- 20.07.2008, 12:03:01
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Plassnik zu Atomgesprächen mit dem Iran: "Teheran darf Chance nicht leichtfertig ausschlagen"
US-Teilnahme an Atomgesprächen qualitativer Sprung, der neue Perspektiven eröffnet
Wien (OTS) - "Dies war seit langem das erste Mal, dass Vertreter
der USA und des Iran gemeinsam an einem Tisch sitzen. Die hochrangige
US-Teilnahme an den Atomgesprächen ist ein qualitativer Sprung, um
die Jahrzehnte der Sprachlosigkeit zwischen Washington und Teheran zu
überwinden", sagte Außenministerin Ursula Plassnik zu den gestrigen
Gesprächen in Genf zwischen EU-Außenbeauftragten Javier Solana und
dem iranischen Chefverhandler Said Jalili, an dem hohe Vertreter der
ständigen Mitglieder des UNO-Sicherheitsrates - darunter erstmals
auch der USA in Person von Unterstaatssekretär William Burns - und
Deutschlands teilnahmen. Die Gespräche sollen in zwei Wochen
fortgesetzt werden.
"Ich habe mich in den vergangenen Jahren immer wieder für direkte
Gespräche der USA mit dem Iran ausgesprochen. Diese deutliche
Kursänderung der USA eröffnet neue Perspektiven und unterstreicht die
Ernsthaftigkeit der Bemühungen der internationalen
Staatengemeinschaftstellt um eine diplomatische Lösung der iranischen
Atomfrage. Die USA unterstützen damit auch deutlich sichtbar die
Verhandlungen, die vom EU-Außenbeauftragten Javier Solana geführt
werden. Selbst wenn der Verhandlungsweg steinig ist, ist er der
einzige, der die jetzige Spirale des Misstrauens und der regionalen
Konfrontation durchbrechen kann", so Plassnik. Die Außenministerin
hatte Unterstaatssekretär William Burns am vergangenen Freitag, kurz
vor dem Treffen in Genf, zu einem Gespräch in Wien getroffen.
"Ich erwarte mir vom Iran eine klare Antwort. Der Iran sollte die
ausgestreckte Hand ergreifen und das erweiterte Angebot der
internationalen Staatengemeinschaft zur engeren Zusammenarbeit
konstruktiv aufnehmen. Diese Chance darf er nicht leichtfertig
ausschlagen, in dem er die Gespräche in eine Sackgasse manövriert.
Jetzt liegt es an ihm, auch über seinen Schatten zu springen und den
internationalen Gesprächspartnern entscheidend entgegenzukommen. Der
Iran hat damit die Möglichkeit, seine Beziehungen zur
Staatengemeinschaft zu normalisieren und wieder Vertrauen im
spannungsreichen und fragilen Nahen Osten aufzubauen", verwies
Plassnik auf den Vorschlag der Aussetzung der Urananreicherungen im
Gegenzug zur Aussetzung der Sanktionen gegen den Iran.
Österreich habe den doppelten Ansatz der Staatengemeinschaft
gegenüber dem Iran - ein umfassendes Verhandlungsangebot gepaart mit
vom UN-Sicherheitsrat getragenen Maßnahmen gegen das Nuklearprogramm
- stets unterstützt. Plassnik erinnerte in diesem Zusammenhang daran,
dass das Angebot einer umfassenden Zusammenarbeit mit dem Iran
erstmals im Juni 2006 anläßlich einer Zusammenkunft der Außenminister
der ständigen Mitglieder des UNO-Sicherheitsrates und Deutschlands in
Wien formuliert und kürzlich erweitert wurde.
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