- 26.06.2008, 17:00:45
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Airlines vor drastischen Flugpreiserhöhungen
Experten sehen substantielle Zäsur für die Weltluftfahrt
Wien (TP/OTS) - "Je länger die Airlines warten, um die Preise
anzupassen, desto tief greifender werden die Veränderungen für die
Branche sein. Wir stehen jetzt an einem Scheidepunkt." Mit diesen
Worten kommentiert Martin Gross, Chef von Emirates Airlines in
Österreich, gegenüber Österreichs größter Tourismusfachzeitung T.A.I.
die aktuelle Situation der Weltluftfahrt. Sie stellt für ihn "die
größte Herausforderung der letzten zehn Jahre dar."
Anders, als bei 9/11 und SARS - die beide von den Folgen her
relativ kurzlebig waren - sieht es jetzt, wie Emirates
Österreich-Direktor Gross im Gespräch mit T.A.I. betonte, nach einer
dauerhaften Belastung aus: "Die Treibstoffkosten sind zu einer
Wichtigkeit geworden, die jede Airline dazu zwingen müsste,
dramatisch etwas am Preisgefüge zu ändern."
Emirates tat dies bereits mehrfach: seit Ende 2006 werden von ihr
keine Treibstoffzuschläge eingehoben, sondern diese in die Tarife
inkludiert, die seit Dezember vorigen Jahres bereits viermal erhöht
wurden, in Summe um 25 Prozent.
Gross: "Wir sind damit meines Wissens nach die einzigen, es ist
aber absolut notwendig." Doch ausreichend sind nach Ansicht von Gross
selbst diese Erhöhungen noch nicht. Der Treibstoffanteil an den
Gesamtkosten bei Emirates liegt bereits bei 38 Prozent. Entscheidend,
so Gross, wie es in der Branche weitergeht, werden die Monate
September/Oktober sein.
Der Meinung von Martin Gross schließen sich auch andere, namhafte
Luftfahrt-Profis an. Thomas Kleibl, der bis Jänner dieses Jahres
Finanzvorstand von Austrian Airlines war, rechnet vor allem mit einer
massiven Bereinigung unter den Low Cost Carriers: "Die Wirtschaft
braucht mehr AUA, als Billigairlines, die lediglich für den
Städtetourismus und die Flughäfen gut sind."
"Für Airlines wird die Überlebensfrage zu einer Frage der Größe",
schätzt Mario Rehulka, Präsident des Österreichischen
Luftfahrtverbandes. Denn die Airlines hätten in den zurückliegenden
Jahren ihr Kostenniveau schon stark reduziert. Weitere Verbesserungen
- etwa im Bereich Flugzeugeinkauf, Treibstoffeinkauf, Flughafen- und
Reservierungsgebühren sind nur noch durch die erwähnte Größe möglich.
Rehulka: "Kleinere Airlines werden Probleme bekommen, sofern sie
diese nicht bereits haben. Es ist eine substantielle Zäsur, die auch
Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft hat."
Eine ausführliche Analyse der gegenwärtigen Situation der
Weltluftfahrt erscheint in der Tourismusfachzeitung T.A.I. in der
Ausgabe von Freitag, dem 27. August 2008.
Rückfragehinweis:
Mag. Christopher Norden T.A.I. Tourismuswirtschaft Austria & International Fachzeitungsverlag GmbH Weyrgasse 8/9 A-1030 Wien Tel.: +43 (0)1 588 81 Fax. +43 (0)1 588 81/66 mailto:[email protected] http://www.tai.at
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