- 10.07.2008, 17:36:49
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WirtschaftsBlatt: MOL-Übernahme entscheidet sich über Kroatien
OMV schickt kroatischer Regierung eine Interessenerklärung für Ina
Wien (OTS) - Wie das WirtschaftsBlatt in seiner Freitag-Ausgabe
berichtet, könnte sich das OMV-MOL-Übernahmedrama nun über den Umweg
Kroatien entscheiden.
Die kroatische Regierung, konkret Vizepremier Damir Polancec, hat am
Mittwoch einen brisanten Brief von der OMV erhalten. In einem, dem
WirtschaftsBlatt bekannten, Schreiben von OMV-Chef Wolfgang
Ruttenstorfer stellt die OMV klar, dass sie Interesse hat, an der
bevorstehenden weiteren Privatisierung des Ölkonzerns Ina
teilzunehmen. Der Brief durchkreuzt die von MOL und Ina bestätigten
Aktienswap-Pläne.
In seinem Schreiben erinnert Ruttenstorfer daran, dass die OMV
Interesse an dem Ina-Aktienpaket gezeigt hat, den der staatliche
Invalidenfonds hält (sieben Prozent), aber auch an weiteren Anteilen,
die zu Verkauf stehen (derzeit 19 Prozent). Beide kombiniert, also 26
Prozent, kosten an der Börse knapp über eine Milliarde Euro. Man sei
bereit, so Ruttenstorfer, die Ina-Aktien bar oder mit eigenen Aktien
zu bezahlen. Und: Man sei bereit, "auch andere Ina-Aktionäre fair zu
behandeln" - sprich ein Übernahmeangebot zu machen.
Seitens OMV heißt es, man kommentiere Kontakte zu Regierungen nicht,
wäre aber interessiert daran, eingeladen zu werden, sollte Kroatien
einen transparenten Privatisierungsprozess in die Wege leiten.
Das bedeutet, dass die MOL nicht ohne Widerstände bei der Ina
aufstocken kann. Sie muss eigene Aktien loswerden und will angeblich
sechs Prozent bei Ina parken. Auch das löse die Pflicht zum
Übernahmeangebot aus, sagt die kroatische Finanzmarktaufsicht, da die
MOL an Ina bereits die Sperrminorität halte. Ein Übernahmeangebot in
Cash kann die MOL derzeit finanziell schwer stemmen. Versucht sie es
dennoch, würde ihre Aktie so unter Druck geraten, dass die Mol für
die OMV zum günstigen Übernahmeziel werden könnte, meinen
Marktbeobachter.
Für Kroatiens Premier Ivo Sanader wäre es heikel, Ina zu Konditionen
zu verkaufen, die zu einem Kursverfall führen, da 500.000 kroatische
Staatsbürger Ina-Aktionäre sind. Insidern zu Folge könnte er auch
entscheiden, gar nichts zu tun, sprich den staatlichen Ina-Anteil bei
aktuellen 44,85 Prozent zu halten. Laut Brancheninsidern gibt es noch
eine Alternative: Die OMV darf die Ina komplett kaufen und lässt
dafür ihr Übernahmeziel MOL in Ruhe.
Rückfragehinweis:
WirtschaftsBlatt
Redaktionstel.: (01) 60 117/300
http://www.wirtschaftsblatt.at
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