Rom-Besuch von Bartholomaios I. "gutes Zeichen für die Ökumene"

Begegnung zwischen Papst und Patriarch im Apostolischen Palast -Benedikt XVI. betont die Hoffnung, dass die getrennten Christen "bald zur vollen Einheit gelangen"

Vatikanstadt, 28.6.08 (KAP) Papst Benedikt XVI. hat den Besuch des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. zur Eröffnung des Paulus-Jahres in Rom als ermutigendes Zeichen für die Ökumene gewürdigt. Benedikt XVI. erinnerte am Samstag im Apostolischen Palast bei einer Begegnung mit dem Oberhaupt der Weltorthodoxie daran, dass alljährlich das Patronatsfest der Kirche von Rom (Peter und Paul am 29. Juni) und das Patronatsfest der Kirche von Konstantinopel (Andreas am 30. November) im Zeichen von wechselseitigen Besuchen stehen. Durch die brüderlichen Gespräche und das gemeinsame Gebet wachse die Hoffnung, "bald zur vollen Einheit zu gelangen", sagte der Papst. Vom Gedenkjahr anlässlich der Geburt des Apostels vor 2.000 Jahren erhoffe er sich ein erneuertes ökumenisches Engagement.

Dass auch Bartholomaios I. als Patriarch von Konstantinopel ein Paulus-Jahr ausgerufen habe, mache die Wurzeln der gemeinsamen christlichen Berufung, aber auch die innere Übereinstimmung deutlich, sagte Benedikt XVI. Dieses Festjahr solle die Besinnung auf das theologische und spirituelle Erbe des Völkerapostels fördern. Paulus selbst weise einen "sicheren Weg, die Einheit zu wahren und, im Fall der Trennung, sie wiederherzustellen", so der Papst. Grundlage dieser Einheit sei - wie der Apostel darlege - "der eine Herr, der eine Glaube, die eine Taufe". Paulus habe die frühchristlichen Gemeinden bestärkt, in der Einheit zu verbleiben; Benedikt XVI. zitierte in diesem Zusammenhang aus dem Ersten Korintherbrief: "Seid alle einmütig und duldet keine Spaltungen unter euch; seid ganz eines Herzens und eines Sinnes".

In der Welt von heute festige sich das Phänomen der Globalisierung, zugleich gebe es aber nach wie vor Spaltungen und Konflikte, erinnerte der Papst. Umso mehr hätten die Menschen ein wachsendes Bedürfnis nach Sicherheit und Frieden. Zugleich gerieten sie aber durch eine bestimmte hedonistische und relativistische Kultur, die "sogar in Zweifel zieht, dass es Wahrheit geben kann", in Verwirrung. Die Hinweise des Apostels Paulus seien eine Ermutigung bei der Suche nach der vollen Einheit unter den Christen, die so notwendig sei, "um vor den Menschen des dritten Jahrtausends ein leuchtendes Zeugnis für Christus abzulegen", der "Weg, Wahrheit und Leben" sei. (ende) K200805958
nnnn

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KAT0002