- 28.07.2008, 08:24:18
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Barack Superstar wird’s schon richten - von Robert Gillinger
igentlich pervers - die Wirtschaft muss auf dieDemokraten hoffen
Wien (OTS) - Immer mehr Unternehmen in Good old Europe bekommen
den schwachen Dollar zu spüren. Davor können sich nicht einmal die,
eher nach Osteuropa orientierten Österreicher ganz verschließen, wie
die jüngsten Beispiele KTM und AT&S zeigen. Selbst die
US-Immobilienkrise zeigt bei Unternehmen wie Wienerberger ihre
hässliche Fratze. Doch der heilbringende Retter scheint in Sicht:
Barack Obama. Zwar ist noch nicht klar, ob auch die US-Wähler es so
sehen, wir Europäer tun es jedenfalls.
Was das jetzt mit KTM und Co. zu tun hat? Hoffnung gibt Obamas mehr
"Miteinander". Während die USA bisher im missionarischen Eifer
praktisch überall ihren Weg als einzige Option durchsetzen wollten,
sucht Obama den Konsens. Wohl nur so kann man die anstehenden
Probleme in den Griff bekommen. Diese heißen zwar vorrangig Kredit-
und Immobilienkrise, die Auswirkungen sind aber nicht zuletzt bei
Dollar und Inflation zu sehen.
Beide Probleme, so Obama nicht nur Wahlkampfgeplänkel führt, sind mit
ihm wohl leichter in den Griff zu bekommen als mit seinem
Kontrahenten John McCain. So ist Obama eher bereit, auf die sündteure
Besetzung des Irak zu verzichten. Der US-Staatshaushalt wird es ihm
danken und damit der Dollar-Schwäche ein fundamentales Ende setzen.
Obama wird auch eher für Steuererhöhungen zu gewinnen sein - wieder
wird es der Staatshaushalt danken. Selbst wenn das Geld dann für
Gesundheitsprogramme oder Ähnliches draufgeht, hilft es wenigstens,
die Stimmung im Land zu heben. Denn nur zufriedene Menschen frönen
dem Konsum. Dieser wiederum ist notwendig, um das Rezessionsgespenst
möglichst schnell abzuschütteln - womit dann die Notenbanken auch das
Problem Inflation mit Zinserhöhungen in Angriff nehmen können.
Miteinander heißt aber auch, dass die unter Bush junior immer stärker
gewordene protektionistische Haltung der USA in Wirtschaftsfragen
aufgeweicht wird. Eine Haltung, die die US-Wirtschaft massiv
Wettbewerbsfähigkeit kostete, wie die Beispiele der mehr oder weniger
darniederliegenden Branchen Stahl, Automobil, aber auch Umwelt
zeigen. Wieder wird es der Dollar danken, wenn die Wirtschaft durch
kleinere Hemmschuhe stärker prosperieren kann, und KTM und Co. müssen
sich vor einer noch schwächeren US-Devise nicht mehr fürchten.
Eigentlich wäre jetzt der richtige Zeitpunkt, um unserem Go East ein
Go West folgen zu lassen. Zumindest wird es wohl nie wieder so
günstig, sich in den USA Assets zu kaufen.
Rückfragehinweis:
WirtschaftsBlatt
Redaktionstel.: (01) 60 117/300
http://www.wirtschaftsblatt.at
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