Erhöhter Druck auf ORF

SOS-musikland.at erreicht mehr als 5000 Unterstützer-Unterschriften und spricht sich für eine rasche Fortsetzung der Verhandlungen mit dem ORF aus.

Wien (OTS) - Die Medien-Wahrnehmung für heimische Musikschaffende, insbesondere im elektronischen Leitmedium ORF, ist seit vielen Jahren ein heiss umstrittenes Thema. Dabei sprechen die Fakten eine klare Sprache und geben den aktuellen Quoten-Forderungen vieler Autoren, Interpreten und Manager recht: bei der Berücksichtigung lokalen Musikschaffens liegen die Radioprogramme des ORF europaweit an letzter Stelle. Obwohl das ORF-Gesetz ausdrücklich eine angemessene Berücksichtigung und Förderung der österreichischen künstlerischen und kreativen Produktion vorsieht. Egal ob Klassik, Jazz, Rock, Elektronik oder Pop: Musiker kämpfen im "Musikland" Österreich mit einem eklatanten wirtschaftlichen, kulturellen und medienpolitischen Startnachteil.

Nun verstärkt die Initiative SOS-musikland.at, ein Zusammenschluss aller relevanten Interessenvertreter der österreichischen Musikschaffenden, den Druck auf die ORF-Verantwortlichen. Seit dem Start der Plattform Mitte Juni wurden Unterstützer-Unterschriften gesammelt; dieser Tage wurde die 5000er-Marke überschritten. "Man kann diese eindeutige Willensäusserung vieler Künstler, Hörer und Gebührenzahler nicht mehr, wie früher, als Unkenrufe eines Häufleins übriggebliebener Heimattümler und Alt-Austropopper denunzieren", so Georg Tomandl vom Fachverband der Audiovisions- und Filmindustrie der Wirtschaftskammer Österreich. "Hier geht es um eine klare, selbstbewusste und selbstverständliche Forderung nach Rahmenbedingungen, die die österreichische Kreativwirtschaft vital stärken."

Unter den prominenten Stimmen, die sich mit den Zielen der Initiative solidarisch erklärten, finden sich Politiker wie BM Claudia Schmied, Christine Muttonen und Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ), Franz Morak (ÖVP), Wolfgang Zinggl und Madeleine Petrovic (Die Grünen) und Kulturschaffende von Christina Stürmer über Peter Wolf, Kruder & Dorfmeister und Peter Siakala (Wiener Symphoniker) bis zu Franz Novotny und André Heller. Nachzulesen ist die Fülle oft sehr persönlicher und nachdrücklicher Statements auf www.sos-musikland.at. Zudem unterstützte der niederösterreichische Landtag die Forderungen am 03.07. mit einer einstimmigen, von allen Parteien getragenen Resolution.

Eine erste Gesprächsrunde mit ORF-Hörfunkdirektor Dr. Willy Mitsche und den Senderchefs von Ö1, Ö3 und FM4 Ende Juni belegte, daß sich der ORF der Verantwortung eines öffentlich-rechtlichen Unternehmens nicht grundsätzlich entziehen kann und will. Konsens herrscht darüber, daß eine gemeinsame Datenbasis, die valide Rückschlüsse auf das Engagement des Unternehmens für die lokale, regionale und nationale Musikszene zulässt, definiert und rasch geschaffen werden soll. Sowohl der ORF wie auch die Initative SOS-musikland.at haben mit einer Evaluierung der Daten via Monitoring aller Radioprogramme und Quervergleich mit den AKM-Quoten für heimische Urheberrechte begonnen.

"Einzelne ORF-Manager sollten sich dringend von Pauschalbeleidigungen aus der Mottenkiste der ORF-Argumentation verabschieden", kommentiert Peter Paul Skrepek (Musikergilde) eine Aussage von Pius Strobl (ORF-Kommunikationschef) in "Format". Dort wird Strobl mit dem Satz zitiert: "Wir werden uns nicht selbst verpflichten, Marktanteile zu verspielen, indem wir österreichische Lieder senden, die das Publikum nicht hören will." - "Es gibt hervorragende Musik aus Österreich in allen Sparten. Und jede unabhängige Umfrage zeigt uns eine generell hohe Akzeptanz und Erwartungshaltung seitens des Publikums", so Skrepek. "Mit solchen Aussagen stellt das Unternehmen seine Publikumsnähe und seine Gebührenlegitimation selbst in Frage". Der ORF scheint einmal mehr auf Zeit zu spielen und hat eine Verschiebung des für Ende Juli vereinbarten nächsten Verhandlungstermins auf September veranlasst.

"Die Quotendiskussion findet nicht im luftleeren Raum statt", so der Sprecher von SOS-musikland.at, Hannes Eder (Universal Music Austria, IFPI). "Die Politik hat das Thema gerade erst aufgegriffen. Und natürlich muss der ORF im gesamteuropäischen Kontext verstärkt Argumente für seinen öffentlich-rechtlichen Mehrwert liefern. Wir werden jedenfalls nicht locker lassen. Die Dringlichkeit und Richtigkeit unseres Vorstosses ist evident. Die breite Unterstützung von Musikschaffenden und Konsumenten freut und stärkt uns."

Rückfragen & Kontakt:

www.sos-musikland.at

FAF Audiovisions- und Filmindustrie WKÖ
Georg Tomandl / 0676 3472750 / georg.tomandl@sunshinemusic.at
Dr. Werner Müller / 0664 5447258 / mueller@fafo.at

IFPI
Hannes Eder / Thomas Böhm / 01 5356035 / boehm@ifpi.at

KMSfB - Die Kulturgewerkschaft
Musiker-Komponisten-AutorenGilde
Peter Paul Skrepek / 0664 614 5405 / pps@musikergilde.at

ÖMR
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VTMÖ
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