Plassnik zu Atomgesprächen mit dem Iran: "Teheran darf Chance nicht leichtfertig ausschlagen"

US-Teilnahme an Atomgesprächen qualitativer Sprung, der neue Perspektiven eröffnet

Wien (OTS) - "Dies war seit langem das erste Mal, dass Vertreter
der USA und des Iran gemeinsam an einem Tisch sitzen. Die hochrangige US-Teilnahme an den Atomgesprächen ist ein qualitativer Sprung, um die Jahrzehnte der Sprachlosigkeit zwischen Washington und Teheran zu überwinden", sagte Außenministerin Ursula Plassnik zu den gestrigen Gesprächen in Genf zwischen EU-Außenbeauftragten Javier Solana und dem iranischen Chefverhandler Said Jalili, an dem hohe Vertreter der ständigen Mitglieder des UNO-Sicherheitsrates - darunter erstmals auch der USA in Person von Unterstaatssekretär William Burns - und Deutschlands teilnahmen. Die Gespräche sollen in zwei Wochen fortgesetzt werden.

"Ich habe mich in den vergangenen Jahren immer wieder für direkte Gespräche der USA mit dem Iran ausgesprochen. Diese deutliche Kursänderung der USA eröffnet neue Perspektiven und unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Bemühungen der internationalen Staatengemeinschaftstellt um eine diplomatische Lösung der iranischen Atomfrage. Die USA unterstützen damit auch deutlich sichtbar die Verhandlungen, die vom EU-Außenbeauftragten Javier Solana geführt werden. Selbst wenn der Verhandlungsweg steinig ist, ist er der einzige, der die jetzige Spirale des Misstrauens und der regionalen Konfrontation durchbrechen kann", so Plassnik. Die Außenministerin hatte Unterstaatssekretär William Burns am vergangenen Freitag, kurz vor dem Treffen in Genf, zu einem Gespräch in Wien getroffen.

"Ich erwarte mir vom Iran eine klare Antwort. Der Iran sollte die ausgestreckte Hand ergreifen und das erweiterte Angebot der internationalen Staatengemeinschaft zur engeren Zusammenarbeit konstruktiv aufnehmen. Diese Chance darf er nicht leichtfertig ausschlagen, in dem er die Gespräche in eine Sackgasse manövriert. Jetzt liegt es an ihm, auch über seinen Schatten zu springen und den internationalen Gesprächspartnern entscheidend entgegenzukommen. Der Iran hat damit die Möglichkeit, seine Beziehungen zur Staatengemeinschaft zu normalisieren und wieder Vertrauen im spannungsreichen und fragilen Nahen Osten aufzubauen", verwies Plassnik auf den Vorschlag der Aussetzung der Urananreicherungen im Gegenzug zur Aussetzung der Sanktionen gegen den Iran.

Österreich habe den doppelten Ansatz der Staatengemeinschaft gegenüber dem Iran - ein umfassendes Verhandlungsangebot gepaart mit vom UN-Sicherheitsrat getragenen Maßnahmen gegen das Nuklearprogramm - stets unterstützt. Plassnik erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass das Angebot einer umfassenden Zusammenarbeit mit dem Iran erstmals im Juni 2006 anläßlich einer Zusammenkunft der Außenminister der ständigen Mitglieder des UNO-Sicherheitsrates und Deutschlands in Wien formuliert und kürzlich erweitert wurde.

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