ASFINAG Bau Management GmbH
Mobil: +43 (0) 664 60108-15933,
Email: [email protected]
Weitere Infos unter www.asfinag.at

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