GLOBAL 2000: Bienensterben lässt sich nicht schön reden - Vermehrt neue Meldungen über geschädigte Bienen

AGES muss dringend Lösungen liefern

Wien (OTS) - Die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 verwehrt sich gegen die Versuche der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), das Bienensterben in Österreich zu marginalisieren. "Probleme wurden noch nie gelöst, in dem man sie klein redet", so GLOBAL 2000 Biochemiker Helmut Burtscher an die AGES.

Die von Imkerseite in der gestrigen Pressekonferenz genannte Zahl von 2.500 bis 3.000 geschädigten Bienenvölkern, die typische Vergiftungserscheinungen aufweisen, wurde von den österreichischen Imkerorganisationen aus Anlass immer wieder einlangender Klagen von Imkern erhoben. Von der AGES wurde diese Zahl der gemeldeten Bienenschäden gestern in einer Aussendung mit den rund 300.000 in Österreich existierenden Bienenvölkern verglichen. "Dieser Vergleich ist nicht zulässig, denn die gestern veröffentlichten Zahlen stammen aus aktiven Rückmeldungen von Imkern und sind nur die Spitze des Eisberges", stellt Burtscher von GLOBAL 2000 fest. "Daher kann man daraus nicht ableiten, dass lediglich 1% der in Österreich vorkommenden Bienen aufgrund von Pestizidvergiftungen geschädigt wurden."

Josef Ulz, Präsident des Österreichischen Imkerbundes und Vorsitz des Steirischen Landesverbands der Imker, ergänzt: "Die breite Medienpräsenz, die das Thema nach der gestrigen PK erhielt, führte gestern und heute zu einem massiven Eingang von weiteren Meldungen über Bienenverluste, so dass wir allein für die Steiermark von einigen Tausend betroffenen Bienenvölkern ausgehen müssen."

"Es gibt verschiedene Gründe dafür, dass Bienenverluste von Imkern entweder gar nicht oder nur zögerlich gemeldet werden", sagt Josef Stich, Präsident des Österreichischen Erwerbsimkerbundes. "Zum einen sind viele Imker frustriert weil sie schon seit Jahren mit Bienenschäden zu kämpfen haben, Untersuchungen der betroffenen Bienen aber bislang nie zu Ergebnissen geführt hatten. Auch suchen Imker, wenn sie Pestizidschäden vermuten, immer nach Spritzschäden. Im konkreten Fall geht es aber um gebeiztes Saatgut", nennt Stich nur einige der Gründe.

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