- 01.07.2008, 13:04:48
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Leitl und Mödlhammer starten EU-Informationsoffensive: "Europa ist eine Bringschuld, keine Holschuld"
55 % der Österreicher fühlen sich wenig oder überhaupt nicht über Europa informiert - Gemeindebund und WKÖ steuern mit Aktion "Europaschirm" gegen wachsende EU-Skepsis
Wien (PWK520) - Statt über die steigende EU-Skepsis der
Österreicherinnen und Österreicher zu jammern, setzen
Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und Österreichischer Gemeindebund
konkrete Taten und starten mit der Aktion Europaschirm eine breit
angelegte Informationsoffensive. "Europa ist eine Bringschuld und
keine Holschuld", fasste Christoph Leitl, Präsident der
Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), die Ergebnisse einer
brandaktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes market über
die Haltung der Österreicher zur Europäischen Union zusammen, die am
heutigen Dienstag gemeinsam mit Helmut Mödlhammer, Präsident des
Gemeindebundes, in Wien präsentiert wurden.
Demnach fühlen sich 55 Prozent der Österreicherinnen und
Österreich wenig oder gar nicht über die Europäische Union
informiert; 86 Prozent finden, dass die EU zu wenig tut, um die
Menschen aufzuklären.
9 von 10 Österreichern vermissen ein EU-Engagement gegen die
steigenden Lebensmittel und Energiepreise. Über 60 Prozent glauben,
dass die EU zuwenig gegen Arbeitslosigkeit unternimmt. Zugleich
erleben 86 Prozent die EU nicht als bürgernah. Und 84 Prozent glauben
nicht, dass sie rasch und unbürokratisch arbeitet. Über 70 Prozent
finden die EU unsympathisch und glauben nicht, dass sie die Sorgen
und Ängste der Österreicher kennt. Dafür glauben 86 Prozent, sie
bringt viel Transitverkehr.
"Diese Werte sind erschreckend und lassen die Alarmglocken
schrillen", so Leitl. "83 Prozent der Bürger wünschen sich mehr
Informationen über die EU und die Inhalte des EU-Reformvertrages. Sie
wollen, dass man auf sie zugeht. Das ist ein Hilferuf der Bürger, den
man nicht so einfach beiseite schieben kann."
Ein Fazit, das Mödlhammer nur bestätigen kann: "Wir spüren in den
Gemeinden einen zunehmenden Frust über die EU. Die Menschen wollen
direkt - von Angesicht zu Angesicht - Antworten auf ihre Fragen."
Diese Antworten werden Wirtschaftskammer und Gemeindebund -
unterstützt vom Bundeskanzleramt und der Österreichischen
Gesellschaft für Europapolitik - ab sofort geben.
Mit der Informationstour "Europaschirm" soll die EU für die
Österreicherinnen und Österreicher "greifbarer" gemacht werden - ob
bei Markttagen, Stadt- und Gemeindefesten, Kirtagen, Feuerwehrfesten
oder anderen Veranstaltungen mit einer hohen Publikumsfrequenz. Unter
einem oder mehreren Europaschirmen werden Experten und
Europa-Politiker Informationen über die EU geben und Rede und Antwort
stehen.
"Das ist ein europaweit einzigartiger Versuch unter dem Motto
Hinausgehen, Reden, Zuhören und die Wünsche der Bürger an Europa
bestmöglich umsetzen", so Leitl und Mödlhammer übereinstimmend. "Der
Dialog mit den Bürgern ist nicht bloß die Sache einzelner, etwa der
Bundesregierung. Alle sind gefordert und wir leisten hiermit einen
ganz konkreten Beitrag."
Nur wenige Tage nach Bekanntgabe der Aktion haben sich bereits 20
Gemeinden für die Aktion Europaschirm gemeldet. "Bis Jahresende 2008
wollen wir 100 Gemeinden ins Boot holen und ich bin sehr
zuversichtlich, dass wir das schaffen", sagte Mödlhammer.
"Europa ist in erster Linie Schutz und nicht Bedrohung. Das gilt
es den Menschen besser zu erklären", unterstrich der
Wirtschaftskammer-Präsident. "In der globalisierten Wirtschaftswelt
ist nur einer von zehn Menschen Europäer. Europa muss zusammenhalten,
wenn es sich in der Welt behaupten will", so Leitl, der sich
ausdrücklich zu einem sozialen und ökologischen Europa bekannte. (SR)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich Stabsabteilung Presse Mag. Rupert Haberson Tel: 0590900-4362 E-Mail: rupert.haberson@wko.at Österreichischer Gemeindebund Daniel Kosak Tel: 01/512 14 80-18 E-Mail: daniel.kosak@gemeindebund.gv.at
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