- 08.07.2008, 14:30:00
- /
- OTS0189 OTW0189
Sexualaufklärung für junge Burschen
Das heute präsentierte Buch "Männliche Jugendliche: Sexualität und Aufklärung" beschreibt, wie eine maßgeschneiderte Aufklärung gestaltet werden sollte.
Wien (OTS) - Sexuell übertragbare Krankheiten, wie Hepatitis,
Syphilis und Gonorrhö sind in Österreich im Vormarsch. Männliche
Jugendliche verwenden Kondome - die einzige Schutzmöglichkeit - oft
nur dann, wenn das Mädchen darauf besteht. Sie werden von bestehenden
Informations- und Beratungsangeboten schlechter erreicht als Mädchen.
Besonders für junge Menschen aus bildungsfernen Schichten gestaltet
sich der Zugang zu zuverlässiger Information schwierig, gleichzeitig
praktizieren sie häufiger ein riskantes Sexualverhalten. Das Buch
"Männliche Jugendliche: Sexualität und Aufklärung" zeigt auf, wie
diese schwer erreichbare Zielgruppe angesprochen und ihr die
Prävention mittels Kondom sowie ein sensibler Umgang mit sich und
ihrer Partnerin nahegebracht werden kann.
Das heute präsentierte Buch stützt sich auf
Expert/innenbefragungen und Interviews mit 49 Jugendlichen und
benennt Schlüsselkriterien für eine erfolgreiche Aufklärungs- und
Präventionspraxis. Grundlage des Buches war eine Untersuchung des
Europäischen Zentrums für Wohlfahrtspolitik und Sozialforschung,
finanziert wurde diese vom Fonds Gesundes Österreich, dem
Bundesministerium für Soziales und Konsumentenschutz, dem Magistrat
der Stadt Wien, dem Amt der Steiermärkischen Landesregierung und dem
Amt der Tiroler Landesregierung.
Bildungsferne Jugendliche und Jugendliche mit spezifischen
Migrationshintergründen haben oft sehr traditionelle
Geschlechtsrollen, verbunden mit einem eher technischen und
leistungsorientierten Zugang zur Sexualität. In der Familie ist das
Thema Sex tabuisiert, wenn im Freundeskreis darüber gesprochen wird,
dominieren Scherze und Prahlereien. Der Gruppendruck, früh sexuell
aktiv zu sein, ist sehr hoch.
Aus ihren Untersuchungen ziehen die Autorinnen Gabriele Schmied
und Christine Reidl folgende Schlüsse für die Gestaltung
sexualpädagogischer Aufklärung.
- Die Beratungseinrichtungen benötigen eine längerfristige
Finanzierung
- Einheitliche Ausbildungs- und Qualitätsstandards für Beratung
und Sexualaufklärung sollten weiter entwickelt werden
- Die größte Akzeptanz finden männliche Berater, die eine Sprache
sprechen, die die Jugendlichen erreicht
- eine ausgewogene Mischung zwischen getrenntgeschlechtlicher und
gemeinsamer Aufklärung ist wünschenswert
- Kultur- und geschlechtsspezifische sowie nach Alter und sozialer
Schicht differenzierte Aufklärungskonzepte sollten entwickelt
werden
- Kooperationen zwischen Mediziner/innen und Jugendeinrichtungen
wären wünschenswert
- elektronische Medien (Web, E-Mail, Handy) ermöglichen einen
niederschwelligen ZugangDie Autorinnen - Gabriele Schmied und Christine Reidl: "Die
außerschulische Sexualpädagogik kann Burschen dabei helfen, in einer
Welt voller sexueller Bilder und widersprüchlicher Anforderungen eine
selbstbestimmte Männlichkeit und eine verantwortungsvolle,
partnerschaftliche, aber auch lustvolle Sexualität zu entwickeln."
Das Buch kann in der Publikationsabteilung des Europäischen
Zentrums für Wohlfahrtspolitik und Sozialforschung um 28 Euro
bestellt werden:
Tel.: +43 1 319 45 05-27
Fax.: +43 1 319 45 05-19
mailto:[email protected]
Für Organisationen und Personen, die in Programmen für junge
Männer aktiv sind, verringert sich dieser Preis auf EUR 12,-
Rückfragehinweis:
Dipl.-Ing. Annette Hexelschneider Head of Knowledge and Information Management Support Unit European Centre for Social Welfare Policy and Research Berggasse 17 A-1090 Vienna (Austria) Tel: +43-1-319 45 05-23 Fax: +43-1-319 45 05-19 mailto:[email protected] Mag. Markus Mikl, Leiter Kommunikation Gesundheit Österreich GmbH Geschäftsbereich Fonds Gesundes Österreich Tel.: 01 895 04 00-16 mailto:[email protected] www.fgoe.org
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | FOG






