• 03.07.2008, 11:15:16
  • /
  • OTS0116 OTW0116

AK: Höchste Zeit für Entlastung bei Wohnungsmaklerprovisionen

Versprochene Entlastung gibt es noch immer nicht - Laut Entwurf des Wirtschaftsministeriums bleibt es teuer und wird kompliziert - AK fordert deshalb Systemumstellung

Wien (OTS) - Die im Februar 2008 vom Wirtschaftsminister
versprochene Entlastung der Wohnungssuchenden von den weit überhöhten
Maklerprovisionen gibt es noch immer nicht. Der vom
Wirtschaftsministerium im April vorgelegte Entwurf wurde von vielen
kritisiert. Denn an der europaweit höchsten Belastung der
Wohnungssuchenden würde sich dadurch nichts ändern. Daher fordert die
AK eine Systemumstellung im Maklergesetz. So wie in vielen anderen
europäischen Ländern soll nur vom Vermieter oder Verkäufer eine
Maklerprovision verlangt werden können, etwa wie in Belgien,
Norwegen, Irland oder in den Niederlanden. Denn Vermieter und
Ver-käufer sind die eigentlichen Auftraggeber, zahlen derzeit aber in
der Regel keine Maklerprovision. Die Makler halten sich stattdessen
bei Mietern und Wohnungs-käufern schadlos, obwohl sie schon derzeit
auch von den Vermietern und Verkäu-fern Provisionen verlangen
könnten.

"Makler greifen Mietern und Wohnungskäufern in Österreich für eine
vermittelte Wohnung tief in die Tasche", kritisiert AK
Wohnpolitikexperte Franz Köppl. "Die Wohnungssuchenden zahlen bei uns
europaweit die höchsten Provisionen." Derzeit darf der Makler in
Österreich bis zu drei Bruttomonatsmieten vom Mieter verlangen, vom
Wohnungskäufer drei Prozent der Kaufsumme.

Nach dem aktuellen Entwurf des Wirtschaftsministeriums sollen die
Provisionsober-grenzen nur für einen geringeren Teil der
Wohnungssuchenden gesenkt werden und auch zu wenig. Die
Maklerprovisionsobergrenzen sollen auf zwei Bruttomonatsmieten
reduziert werden, aber nur für jene vermittelten Mietwohnungen, die
zur Gänze unters Mietrechtsgesetz fallen, also vor allem Wohnungen in
typischen Zinshausaltbauten. Bei allen anderen Mietwohnungen und bei
Wohnungskäufen gibt es überhaupt keine Entlas-tung. In Deutschland
beträgt die Provisionsobergrenze nur rund die Hälfte, in vielen
an-deren Ländern dürfen MieterInnen gar nicht belastet werden.

"Diese Differenzierung ist völlig willkürlich und auch nicht
begründbar", sagt Köppl. "die Wohnungssuchenden zahlen weiter die
höchsten Maklerprovisionen in Europa. Es wird außerdem zu
Unklarheiten kommen, die wiederum zum Nachteil der Mieter ausgenützt
werden."

Um dem ein Ende zu machen und die Wohnungssuchenden tatsächlich zu
entlasten, fordert die AK eine Systemumstellung und Angleichung an
andere europäische Standards. Nicht die Wohnungssuchenden, sondern
die Wohnungsabgeber, die auch die Auftraggeber der Makler sind,
sollen die Provision bezahlen.

Rückfragehinweis:

Doris Strecker
   AK Wien Kommunikation
   tel.: (+43-1) 501 65-2677
   tel.: (+43)664 845 41 52
   mailto:[email protected] 
   wien.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AKW

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel